Aussagekraft der Computertomographie im präoperativen
Staging vor Zystektomie
S. Tritschler, C. Mosler, J. Straub, A. Karl, D. Tilki, A. Graser, P. Bastian, C. Stief
Ludwig-Maximilians-Universität, Klinikum Grosshadern, München, Deutschland
http://www.kup.at/kup/pdf/7974.pdf S.50
Grundlagen
Die Standard-Staginguntersuchung vor der radikalen
Zystektomie ist die Computertomographie (CT). Durch sie soll die
lokale Tumorausbreitung und der lokoregionäre Lymphknotenstatus
präoperativ bestimmt werden. Über die tatsächliche Genauigkeit
dieser Untersuchung in einem Kollektiv der klinischen Routine gibt
es jedoch nur wenig Daten. Wir haben retrospektiv die präoperativ
erhobenen CT-Befunde mit dem tatsächlichen histologischen Ergebnis
korreliert.
Methode
Retrospektive Analyse der präoperativen CT-Befunde
von Patienten, die zwischen 2004 und 2008 zystektomiert worden
sind und Korrelation mit Histologie am pathologischen Präparat.
Ergebnisse
n = 150 Patienten gingen in die Untersuchung ein. Die
endgültige Histologie bei diesen Patienen war pT0 (n = 4; 2,4 %),
pTis (n = 13; 7,8 %), pT1 (n = 13; 7,8 %), pT2 (n = 38; 22,9 %), pT3
(n = 60; 36,2 %), pT4 (n = 34; 20,5 %) und pTx (n = 3; 1,8 %).
Lymphknotenmetastasen wurden bei n = 17 (10,2 %; pN1), n = 29
(17,5 %; pN2) bzw. n = 1 (0,6 %; pN3) gefunden. Bei der Vorhersage
eines extravesikalen Tumorwachstums hatte die CT bei den n =
85 Patienten mit T3/4-Tumor eine Sensitivität von 50,6 %, aber bei
36,2 % der n = 58 Patienten mit organbegrenztem Wachstum (≤ pT2)
wurde eine Organüberschreitung prognostiziert. n = 24 hatten keine
Muskelinfiltration (≤ pT1), doch auch bei diesen Patienten wurde
bei 29,2 % ein wandüberschreitendes Wachstum vorhergesagt. Nur
bei 16,3 % der Patienten mit Lymphknotenmetastasenwurden die
Lymphknoten in der CT als suspekt gewertet.
Schlussfolgerung
Der Vorhersagewert derzeitiger CT-Untersuchungen
in Bezug auf die lokale Tumorausbreitung ist in der klinischen
Routine bei Patienten vor Zystektomie sehr eingeschränkt.