Bisher wurde die Untersuchung der Blase mittels einfacher Spiegelung (Zystoskopie) durchgeführt.
Vor einigen Jahren wurde an manchen Kliniken die Suche nach Tumoren wesentlich verbessert,
mit 5ALA (Fluoreszenzzystoskopie). Bei "5ALA" handelt es sich jedoch um ein nicht zugelassenes Produkt.
Seit ca. 2 Jahren wird auch bei den Blasenspiegelungen mit Fluoreszenz laufend das "Hexvix" verwendet. Dieses
ist zugelassen und angeblich auch besser als 5ALA.
Weißlicht, Blaulicht oder/und optische Kohärenztomographie.
Zusammenfassung eines EAU-Kongreßvortrags vom 27. März 08 in Mailand,
von der mediz. Redakteurin Rosemarie.
WL: Standard-Weißlicht-Zystoskopie
HAL: Fluoreszenz-Zystoskopie mit Hexvix
OCT: Optischen Kohärenztomographie
Jörg Schmidbauer (Universität Wien) hat eine Studie vorgestellt, deren Ziel es war, die Genauigkeit der Standard-Weißlicht-Zystoskopie (WL), der Fluoreszenz-Zystoskopie mit Hexvix (HAL) und der optischen Kohärenztomographie (OCT) bei der Auffindung von Urothelkarzinomen zu vergleichen und zu bewerten. Außerdem sollte untersucht werden, ob die Kombination von HAL und OCT zu besseren klinischen Ergebnissen führt als OCT allein.
OCT ist, laut Schmidbauer, der Ultraschalluntersuchung vergleichbar, nur eben mit Licht anstelle von Schall.
Die Methode ist zunächst nur im Auge (Netzhaut), Ohr (Trommelfell) oder Kehlkopfbereich (Stimmlippen) angewandt worden,
wurde dann aber auch auf endoskopische Untersuchungen angepaßt.
Zum Prinzip:
http://www.lasermedizin.uni-hannover.de/index.php?id=fdoct00Die Arbeitsgruppe um Schmidbauer hat 61 Blasenkrebspatienten allen drei Untersuchungen unterworfen,
wobei pro Patient bis zu 5 normal aussehende Schleimhautbezirke, nach Zystoskopien mit WL und HAL sowie nach einer OCT,
reseziert, und die Proben von einem UNABHÄNGIGEN („verblindeten“) Pathologen begutachtet wurden.
Bei 54 der 61 Patienten (88,5%) wurden Karzinome gefunden.
Insgesamt wurden 216 Tumoren diagnostiziert, 109 papilläre und 107 verdächtige Flachläsionen,
alle durch das OCT-Verfahren dokumentiert.
Die Sensitivität pro Patient stieg von
88,9% beim Weißlichtverfahren über
96,2% beim Fluoreszenzverfahren auf
100% bei der kombinierten HAL/OCT-Methode an.
Durch die Kombinationsmethode waren sämtliche papilläre Tumoren korrekt identifiziert worden,
gegenüber WL zusätzliche 13,4%,
und zusätzliche 47,4% Cis-Läsionen.
Die Kombination von HAL und OCT erspart gemäß der Aussage des Diskussionsleiters
Graziotti (Klin. Urologie, Mailand) bei Patienten mit verdächtigen flachen Stellen 85% unnötiger Biopsien
und ist vor allem geeignet für Hochrisikopatienten als Nachuntersuchung nach einer Verdachts-Zystoskopie.
OCT: Optischen Kohärenztomographie
Infos u. a.
http://www.charite.de/ch/uro/de/html/arzt_forschung/neue_diagnostik.htmlhttp://www.winterworkshop.de/archiv/abstracts2004/koenig.pdfhttp://www.kontextgesundheit.de/e8/e17/e204/infoboxContent225/NM6_harnwege.pdfhttp://www.km-potsdam.de/mediapool/5/50210/data/Sachs_Harnblasenkarzinom.pdfhttp://edoc.hu-berlin.de/habilitationen/koenig-frank-2002-04-23/PDF/Koenig.pdfhttp://www2.hu-berlin.de/forschung/fdb/deutsch/PJ/PJ1999996316.html