Autor Thema: Erektile Dysfunktion (ED), Impotenz  (Gelesen 2207 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Josef

  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 652
  • Geschlecht: Männlich
Erektile Dysfunktion (ED), Impotenz
« am: 04. August 2008, 23:57 »

04/08/08,19:24, Elsevier Von Mary Ellen Schneider

Umfrage zeigt Hindernisse beim Erörtern der erektilen Dysfunktion auf

Mehr als 80 Prozent aller Männer, die an einer erektilen Dysfunktion leiden, wissen, dass dieses Leiden ein Indikator für andere, schwere Erkrankungen sein kann, doch 38 Prozent der Männer mit diesem Problem haben bisher noch nicht mit ihrem Arzt darüber gesprochen. Das geht aus einer von Eli Lilly und Co. gesponserten Umfrage hervor.

Viele Männer gaben ihr eigenes Unbehagen als das Haupthindernis für ein Gespräch über die sexuelle Gesundheit an, sagten aber auch, dass sie nicht wüssten, was sie fragen sollten, oder dass sie der Meinung sind, dass andere Gesundheitsthemen dringender zu besprechen sind, wenn sie zum Arzt gehen.

Die Online-Umfrage unter http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=8&profileAOIName=Allgemeinmedizin&articleItemId=85b9aaae1799edcf3570880fdf6d6383
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Edi

  • intensiv Benutzer
  • ****
  • Beiträge: 399
  • Geschlecht: Männlich
Erektile Dysfunktion (ED), Impotenz
« Antwort #1 am: 22. Oktober 2008, 19:45 »
22/10/08

Kommentar von Prof. A. Martin Morales

Eur Urol. 2008;54:204-10.

Ausgewählter Artikel von D. Ralph.


Erektile Dysfunktion: kann eine tägliche Dosis von PDE5-Hemmern eine Verbesserung der Ergebnisse
einer Applikation nach Bedarf bewirken?


Zusammenfassung

Obwohl Phosphodiesterase-5 (PDE-5)-Hemmer allgemein bei Bedarf zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (ED) angewandt werden, wurde nahegelegt, dass eine einmal tägliche Gabe Patienten einen zusätzlichen klinischen Nutzen bieten könnte. Diese Placebo-kontrollierte, doppelblinde Studie überprüfte diese Hypothese über einen 24-wöchigen Behandlungszeitraum. Zur Zusammenfassung

Kommentar

Es besteht kein Zweifel, dass Phosphodiesterase-5 (PDE-5)-Hemmer unabhängig von der Ätiologie und Schwere derzeit die bevorzugte Therapie bei erektiler Dysfunktion (ED) darstellen [1. Carson CC, Lue TF. Phosphodiesterase type 5 inhibitors for erectile dysfunction. BJU Int. 2005;96:257-80.(close)]. Obwohl zwischen Schwere und Wirksamkeit eine umgekehrte Korrelation besteht, ist die Erfolgsrate von Phosphodiesterase-5 (PDE-5)-Hemmern mehr als akzeptabel. Es ist nicht überraschend, dass die so genannte "schwer zu behandelnde Population", darunter Diabetiker [2. Chen Y, Dai Y, Wang R. Treatment strategies for diabetic patients suffering from erectile dysfunction. Expert Opin Pharmacother. 2008;9:257-66.(close)], Patienten nach radikaler Prostatektomie und Patienten mit Komorbiditäten, die eine Behandlung mit mehreren Medikamenten benötigen, niedrigere Behandlungserfolgsraten melden als die gesamte ED-Population.

Die Begründung für ein tägliches Regime von PDE5-Hemmern gegenüber einem Regime bei Bedarf liegt in einer Reihe von präklinischen und klinischen Ergebnisse, die in der Arbeit erwähnt werden und die das Vorhandensein von zusätzlichen Vorteilen aus der täglichen Gabe belegen. Sollte dies bewiesen werden, würde ein Wechsel von einer Gabe bei Bedarf hin zu einer täglichen Gabe eine Überlegung verdienen.

Auf gesicherte und elegante Weise berichtete die genannte Arbeit über Studienergebnisse, die darauf hinweisen, dass ein Wechsel von einer Gabe bei Bedarf hin zu einer täglichen Gabe keinen Vorteil in Bezug auf die erektile Funktion bot. Bemerkenswert ist, dass diese Schlussfolgerung auf eine ED-Population mit "breit gefächerter Ätiologie", insbesondere auf Patienten mit "leichter bis mittelgradiger" ED zutrifft. Es besteht möglicherweise nur wenig Raum für eine weitere Verbesserung in dieser Patientenpopulation, die über die Verwendung bei Bedarf hinausgeht. Die Autoren sprechen diesen Punkt sachgemäß innerhalb der Limitationen der Studie an.

