Von: Dr. Weber [mailto:dr.weber.haan@t-online.de]
Gesendet: Montag, 26. Mai 2008 18:20
An:
0800@wdr.deBetreff: WDR WESTPOL Nichtraucherschutz in NRW
Sehr geehrter Herr Degen, sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion von WESTPOL,
in Ihrer Sendung von heute mit dem
Thema: Nichtraucherschutzgesetz in NRW: Ein Gesetz mit Auslegungsfreiheit
haben Sie mich anlässlich meines Beitrags am Zuschauertelefon gebeten, Ihnen Unterlagen zu den lüftungstechnischen Anlagen zur Kenntnis zu geben.
Als Anlage erhalten Sie zur Vereinfachung mein offenes Schreiben an Herrn Gesundheitsminister Laumann und die dort angegebene gewünschte Quelle (Aus der Wissenschaft - für die Politik des Deutschen Krebsforschungszentrums, Heidelberg: Titel: "Raucherräume und Lüftungssysteme: Keine Alternative zur rauchfreien Gastronomie", siehe
www.tabakkontrolle.de/pdf/AdWfP_Raucherraeume_und_Lueftungssysteme.pdf Zusammenfassend wird dort unter den Punkten 4 und 5 dargelegt:
"Die führende Fachgesellschaft zu Belüftungsanlagen in den USA ... hält derzeit ein Rauchverbot für das einzige Mittel, das mit Tabakrauch verbundene Gesundheitsrisiko effektiv zu eliminieren.
Die Weltgesundheitsorganisation kommt in ihren Leitlinien zum Schutz vor Tabakrauch am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit zu folgender Schlussfolgerung: Mit Ausnahme einer 100 Prozent rauchfreien Umgebung haben sich alle Ansätze, z. B. Lüftungsanlagen, Filteranlagen für die Luft und die Einrichtung von ausgewiesenen Raucherbereichen (ob mit getrennten Lüftungssystemen oder nicht), wiederholt als unwirksam erweisen, es gibt schlüssige wissenschaftliche und anderweitige Erkenntnisse, dass technische Ansätze nicht vor der Belastung durch Tabakrauch schützen."
Fachlich wichtig sind dabei die 70 krebserzeugenden Stoffe, die in jeder noch so kleinen Konzentration einen Krebs auslösen können. Bei krebserzeugenden Stoffen gibt es also keinen Schwellenwert, unter dem kein Krankheits- oder Todesrisiko besteht.
Dies alles müsste sowohl dem Gesundheitsministerium als auch der FDP-Fraktion bekannt sein!
Wer es mit diesem Wissen zulässt, dass andere Menschen dem Tabakrauch auch in geringsten Konzentrationen ausgesetzt werden, nimmt billigend Krankheit und Tod in Kauf!
Da Sie sich zu diesem Thema heute den Fraktionsvorsitzenden gerade der tabakindustriefreundlichen (auf Bund- und Länderebene!) FDP eingeladen haben, wäre ich Ihnen im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung dankbar, wenn Sie sich in einer der nächsten Sendungen einen Gast der Gesundheitsseite einladen würden.
Ich schlage Ihnen vor, Frau Dr. Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg einzuladen. Ich stehe Ihnen auch zur Verfügung.
Ich schlage Ihnen für diesen Fall vor, dass dann auch die anderen nicht nachvollziehbaren Ausnahmeregelungen des Nichtraucherschutzgesetzes außerhalb der Gastronomie und das drohende Vollzugsdefizit bei der Umsetzung der Rauchverbote thematisiert werden.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. Helmut Weber
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Dr. Helmut Weber • Bahnhofstraße 59 • D - 42781 Haan
Herrn Karl-Josef Laumann
Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales Offener Brief
des Landes Nordrhein-Westfalen
Per Telefax
Fürstenwall 25
40 219 Düsseldorf 22.05.2008
Nichtraucher- und Raucherschutz, Lüftungstechnische Anlagen
Sehr geehrter Herr Minister Laumann,
dürfen wir Sie auf die wissenschaftliche Publikation: „Raucherräume und Lüftungssysteme“ unter
www.tabakkontrolle.de/pdf/AdWfP_Raucherraeume_und_Lueftungssysteme.pdf des Deutschen Krebsforschungszentrums aufmerksam machen?
Von besonderer Bedeutung ist dabei der Punkt: „4. Lüftungssysteme bieten keinen hinreichenden Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens“ (s. Anlage).
Bekanntlich sind Rauchverbote neben anderen flankierenden Maßnahmen der Tabakprävention ein sehr wirksames Mittel, Krankheit und Tod zu verhindern. Sie dienen dem Gesundheits- und
Lebensschutz der ArbeitnehmerInnen, der NichtraucherInnen, aber auch dem der RaucherInnen.
RaucherInnen als Drogenabhängige sind Kranke, für die man alles tun sollte, um ihnen bei der Entwöhnung von der sehr wirksamen Droge Nikotin, den 70 krebserzeugenden und 4.000 anderen teilweise hochgiftigen Substanzen zu helfen.
Die Unterstützung des Tabakkonsums durch Rauchgelegenheiten konterkariert die Tabak-
prävention. Lüftungstechnische Maßnahmen zur unvollständigen Entfernung des Tabakrauchs aus Räumen sind auch wegen der Verschwendung der kostbaren Energieressourcen und des Klimawandels nicht hinnehmbar.
Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich mit uns nachdrücklich für die Gesundheit und das Leben unserer Mitmenschen, u. a. durch Präventions- und Raucherentwöhnungsmaßnahmen und durch ausnahmslose und kompromisslose Rauchverbote, engagieren würden.
Dabei steht aktuell u. a. die Umsetzung folgender Maßnahmen an:
1. Schutz aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor dem Tabakrauch,
2. Verhinderung der Tabakrauchexposition, vor allem in Innenräumen und zum Schutz von
Kindern und Jugendlichen,
3. Bezahlung der Folgekosten des Rauchens von 55 Milliarden Euro jährlich durch die
Tabakindustrie.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Helmut Weber
Stellv. Bundesvorsitzender und Landesvorsitzender NRW des Ärztlichen Arbeitskreises Rauchen und Gesundheit e.V.
Landesvorsitzender des Nichtraucher-Schutzbundes NRW e.V.
Moderator des nationalen und internationalen Internet-Arbeitskreises gegen das Rauchen und für den Nichtraucherschutz.
Sprecher des Netzwerks Tabakkontrolle