Autor Thema: Blasenkrebs: Mitomycin "ist kein Hustensaft"  (Gelesen 7216 mal)

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hilde

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Blasenkrebs: Mitomycin "ist kein Hustensaft"
« am: 11. Mai 2008, 17:56 »
M I T O M Y C I N

ist ein Chemotherapeutikum, ein Zytostatikum, welches u. a. zur Instillation in die Blase verwendet wird.
Dies bei sogenannten "low grade Blasentumoren".

Einiges zum Nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Mitomycin

Das heißt aber nicht, dass Mitomycin nur Hustensaft ist, im Gegenteil.

Mitomycin ist ein Antibiotikum und wurde 1958 aus Streptomyces caespitosus isoliert.
Es ist wirksam gegenüber gram-positiven Bakterien und einigen Viren.

Heute wird es nur noch als Zytostatikum eingesetzt. Diese sind wiederum natürliche oder synthetische Substanzen,
die das Zellwachstum bzw. die Zellteilung hemmen. Sie werden vor allem zur Behandlung von Krebs (Chemotherapie),
teilweise auch bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt.
Neben den klassischen Zytostatika werden heute in der Behandlung von Tumorerkrankungen auch weitere Substanzen
wie z.B. Hormone, therapeutische monoklonale Antikörper, Zytokine und sogenannte "small molecules" wie z.B. Signaltransduktions-Inhibitoren,
Proteasominhibitoren etc. eingesetzt.

Wußtest du z. B.:

Vorher/Nachher:
Im Zeitraum einer Mitomycin-Behandlung sollten keine Impfungen mit Lebendvakzinen erfolgen.
Dies gilt auch für vor kurzem angewendete Arzneimittel.
Keine Einnahme von Vit. B, speziell B6.

Frühinstillation:
Mitomycin soll bereits innerhalb von 6 Stunden das erste Mal instilliert werden, auf die Abtragungswunde,
als Frühinstillation. Anschließend erfolgen die Instillationen meist 1x wöchentlich.

Probleme:
Manche Patienten erleiden eine gastrointestinale Toxizität mit
Appetitlosigkeit, Übelkeit und unterschiedlich stark ausgeprägtem Erbrechen.

Organtoxizität
Bei bis zu 10 % der Patienten muss mit schwerwiegender Organtoxizität in Form einer interstitiellen Pneumonitis oder in
Form einer Nephrotoxizität gerechnet werden. In diesem Fall muss die Therapie unterbrochen werden.

Urogenitaltrakt
Bei der intravesikalen Therapie können Harndrang, Dysurie oder eine Zystitis (siehe Beipackzettel "Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen"),
unter Umständen hämorrhagischer Natur auftreten. In Einzelfällen wurden schwere Unverträglichkeitsreaktionen
(nekrotisierende Zystitis) beobachtet. Stenosen aufgrund einer toxischen Wirkung von Mitomycin auf das Urothel sind als seltene
Komplikationen nicht auszuschließen.

Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel
Therapie bei Intoxikation - Wirksame Gegenmittel sind nicht bekannt.
Die myelosuppressive Wirkung von Mitomycin kann "unter Umständen" durch post-
therapeutische Applikation von Vitamin B6 (200 mg/10 mg Mitomycin) gemildert werden.


DIE SCHLUSSFOLGERUNG DARAUS unter anderem:

Lass dir rechtzeitig(!) vorher diesen Beipackzettel geben. Den bekommt sonst nicht und wenn man danach fragt, auch nicht gerne.
Wie soll der mündige Patient sonst wissen, wo er zustimmt, welche Nebenwirkungen etc. sein könnten?
Wie soll der Patient bei größeren Wehwehchen wissen, was könnte sein. So z. B. gestern, heute, morgen, 3 ordinationsgeschlossene Tage!
Wie soll z. B. der nachfolgende Arzt, der Hausarzt, gleich wissen was los ist, wenn ihm der Patient nicht bei der Anamnese aufklärend behilflich ist?


HAST DU GEWUSST, dass du kein Vit. B (B6) während der Mitomycintherapie nehmen darfst,
da sonst die Krebstherapie deutlich herabgesetzt bis wirkungslos ist?

HAT DICH BEI DER AUFNAHME, jedes Mal vor der Instillation (wöchentlich), wer gefragt,
ob du Vit. B (B6) als Nahrungsergänzungsmittel einnimmst?

Wurdest du informiert, dass beim Geschlechtsverkehr Maßnahmen zu beachten sind?


Welche Erfahrungen hast du bei dieser Behandlung gemacht?
Hattest du auch mit den Nebenwirkungen Probleme?

Falls nach der Blasenspiegelung Schmerzen, siehe http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,1081.0.html


Admin:
Servus Hilde, danke für diesen Beitrag. Auch ich sehe das nicht als Panikmache,
sondern als zustehende Aufklärung für den mündigen Patienten.
Zu beachten ist aber, dass sowohl Mitomycin, als auch BCG, vielen Blasenkrebspatienten geholfen hat.
Hinweis:
Schmerzen beim Harnlassen, Harndrang und Exantheme können auftreten.
Zur Instillation mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Krankenhaus fahren und vielleicht 1 Tag Ktrankenstand nehmen, denn Mitomycin C kann durch Auslösen von Übelkeit und Erbrechen indirekt zu einer Beeinträchtigung
der Fahrtüchtigkeit oder der Bedienung von Maschinen führen.
Dietmar


« Letzte Änderung: 13. Mai 2008, 09:31 von hilde »