Andere Studien [3. McMahon C. Efficacy and safety of daily tadalafil in men with erectile dysfunction previously unresponsive to on-demand tadalafil. J Sex Med. 2004;1:292-300.(close)], die in dieser Arbeit angeführt werden, enthalten Berichte von Patienten, die nicht auf eine Gabe bei Bedarf, dafür jedoch auf eine tägliche Gabe ansprachen. Dabei wurden 58 Prozent der Versuche, Geschlechtsverkehr auszuüben, erfolgreich beendet (p < 0,001 gegenüber Ausgangswert vor der Behandlung; p < 0,001 gegenüber Tadalafil bei Bedarf). Wir müssen jedoch genau überlegen, was diese Arbeit uns mitteilt: es wurde keine Überlegenheit der täglichen Gabe gegenüber der Gabe bei Bedarf in der Untergruppe der untersuchten Patienten im Hinblick auf die erektile Funktion und die Zufriedenheit mit der Behandlung festgestellt.

............ http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Elsevier?profileAOI=8&profileAOIName=Allgemeinmedizin&articleItemId=2e19518bec3bb143605673398c81f557

Geri

  • intensiv Benutzer
  • ****
  • Beiträge: 441
  • Geschlecht: Männlich
Re: Erektile Dysfunktion (ED), Impotenz
« Antwort #2 am: 11. Februar 2009, 23:12 »

Selbsttest Impotenz

Sind sie von Erektionsstörungen betroffen?

Leiden Sie unter Erektionsstörungen? Und fragen Sie sich, welche Ursachen dahinter stecken könnten? Machen Sie unseren Selbsttest. mehr


http://www.special-impotenz.de/erektionsstoerungen/home.html


Gitti

  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 969
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Erektile Dysfunktion (ED) und Herzinfarkt
« Antwort #3 am: 15. Februar 2009, 18:28 »

Impotenz: Erektile Dysfunktion als Herzinfarkt-Risiko, 3. Februar 2009

"Männliche Potenzstörungen können ein erster Hinweis auf eine schwere Atherosklerose sein. Laut einer Studie in den Mayo Clinic Proceedings (2009; 84: 108-113) haben vor allem jüngere Männer mit erektiler Dysfunktion ein deutlich erhöhtes Risiko auf eine koronare Herzkrankheit (KHK).

Für die Praxis bedeutet dies, dass die Diagnose einer erektilen Dysfunktion bei einem jüngeren Patienten den Urologen veranlassen sollten, den Mann zur weiteren Abklärung einem Kardiologen vorzustellen..."

    *

      BRANT A. INMAN et al: A Population-Based, Longitudinal Study of Erectile Dysfunction and Future Coronary Artery Disease
    *

      Mayo Clinic study finds younger men with erectile dysfunction at double risk of heart disease

Evi

  • intensiv Benutzer
  • ****
  • Beiträge: 398
  • Geschlecht: Weiblich
Depression - Erektile Dysfunktion (ED), Impotenz
« Antwort #4 am: 09. März 2009, 14:01 »
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=090309007

   Besserer Sex als Nebeneffekt einer Psychotherapie
   Großteil von Depressions-Patienten leidet unter sexuellen Dysfunktionen


   Dresden (pte/09.03.2009/10:05) - Ein Forscherteam der TU Dresden hat
   festgestellt, dass eine erfolgreiche Psychotherapie auch zu einer
   Verminderung sexueller Störungen führt. Die Wissenschaftler des Instituts
   für Klinische, Diagnostische und Differentielle Psychologie um Jürgen
   Hoyer http://tu-dresden.de haben gezeigt, dass sexuelle Dysfunktionen von
   angstgestörten und depressiven Patienten zurückgehen, auch wenn sie gar
   nicht direkt behandelt wurden. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden
   im Fachmagazin "Sexual and Relationship Therapy" veröffentlicht.

   "Fast zwei Drittel der knapp 500 Patienten, die sich an der
   Institutsambulanz wegen Angststörungen oder Depressionen behandeln
   ließen, haben vor Behandlungsbeginn über verschiedene sexuelle Probleme
   geklagt", so Hoyer gegenüber pressetext. Wenn die psychologischen
   Störungen mit Verhaltenstherapie behandelt wurden, berichtete etwa die
   Hälfte der Patienten über eine deutliche Besserung ihrer Probleme", so
   der Forscher. Dazu gehörten etwa generelles sexuelles Interesse,
   Erektions- und Orgasmusfähigkeit. Das mache deutlich, dass bei einer
   Vielzahl von sexuellen Störungen auch psychosomatische Tendenzen eine
   wichtige Rolle spielen, meint der Forscher.

