"Mika", Wien, hat per Email ihren Fall geschildert.
Wer war/ist gleich betroffen?
Wer hat dabei positive Erfahrungen womit gemacht?
Bei mir, ich bin 58 Jahre alt, wurden
Anfang Sept.2007 bei der Routinemammografie Mikroverkalkungen entdeckt, die sich bei der Biopsie als bösartig erwiesen. (Hatte seit jungen Jahren eine Mastopathie).
Die brusterhaltende OP war am 28.9.2007, Sentinel-Methode, 3 Lymphknoten (Wächter und 2 weitere) wurden entfernt, Wächter war im Gefrierschnitt nicht befallen.
Histologischer Befund vom 11.10.2007: Invasives duktales Karzinom G3, über 1 cm, li.Mamma. Isolierte Tumorzellen im Randsinus des Sentinel-lymphknotens.
Hormon-positiv.
Therapie: Femara 1x täglich mind. 5 Jahre und Cal D Vita 1x täglich, sowie 30 Bestrahlungen, wobei ich diese am 18.1.2008 beendet habe.
Soweit so gut. Was mich besonders verunsichert, ist folgendes:20.11.2007 - also fast 2 Monate nach der OP - war der "FisH"-Befund fertig: leider Her2-neu = überexprimiert (++).
Zu welcher Therapie - außer meiner oa. Aromatasehemmer + Bestrahlungen - würden Sie mir raten?
Die Infos aus dem Internet besagen: bei Hormon pos. und Her2 -pos. und postmenopausal mit Metastasen: Chemo + Herceptin.
Obwohl ich Gott sei Dank keine Metastasen habe, wurde mir trotzdem Chemo + Herceptin von meinem Chirurgen vorgeschlagen, um das erhöhte Rezidivrisiko zu minimieren.
Ein Onkologe, sowie 2 weitere Chiruginnen meinten, daß eine Chemo-Therapie
fast 4 Monate nach der OP nicht sinnvoll ist, ich soll aber nur eine Herceptin-Therapie (1 Jahr lang, alle 3 Wochen) machen.
Im Internet fand ich: Konsensusempfehlungen 2006 zur adjuvanten Trastuzumab-Therapie bei Patientinnen mit Mammakarzinom: Da steht auf Seite 3 im letzten Satz des 2.Absatzes:
"Bei postmenopausalen Patientinnen mit hormonabhängigen, stark HER-2/neu-positiven Tumoren kann, zumindest im Frühstadium der Erkrankung auf Grund der insuffizienten Datenlage derzeit außer Aromatasehemmer die Verwendung von Trastuzumab nicht empfohlen werden.
Wissen Sie, warum? Und wissen Sie, wo ich im Internet finde, daß es jetzt in einem solchen Fall wie meinem seit 2007 doch empfohlen wird?
Ich bin total verunsichert, eine Chemo-Therapie lehne ich ab und bin seit Beendigung der Strahlentherapie (18.1.2008) dabei, mein Immunsystem aufzubauen (natürlich auf Empfehlung meines prakt.,Arztes, der sich mit biologischer Krebsabwehr beschäftigt). Das kann ja sicher nicht schaden.
Alle bisher befragten Ärzte konnten mir zwar die Nebenwirkungen einer Chemo- bzw.Herceptin-Therapie bestätigen, jedoch keine Rezidivverhinderung garantieren.
Mein Befund dürfte selten vorkommen (Hormon pos. und Her2-neu pos.).
Bedeutet das, daß ich Zellen habe, die Hormon-pos. sind und andere, die Her2 pos. sind oder kommen in einer Zelle beide Faktoren vor? Gibt es aktuelle internationale Empfehlungen für Patientinnen mit Hormon-pos. und Her-2 pos.,
postmenopausal, aber ohne Metastasen? Ich habe trotz intensiver Suche im Internet nichts gefunden.
Weiters habe ich im Internet im Arznei-Telegramm 6/2000 gelesen, daß nach Herceptin-Therapie 15 Patiennen verstorben sind.
Im Arznei-Telegramm 2007 steht, daß Herceptin nur nach HERA Studie, also mit Chemo gegeben wird. Weiters, daß Herceptin Herz- und Leber-schädigend wäre.
Obwohl es für Herceptin-Therapie ohne vorangegangene Chemo Therapie angeblich keine Studien geben soll, hat man mir doch angeboten - wenn ich die Chemo-Therapie ablehne - nur Herceptin zu bekommen. Ist das sinnvoll?
Eine finnische Studie über eine nur 9-wöchige Therapie läuft gerade. Ich nehme an, diese Studie ist nur für finnische Patientinnen gedacht???
Gibt es statt Herceptin oder Chemo/Herceptin auch immunbiologische Therapien, die weniger schädlich, aber ebenso Rezidivrisiko-vermindernd sind? Oder TCM?
Für eine möglichst rasche Antwort wäre ich sehr dankbar, da ich mich bereits
in 4 Tagen entscheiden muß, ob und welche Therapie ich annehmen soll.
Herzlichen Dank für jede Antwort,
hier direkt, oder an
kontakt@krebsforum.atLiebe Grüße
Mika