Modellprojekt „gemeinsam gesund werden“
Im Ostseebad Grömitz erholen sich Frauen mit Brustkrebs und ihre Kinder
„Gemeinsam gesund werden“ - unter diesem Motto steht ein neues Projekt, das die Rexrodt von Fircks Stiftung mit Unterstützung der Krankenkassen in der Klinik Ostsseedeich in Grömitz durchführt. Das Projekt richtet sich an Mütter kleiner Kinder, die erstmals an Brustkrebs erkrankt sind und direkt nach ihrer akuten Krebstherapie gemeinsam mit ihrem Nachwuchs eine dreiwöchige Reha-Behandlung anschließen.
Mit diesem Projekt werden zum ersten Mal die Kinder von Frauen mit Brustkrebs in das Behandlungskonzept mit einbezogen. Mütter und Kinder bekommen bei der Bewältigung der Krebserkrankung Hilfe von einem interdisziplinären Therapeutenteam. In einem „geschützten Raum“ werden sie mit einem innovativen Behandlungsprogramm auf ihre Rückkehr in den Alltag vorbereitet.
Die Mutter wird von Psychologen für die Ängste und Sorgen ihrer Kinder sensibilisiert und erhält Unterstützung in ihrer Mutterrolle. Und das Kind lernt, dass es nicht alleine mit einer Mutter ist, die an Krebs erkrankt ist. Es kann Fragen stellen und Ängste äußern sowie eigene Bewältigungsstrategien entwickeln.
Erste Versuche in erholsamer Umgebung, wieder
die richtige Balance zu finden.
Familien werden auch nach dem Aufenthalt weiter betreut
Die familienfreundliche Einrichtung in der Lübecker Bucht liegt, lediglich durch einen Deich getrennt, nur ca. 200 Meter vom breiten Südstrand entfernt. Die modern eingerichteten Zimmer mit einem separaten Kinderbereich sind komfortabel ausgestattet. Hier sollen die Patientinnen und ihre Kinder wieder Mut fassen, auf Heilung hoffen und sich, so unbelastet wie möglich, auf ein Leben nach der Therapie einstellen können. Unterstützt werden sie von Internisten, Gynäkoonkologen, Psychoonkologen, Physiotherapeuten, Sportmedizinern, Ernährungsexperten, Sozialpädagogen, Erziehern und Kinder- und Jugend-Psychotherapeuten. Jedes Jahr können 450 Mütter mit ihren Kindern dieses Angebot nutzen.
In der Klinik Ostseedeich finden Mütter und Kinder
kompetente psychologische und medizinische Unterstützung.
Jeweils am letzten Wochenende eines Durchgangs haben die angereisten Partner die Möglichkeit, an einer von einer Psychologin angeleiteten Gesprächsrunde teilzunehmen. Hier wird Raum gegeben für das Erleben der Männer, deren eigene Bedürfnisse und Emotionen im Krankheitsverlauf der Partnerinnen häufig hinter denen der anderen Familienmitglieder zurückstehen müssen. Aber auch nach ihrem Aufenthalt werden die Familien in der Mutter-Kind-Einrichtung weiterhin betreut. Die Kinder zum Beispiel können sich per Mail oder Briefpost an ihren vertrauten Ansprechpartner wenden. Sie erhalten hierfür am Ende der Maßnahme eine „Schatzkarte“ mit den Kontaktdaten.
Projekt als Vorbild für eine Standardversorgung
Das Programm „gemeinsam gesund werden“ wird hinsichtlich seiner Wirksamkeit von der Arbeitsgruppe Therapieevaluation der Philipps-Universität Marburg wissenschaftlich begleitet. Innerhalb der fünf Jahre Projektlaufzeit sammeln die Forscher Nachweise über seine Effektivität, damit diese spezielle onkologische Mutter-Kind-Rehabilitation künftig in die Standardversorgung übernommen werden kann. Erste, äußerst positive Zwischenergebnisse liegen bereits vor. Langfristig soll die interdisziplinäre wissenschaftliche Begleitung also dafür sorgen, dass das Projekt so vielen Familien wie möglich zu Gute kommt. Unterstützt wird dieses Projekt von vielen großzügigen Förderern, u.a. von der Roche Pharma AG.
Rexrodt von Fircks Stiftung
Annette Rexrodt von Fircks war Mutter von drei kleinen Kindern, als sie im Alter von 35 Jahren die Diagnose „Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium“ erhielt. Trotz der ungünstigen Prognose ließ sie sich nicht entmutigen und beschloss alles zu tun, um zu leben. Sie erstellte Ihre eigenen Strategien und war Hand in Hand mit der modernen Schulmedizin schließlich erfolgreich. Heute, im Jahr 2008, zehn Jahre danach, geht es ihr gut.
Ein wichtiges Anliegen von Anette Rexrodt von Fircks ist es, krebskranken Menschen und deren Angehörigen die vielfältigen Möglichkeiten aufzuweisen, die man nutzen kann, um einander zu verstehen, zu helfen und Heilung zu unterstützen.
Weitere Informationen
Patientinnen und Interessierte können sich beim Mutter-Kind-Hilfswerk unter der kostenlosen Hotline 0800/22 55 100 zum Projekt und einer Teilnahme individuell beraten lassen, Informationsmaterial und Antragsformulare anfordern.
Detaillierte Informationen zum Projekt, zu den Anreiseterminen und zur Antragstellung finden Sie auch im Internet unter:
www.rvfs.dewww.gemeinsam-gesund-werden.de