   Körperliche Ursachen können aber auch nicht ausgeschlossen werden: Rein
   wissenschaftlich sei es wichtig anzuerkennen, dass es einige klar
   umrissene organische Störungen gibt, die zu sexuellen Problemen führen.
   Dazu gehöre etwa Diabetes oder starkes Übergewicht. "Bei solchen
   Problemen wird eine Psychotherapie allein ganz sicher nicht den
   gewünschten Erfolg bringen." Ein Teil der Patienten berichtete, dass die
   sexuellen Probleme weiterhin vorlagen. "Wir schlagen deshalb vor,
   sexuellen Dysfunktionen als Begleiterscheinung anderer psychologischer
   Krankheiten generell mehr Aufmerksamkeit zu schenken, nicht zuletzt um
   besser beurteilen zu können, in welchen Fällen eine zusätzliche
   sexualtherapeutische oder medizinische Behandlung notwendig ist", so der
   Forscher.

   "Daher ist es sehr wichtig eine vernünftige Diagnostik bei sexuellen
   Störungen durchzuführen, um sicherzustellen, ob es sich um organische
   Störungen oder psychosomatische Erkrankungen handelt, meint Hoyer. "Wir
   leben in einer Zeit, in der wir permanent Bombardements sexueller Reize
   ausgeliefert sind und in der die Thematik Störungen offen anzusprechen
   jedoch vermieden wird." Es sei nicht evident, ob es beispielsweise an der
   generell gestiegenen Qualität von Intimbeziehungen erfolgreich
   therapierter Patienten liegt, dass es ihnen nun generell leichter fällt,
   zum Orgasmus zu gelangen oder eher an der positiveren Lebensanschauung
   der ehemaligen Klienten.

   "Tatsächlich sprechen wir auch von einer nicht zu vernachlässigenden
   Anzahl von Patienten, bei denen diese Symptome nach einer erfolgreichen
   Therapie unvermindert vorlagen", betont Hoyer. "Patienten sollten in
   Zukunft noch stärker ermutigt werden, auch Probleme mit der Sexualität
   offen anzusprechen, denn wo sonst können sie erwarten, dass mit ihren
   Problemen vertraulich und professionell umgegangen wird, als beim
   Psychotherapeuten", erklärt der Wissenschaftler abschließend im
   pressetext-Interview. (Ende)


Geri

  • intensiv Benutzer
  • ****
  • Beiträge: 441
  • Geschlecht: Männlich
Erektile Dysfunktion (ED), Impotenz - Herzinfarktrisiko
« Antwort #5 am: 24. März 2009, 01:30 »
Erektile Dysfunktion als Herzinfarktrisiko

Rochester – Männliche Potenzstörungen können ein erster Hinweis auf eine schwere Atherosklerose sein. Laut einer Studie in den Mayo Clinic Proceedings (2009; 84: 108-113) haben vor allem jüngere Männer mit erektiler Dysfunktion ein deutlich erhöhtes Risiko auf eine koronare Herzkrankheit (KHK).

Die Gruppe um Jennifer Sauver von der Mayo Clinic in Rochester begleitet seit 1996 eine Gruppe von 1.402 Männern, die damals keine Zeichen einer KHK hatten. Die Männer füllen seither alle zwei Jahre den Brief Male Sexual Function Inventory aus, der sich nach Anzeichen einer erektilen Dysfunktion erkundigt.

Wie erwartet, steigt die Inzidenz mit dem Alter der Teilnehmer an: Zu Beginn der Untersuchung hatten 2,4 Prozent der 40- bis 49-Jährigen Potenzprobleme. Bei den 50- bis 59-Jährigen waren es 5,6 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen 17 Prozent und bei den über 70-Jährigen sogar 38,8 Prozent.

Auch der Befund, dass Männer mit erektiler Dysfunktion später zu 80 Prozent häufiger als andere an einem Herzinfarkt oder anderen KHK-Folgen erkranken, war keine Überraschung. Schließlich haben die erektile Dysfunktion und die koronare Herzkrankheit (KHK) die gleichen Risikofaktoren (Alter, Diabetes, Cholesterin, Rauchen et cetera).

Sehr erstaunlich war allerdings, dass Männer, die in den 40er-Lebensjahren an Potenzstörungen litten, mehr als 50-fach häufiger an einer KHK erkrankten, als Männer, die in diesem Alter noch keine Potenzprobleme kannten: Die kumulative Inzidenz einer KHK betrug bei Männern mit erektiler Dysfunktion 48,52/1.000 Personen und Jahr gegenüber 0,94/1.000 Personen und Jahr bei Männern ohne erektile Dysfunktion im Alter zwischen 40 und 49 Jahren.

Mit zunehmendem Alter werden die Unterschiede wieder geringer, was Sauver ganz einfach darauf zurückführt, dass dann auch viele Männer ohne Potenzprobleme eine KHK bekommen.

Die Studie stützt die Theorie, wonach erektile Dysfunktion und KHK nur unterschiedliche Manifestationen der gleichen Grunderkrankung sind, nämlich einer Atherosklerose. Die Arterien in der Schwellkörpern des Penis scheinen auf erste Veränderungen wesentlich empfindlicher zu reagieren als die Koronarien.

Für die Praxis bedeutet dies, dass die Diagnose einer erektilen Dysfunktion bei einem jüngeren Patienten den Urologen veranlassen sollten, den Mann zur weiteren Abklärung einem Kardiologen vorzustellen.

© rme/aerzteblatt.de

Edi

  • intensiv Benutzer
  • ****
  • Beiträge: 399
  • Geschlecht: Männlich
Erektile Dysfunktion (ED), Impotenz: Patienten ansprechen
« Antwort #6 am: 22. Juni 2011, 20:21 »
Urologie 21. Juni 2011

Erektile Dysfunktion ansprechen

Patienten sollen nach Potenzproblemen gefragt werden, denn oft schweigt mann lieber darüber.

Im Rahmen der Vorstellung der Kampagne „Frauen, die auf Männer schauen“ (die Ärzte Woche berichtete) ging Dr. Karl Dorfinger, Präsident des Berufsverbandes der Urologen und Landesfachgruppenobmann für Urologie der Ärztekammer für Wien, besonders auf die Erektile Dysfunktion als Prädiktor für kardiovaskuläre Erkrankungen ein.

Eine erektile Dysfunktion kann Vorbote einer beginnenden Erkrankung der Herzkranzgefäße sein. Um dem Problem durch eine rechtzeitige Diagnose begegnen zu können, haben Experten aus den Bereichen Allgemeinmedizin, Urologie und Innere Medizin bzw. Kardiologie einen Konsensusbericht erstellt und die Erektile Dysfunktion (ED) aus Sicht ihrer jeweiligen Fachrichtung beleuchtet. Der Konsensus entstand unter Patronanz der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie, des Berufsverbandes der österreichischen Urologen und der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin ÖGAM. Ärzte müssen die Patienten aktiv auf Potenzprobleme ansprechen.

Am 20. Oktober 2010 wurden bei einem Konsensus-Meeting in Wien Empfehlungen erarbeitet, wie interdisziplinär mit dem Problem umgegangen werden soll. Die Grundlage für den Konsensus (Österreichische Ärztezeitung, Supplementung April 2011) sind internationale evidenzbasierte Leitlinien, EAU-Guidelines und die Empfehlungen der Second Princeton Consensus Conference (Princeton II). Unter anderen wurden folgende Feststellungen einstimmig getroffen:

    Erektile Dysfunktion ist ein unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen.
    Sie ist mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko behaftet.
    Verschiedene Wohlstandserkrankungen, wie Hypertonie, Fettstoffwechselerkrankungen, Diabetes mellitus, sind mit ED korreliert.
    Frühzeitige Abklärung und konsequente Lebensstilberatung können die ED verbessern und Todesfälle verhindern.

Wer an ED leidet, sollte immer als Patient mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko gesehen werden. Blutdruckmessung, die Bestimmung von Nüchternlipiden und -glukose, und, bei Männern mit ED, die chronisch erkrankt sind (z. B. mit Diabetes), sowie bei jenen, die auf eine PDE-5-Hemmer-Therapie nicht ansprechen, auch der Testosteronspiegel, gehören zur Befunderhebung. Neben der Erfassung der bekannten Risikofaktoren kommt auch der familiären Anamnese ein wesentlicher Stellenwert zu. Die ED ist häufig Zeichen für ein drohendes myokardischämisches Geschehen. Ein beginnendes Gefäßproblem kann somit schon in der Frühphase erkannt werden.

Eine signifikante Verbesserung der ED durch intensive Blutdrucksenkung bei hypertensiven Männern wurde nachgewiesen. Bei Männern mit ED und Hypercholesterinämie kommt es durch die Therapie mit Statinen zu einer deutlichen Verbesserung der Potenzstörung.

Die klinische Datenlage unterstützt die Anwendung von PDE-5-Hemmern als First-line-Therapie bei ED und Komorbiditäten wie stabiler KHK oder Diabetes. Diabetiker haben ein dreimal höheres ED-Risiko als Nichtdiabetiker; zudem tritt die ED bei ihnen bis zu 15 Jahre früher auf. Die frühzeitige Behandlung mit Statinen und PDE-5-Hemmern kann den arteriellen Blutfluss bei Typ-2-Diabetikern verbessern und bei asymptomatischer KHK die Zahl schwerer kardialer Ereignisse deutlich reduzieren.

Männer mit ED und niedrigem kardialen Risiko sollten hinsichtlich ihres Lebensstils beraten werden und können ohne weitere Abklärung eine Medikation gegen ED erhalten. Bei Männern mit intermediärem und hohem kardialen Risiko muss eine weitere Risikoabklärung erfolgen.

Quellen: Statement von Dr. Dorfinger am 12. Mai in Wien; Aussendung zum Konsensusbericht.

PH, Ärzte Woche 25 /2011
© 2011 Springer-Verlag GmbH, Impressum

Permalink

    Übersicht
    Drucken
    Bookmarken
    Kommentar

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.
Mehr zum Thema

http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/p-z/urologie/?full=22755

    Frauen sollen auf Männer schauen
    Frauen sollen auf Männer schauen
    Therapie der Erektilen Dysfunktion
    Von der endothelialen zur erektilen Dysfunktion
    Das Herz schlägt auch im Penis
    Das Abtauchen des Eisberges
    Erektile Dysfunktion
    Editorial

Geri

  • intensiv Benutzer
  • ****
  • Beiträge: 441
  • Geschlecht: Männlich
Erektile Dysfunktion (ED), Impotenz
« Antwort #7 am: 21. Juli 2011, 14:58 »
Urologie
EAU 2011: neue Daten aus der Urogynäkologie und Andrologie

Eine Vielzahl aktueller Studiendaten zu unterschiedlichsten Erkrankungen und Therapien wurde im Rahmen des Kongresses der EAU in Wien präsentiert. Jeden Morgen trafen führende Experten ihre Auswahl der Highlights und präsentierten die relevantesten Studien des Kongresses. Eine Auswahl aus diesen Präsentationen in der Andrologie und Urogynäkologie wird in diesem Beitrag vorgestellt.

Inkontinenz und Sexualfunktion

Prof. DDr. John Heesakkers, Leiter der urologischen Abteilung der Radboud Universität in Nijmegen in den Niederlanden, wählte Arbeiten zur Therapie von Inkontinenz und weiblicher sexueller Dysfunktion aus, darunter eine Studie über sexuelle Funktion nach Trans­obturatorplastik. Die Verwendung von transobturatorischen Netzen zur Korrektur von Zystozele oder Rektozele gilt als wirksam und sicher. Es stellt sich jedoch die Frage, ob sich das prothetische Material in der Vagina auf die sexuelle Funktion auswirkt. Dieser Frage wurde nun mittels eines validierten Fragebogens prospektiv nachgegangen.[1] Die 96 Patientinnen, die sich alle einer transobturatorischen Plas­tik mit Netz unterzogen hatten, wurden nach verschiedenen Aspekten ihrer Sexualität, wie Libido, Orgasmus oder Schmerzen, befragt. Die Befragung erfolgte sowohl präoperativ als auch 3, 6, 12 und 24 Monate nach dem Eingriff. Dabei wurde auch eine klinische Untersuchung vorgenommen. Die Studie zeigte, dass die Frauen drei Monate post OP eine geringere sexuelle Zufriedenheit angaben als vor der Operation. Diese verbesserte sich jedoch zusehends und erreichte nach 24 Monaten signifikant höhere Werte als vor dem Eingriff. In dieselbe Richtung weist eine Studie zur sexuellen Funktion nach minimal-invasiven Inkontinenz-OPs.[2] In dieser Arbeit mit 66 Patientinnen erwies sich die Operation im Vergleich zu einer nicht operierten Kontrollgruppe als signifikant überlegen im Hinblick auf das Selbstwertgefühl sowie mehrere Items des Female Sexual Function Index Questionnaire (FSFI). Auch Inkontinenz-OPs mit transvaginalen Tapes verbessern das Sexualleben, wie eine weitere Studie zeigte.[3] In dieser Arbeit wurden vier Kategorien weiblicher sexueller Dysfunktion (FSD) betrachtet: Störungen der Libido, Störungen der sexuellen Erregung, Orgasmusstörungen und Schmerzen beim Koitus. Die Studie zeigte dramatische Verbesserungen durch den Eingriff. So nahmen 40% der Frauen, die vor der Operation nicht mehr sexuell aktiv waren, ihre sexuellen Aktivitäten nach dem Eingriff wieder auf. Der Anteil der Frauen, die an FSD litten, sank von 51% prä OP auf 34% post OP.

Botulinumtoxin wirksam bei Detrusorüberaktivität

Von erheblicher Bedeutung sind, so Heesakkers, die Ergebnisse einer multi­zentrischen, randomisierten, doppel­blinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie zum Einsatz von Botulinumtoxin A bei Inkontinenz infolge neurogener Detrusorüberaktivität.[4] Mit dieser Arbeit wurde die seit Langem in der Inkontinenz-Therapie off-label praktizierte Injektion von Botulinumtoxin in den Detrusor erstmals in einem repräsentativen Setting untersucht. Knapp 300 Patienten erhielten jeweils 30 Injektionen von Botox® unter Aussparung des Trigonums in den Detrusor. Anticholinergika durften weiterhin eingenommen werden. Primärer Endpunkt war die Veränderung der Zahl von Inkontinenzepisoden pro Woche. Die Studie zeigte von der 2. Woche an eine signifikante Reduktion der Inkontinenzepisoden nach Botoxinjektion. Im Vergleich zum Ausgangswert wurden die Inkontinenzepisoden unter Placebo nach 6 Wochen um 13,2%, unter 200U Botox um 21,8% und unter 300U Botox um 19,4% weniger. Verbesserungen wurden auch hinsichtlich der Lebensqualität sowie verschiedener urodynamischer Parameter festgestellt. Die Wirkung hielt in der Placebogruppe im Median 92 Tage, in den Botoxgruppen 295 Tage an. Die Behandlung mit Botox wurde gut vertragen, zwischen den beiden untersuchten Dosierungen wurden keine signifikanten Unterschiede festgestellt. Eine weitere große Phase-III-Studie untersuchte den Einsatz von Botulinumtoxin A bei Frauen mit refraktärer idiopathischer Detrusorüberaktivität.[5] In die randomisierte, placebokontrollierte Studie wurden 240 Patientinnen eingeschlossen und erhielten entweder Botoxinjektionen in den Detrusor (200IU Botox, 10IU/ml, 20 Injektionsstellen) oder Placebo (Vehikel). Der primäre Endpunkt war die Mik­tionsfrequenz sechs Monate nach der Behandlung. Sekundäre Endpunkte waren unter anderem Lebensqualität und Inkontinenzepisoden. Am Ende des Beobachtungszeitraums standen Daten von 160 Frauen aus der Verum- und 111 Frauen aus der Placebogruppe zur Verfügung. Die Auswertung ergab eine signifikante Reduktion der Miktionsfrequenz in der Verumgruppe im Vergleich zu Placebo. Auch im Hinblick auf die sekundären Endpunkte erwies sich die Botoxinjektion als überlegen. Konkret wurden eine 25-prozentige Reduktion der Miktionsfrequenz sowie eine 50-prozentige Reduktion von Drang- und Inkontinenz-Episoden erreicht.

Stoßwellentherapie bei erektiler Dysfunktion

Auf interessante Daten zur Therapie der erektilen Dysfunktion wies Dr. Juan Martínez-Salamanca vom Hospital Universitario Puerta de Hierro Majadahonda in Madrid hin. Eine Subs­titutionstherapie mit Testosteron hat sich bei hypogonaden Männern im Hinblick auf die mentale, sexuelle und metabolische Gesundheit vielfach bewährt. Allerdings bleiben Zweifel hinsichtlich eines möglicherweise erhöhten Risikos für Prostatakrebs. Diesbezüglich geben die Daten der bisher größten zu diesem Thema publizierten Studie Entwarnung. An der weltweiten multizentrischen Beobachtungsstudie nahmen 1.493 Patienten teil, die mit Injektionen von lang wirksamem Tes­tosteron-Undecanoat (TU) behandelt wurden. Die Überwachung erfolgte mit regelmäßigen PSA-Kontrollen und rektalen Tastuntersuchungen. Die Indikationsstellung zur Biopsie erfolgte gemäß den geltenden Guidelines. Neben den Untersuchungen auf Prostatakarzinom wurden zahlreiche Parameter wie erektile Funktion, Libido, Vitalität, Stimmung und Konzentrationsfähigkeit erfasst. Insgesamt gingen 1.103 Patientenjahre in die Auswertung ein. Die Studie zeigte einen initialen Anstieg des mittleren PSA-Spiegels von 1,1±0,9ng/ml auf 1,3±1,2ng/ml mit anschließender Stabilisierung. Kein einziger Fall von Pros­tatakarzinom trat auf. Gleichzeitig besserten sich jedoch zahlreiche andere erfasste Parameter. Litten zu Beginn der Studie 65% der Patienten unter moderater oder schwerer erektiler Dysfunktion, so ging dieser Wert im Zuge der Therapie auf 19% zurück. Auch die Effektivität einer Behandlung mit PDE5-Inhibitoren nahm zu. Libido, Vitalität, Stimmung und Konzentrationsfähigkeit wurden besser, der Taillenumfang nahm signifikant von 100 auf 96cm ab.[6] Hoffnung für impotente Männer, die nicht auf PDE5-Inhibitoren ansprechen, gibt auch eine Studie zur Behandlung des Penis mit Stoßwellen von niedriger Intensität. Ziel dieser Pilotstudie mit 29 Patienten war es, zu untersuchen, ob eine lokal am Penis ansetzende Stoßwellentherapie das Ansprechen auf eine medikamentöse Behandlung der ED beeinflusst. Die Probanden, die alle unter schwerer ED litten und unter PDE5-Inhibitoren nicht zur Penetration fähig waren, erhielten zwei Stoßwellenbehandlungen pro Woche über insgesamt drei Wochen für jeweils drei Minuten an fünf verschiedenen Stellen des Penis. Die Ergebnisse sind sehr ermutigend. Insgesamt wurden 68% der Patienten zu PDE5-I-Respondern, 30% wurden sogar ohne medikamentöse Unterstützung potent. Allerdings werden zur Bestätigung dieser spektakulären Ergebnisse placebokontrollierte Studien gefordert.[7]

Referenzen:

[1] Hoda MR et al: Female sexual function after vaginal surgery using transobturator mesh for cystocele and rectocele repair. EAU 2011: Abstr. #60

[2] Poyato Galán JM et al: Sexual quality of life in women after minimally invasive incontinence surgery: A new application for the female sexual function index questionnaire. EAU 2011: Abstr. #473

[3] Filocamo MT et al: Sexual activity before and after mid urethral sling. A prospective multicentre study. EAU 2011: Abstr. #58

[4] Cruz F et al: Efficacy and safety of onabotulinumtoxinA in patients with urinary incontinence due to neurogenic detrusor overactivity. EAU 2011: Abstr. #579

[5] Tincello DG et al: Botulinum toxin-A for refractory detrusor overactivity in women: A 240 patient randomised placebo controlled trial. EAU 2011: Abstr. #581

[6] Zitzmann M et al: Prostate safety and effectiveness of testosterone replacement therapy in male hypogonadism: Final results from the largest international trial involving 1493 patients. EAU 2011: Abstr. #36

[7] Vardi Y et al: Penile low intensity shock waves – a new non-invasive alternative for ED patients not responding to PDE5i's. EAU 2011: Abstr. #1074

Bericht: Reno Barth

Quelle: EAU 2011, Highlight-Sessions, 20. und 21. März, Wien


http://gynaekologie-geburtshilfe.universimed.com/artikel/eau-2011-neue-daten-aus-der-urogyn%C3%A4kologie-und-andrologie


Geri

  • intensiv Benutzer
  • ****
  • Beiträge: 441
  • Geschlecht: Männlich
Erektile Dysfunktion (ED), Impotenz
« Antwort #8 am: 21. Juli 2011, 15:16 »
Andrologie: Neues zur erektilen Dysfunktion

Im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung „Der Mann – Rückblick, Einblick, Ausblick“ von 20. bis 21. November 2010 unter der wissenschaftlichen Patronanz des bvU und des Arbeitskreises für Andrologie und sexuelle Funktionsstörungen präsentierte Priv.-Doz. Dr. Anton Ponholzer Neues zur ED.

Eine der wesentlichsten Entwicklungen der ED-Forschung der letzten Jahre war die Identifikation der ED als Warnsignal kardiovaskulärer Erkrankungen. Montorsi beschrieb 2003 seine Theorie, der zufolge atherosklerotische Obstruktionen im Bereich der arteriellen Penisversorgung aufgrund des geringeren Gefäßdurchmessers früher klinisch evident werden als in anderen Endstromgebieten. Die Bedeutung der ED hat sich damit von der rein sexuellen Funktionsstörung zum Indikator für ein KHK-/Insultrisiko verschoben, der auch bei Ärzten anderer Fachrichtungen aufhorchen lassen sollte.

Mit der Vardenafil-(Levitra®-)Schmelztablette befindet sich seit November 2010 eine neue Darreichungsform des PDE5-Hemmers auf dem Markt, die eine einfachere Handhabung bietet. Die Tablette muss nicht mit Wasser genommen werden und schmilzt auf der Zunge. Auf diese Weise lässt sich eine Umgehung des First-Pass-Effekts erreichen. Während die Anflutung mit jener der Filmtablette vergleichbar ist, zeigt sich ein langsamerer Abbau; insgesamt resultiert eine um 20 bis 40% größere AUC. Die Einnahme zu einer Mahlzeit ist möglich, wobei die wichtigsten pharmakokinetischen Parameter (AUC, tmax und Cmax) auch durch einen hohen Fettgehalt nicht wesentlich verändert werden.

POTENT-Studien

Klinisch wurde die neue Formulierung in den doppelblinden, randomisierten Studien POTENT I und POTENT II als On-demand-Medikation (Einnahme eine Stunde vor dem geplanten Geschlechtsverkehr) im Vergleich mit Placebo weltweit getestet. Insgesamt nahmen 701 Patienten mit seit mindestens sechs Monaten bestehender ED teil. Die Hälfte der Probanden war über 65 Jahre alt. In beiden Untersuchungen wies ein substanzieller Anteil der Patienten Komorbiditäten (Diabetes, Dyslipidämie, Hypertonie) auf. Der kombinierten Auswertung zufolge stieg der IIEF-Score in einem Ausmaß an, das mit dem Effekt der Filmtablette vergleichbar ist. Der Anteil der Patienten, die über eine Penetration berichteten (SEP2), überwog in der Verumgruppe mit 71,3% vs. 43,9% unter Placebo.

Ein erfolgreicher Geschlechtsverkehr (SEP3) war in 62,7% vs. 26,0% möglich (Abb.). Der Effekt der Medikation wurde unabhängig vom Alter beobachtet: Sowohl in der Gruppe unter 65 Jahren als auch bei den ≥65-Jährigen kam es zu einem signifikanten Ansprechen. Darüber hinaus zeigten vorhandene Komorbiditäten keinen Einfluss auf die Effektivität der Schmelztablette. Als häufigste Nebenwirkungen wurden Kopfschmerzen, Flush, Rhinitis und Sodbrennen verzeichnet.

Derzeit ist die Vardenafil-Schmelztablette in der 10mg-Dosierung/4 Stück zu einem Preis von 59,95 Euro (entspricht Levitra®-Filmtabletten 10mg/4 Stück) verfügbar. Da es sich um eine unauffällige und elegante Einnahmeform handelt, wird sie vermutlich von Männern bevorzugt werden, die eine gewisse Flexibilität wünschen.

Referenzen:

1 Sperling H et al, J Sex Med 2010; 7: 1497-1507

2 Gittelman M et al, Int J Clin Pract 2010; 5: 594-603

Autor: Priv.-Doz. Dr. Anton Ponholzer, Abteilung für Urologie und Andrologie, KH der Barmherzigen Brüder, Wien, -Mail: anton.ponholzer@bbwien.at


http://urologie.universimed.com/artikel/andrologie-neues-zur-erektilen-dysfunktion


Geri

  • intensiv Benutzer
  • ****
  • Beiträge: 441
  • Geschlecht: Männlich
Die ED in der Urologie und Kardiologie: ein prädiktiver Parameter für kardiovaskuläre Ereignisse?

Heutzutage steht außer Zweifel, dass die erektile Dysfunktion (ED) mit allen wesentlichen vaskulären Risikofaktoren assoziiert ist. Während dieser Zusammenhang gut belegt ist, sollte die Wertigkeit von ED als prädiktiver Parameter für daraus resultierende kardio- und zerebrovaskuläre Ereignisse noch als Hypothese angesehen werden. Grund hierfür ist, dass bis dato lediglich eine einzelne Untersuchung aus Holland vorliegt, die prospektiv ED mit tatsächlichen Ereignissen korreliert hat.

Ziel der vorliegenden Arbeit war daher die prospektive Evaluierung von Potenzstörungen als Risikofaktor für koronare oder zerebrovaskuläre Ereignisse. Untersucht wurde eine konsekutive Kohorte von Teilnehmern einer Gesundenuntersuchung der Stadt Wien im Jahre 2001. Neben einer detaillierten Gesamtuntersuchung wurde mittels IIEF-Fragebogen eine ED-Klassifizierung vorgenommen. Bis zum Jahr 2008 wurden alle Spitalsaufenthalte und Diagnosen durch kardio- oder zerebrovaskuläre Ereignisse erfasst und ausgewertet. Insgesamt kamen so 2.506 Männer ohne kardiovaskuläre Vorgeschichte über einen durchschnittlichen Zeitraum von 6,5 Jahren zur Auswertung. Das Durchschnittsalter betrug 45 Jahre (20–91a), der durchschnittliche IIEF-5-Score war 21 (1–25). Zur Grunduntersuchung hatten 65% keine ED (IIEF>22), 25% eine milde ED und 10% eine höhergradige ED (IIEF<16). Insgesamt wurden 58 Ereignisse registriert (2,3%), davon 44 Fälle eines Myokardinfarktes oder einer neu aufgetretenen KHK und 16 Fälle eines Insults. Während Männer mit ED um 50% mehr Ereignisse hatten (2,0% vs. 3,0%) als Teilnehmer ohne ED (IIEF>22), war dieser Unterschied alterskorrigiert nicht signifikant (Abb.). Die stärksten unabhängigen Prädiktoren für ein kardiales oder zerebrales Ereignis waren Alter, Hypertonie und Diabetes (Tab.).


Das Bestehen einer leichten oder höhergradigen Potenzstörung war also in der vorliegenden Analyse durch höheres Alter und bestehende Komorbiditäten bedingt mit der Ereignisrate korreliert. Im Unterschied zur holländischen Studie, in der ED von Alter, DM und Hypertonie unabhängig mit dem Ereignis korreliert lässt sich aus den vorliegenden Daten die erektile Dysfunktion nicht als altersunabhängiger Prädiktor für kardiovaskuläre Ereignisse identifizieren. Speziell bei Männern über 50 möchten wir unsere Daten in 3–4 Jahren reevaluieren, um ein eventuell falsch negatives Ergebnis aufgrund der relativ geringen Zahl an Ereignissen abschließend überprüfen zu können.

Autoren:

PD Dr. Anton Ponholzer, Abteilung für Urologie und Andrologie, KH Barmherzige Brüder Wien, Johannes-von-Gott-Platz 1, 1020 Wien,

Univ.-Doz. Dr. Stephan Madersbacher, Abteilung für Urologie und Andrologie, Donauspital, SMZ Ost, Langobardenstraße 122, 1220 Wien


http://kardiologie-gefaessmedizin.universimed.com/artikel/die-ed-der-urologie-und-kardiologie-ein-pr%C3%A4diktiver-parameter-f%C3%BC