Autor Thema: Herzinfarkt  (Gelesen 1254 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Geri

  • intensiv Benutzer
  • ****
  • Beiträge: 441
  • Geschlecht: Männlich
Herzinfarkt
« am: 23. September 2008, 16:49 »
Jede Minute zählt: Herzinfarkt

Egal, ob Mann oder Frau

In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 280 000 Menschen einen Herzinfarkt. Viele sterben bevor ein Arzt helfen kann. Häufig unterschätzen die Betroffenen die akute Lebensgefahr, sie scheuen sich den Notarzt anzurufen, erkennen die Infarktsymptome nicht. Besonders Frauen haben dieses Problem. Denn immer noch gilt bei vielen:
Herzinfarkt ist Männersache. Das ist schon lange nicht mehr so. Auch bei Frauen sind Herz-Kreislauferkrankungen Todesursache Nummer eins. Und egal ob Mann oder Frau: wenn das Herz schlapp macht, zählt jede Minute.

Symptome
Gerät das Herz aus dem Takt, wird es ganz schnell dramatisch. Wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, kommt es zu maximalem körperlichem Stress. Normalerweise spüren die Betroffenen einen ausgeprägten Schmerz in der Brust verbunden mit einem Druck- und Engegefühl. Häufig strahlen die Schmerzen bis in den Arm aus. Besonders, wenn der Infarkt größer ist, leiden viele Patienten unter kalten Schweißausbrüchen und extremen Angstattacken. Bei Frauen können die Symptome anders aussehen:

Risikogruppe Frauen
Immer noch jeder dritte Mensch stirbt nach einem Infarkt, bevor der Arzt gezielt helfen kann. Bei Frauen ist dieses Risiko besonders hoch. Ein
Grund: Bei ihnen ist ein Infarkt oft schwieriger zu erkennen, weil sie andere Symptome haben als Männer. Frauen klagen häufig über starke Schmerzen im Oberbauch oder im Rücken. Sie fühlen sich müde und sind oft kurzatmig. Das führt dazu, dass Ärzte nicht immer sofort an einen Herzinfarkt denken. Zu hoher Blutdruck oder Lungenprobleme sind häufig die ersten Diagnosen in der Klinik – der Infarkt wird oft erst später erkannt – wertvolle Zeit geht verloren. Aber das liegt nicht nur an den Ärzten. Die meisten Frauen sind sich nicht bewusst, dass sie einen Herzinfarkt haben und kommen viel später in die Klinik als Männer.

Herzinfarkt auch „Frauensache“
Frauen müssen sich darüber klar sein, dass bei ihnen nach den Wechseljahren nicht Krebs, sondern Herzinfarkt und Schlaganfall die häufigsten Todesursachen sind. Deshalb der Rat: Wenn es eine familiäre Vorbelastung für einen Herzinfarkt gibt oder wenn Diabetes vorliegt, sollten auch Frauen ihre Herzleistung regelmäßig kontrollieren lassen.
Kommen noch Übergewicht und Bluthochdruck dazu, ist es ratsam regelmäßig ein Belastungs-EKG machen zu lassen. Dieser Rat gilt selbstverständlich auch für Männer.

Ursachen
Oft kommt der Herzinfarkt völlig überraschend - aber fast immer gibt es eine  Vorgeschichte. Viele Betroffene haben schon Jahre vorher nicht auf ihre Gesundheit geachtet: sie sind oft zu dick, bewegen sich zu wenig, essen zu fett, haben Bluthochdruck und was das Schlimmste ist: sie rauchen. Nikotin und Cholesterin greifen die Gefäßwände besonders stark an. Blutgerinnsel entstehen. Die Ader verstopft, der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Der Infarkt ist da. Je länger der Herzmuskel nicht durchblutet wird, desto größer ist das Risiko, dass Zellen endgültig absterben. Der Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Die „Golden Hour“ (Goldene Stunde)
Wer Symptome eines Infarktes hat, sollte sofort die Notrufnummer 112 wählen und sich in die Klinik fahren lassen. Kommt ein Herzinfarktpatient innerhalb von einer Stunde, der so genannten „Golden Hour“, auf einen Katheterplatz, kann das Absterben der Herzmuskulatur fast vollständig verhindert werden.

Lebensrettende Therapie
Die Katheter-Therapie nach einem Infarkt ist inzwischen in vielen Kliniken Alltagsgeschäft. Durch ein Kontrastmittel wird zunächst das Blutgerinnsel im Herzkranzgefäß lokalisiert. Von der Leiste aus wird dann der hauchdünne Katheter durch das Adersystem bis zur verstopften Stelle geschoben. Dort wird das Blutgerinnsel mit einem feinen Draht durchbohrt. Das verschlossene Gefäß wird dann mit einem Ballon aufgedehnt und es wird in der Regel eine Gefäßstütze eingesetzt, ein  so genannter Stent. Das Edelstahlröhrchen stützt die Ader und hält sie offen. Wer rechtzeitig diese Behandlung bekommt, hat gute Überlebenschancen. Über 90 Prozent der Patienten überstehen damit den Infarkt.

Informationen:
Die Deutsche Herzstiftung bietet u. a. einen Test an, mit dem das individuelle Herzinfarktrisiko abgeschätzt werden kann. Der Test ist kostenlos erhältlich

Anschrift:    Deutsche Herzstiftung
Vogtstraße 50; 60322 Frankfurt/Main
Telefon:   069/95 51 28 -0
Internet:    www.herzstiftung.de

Literatur-Tipp:
Die deutsche Herzstiftung hat auch ein Buch herausgegeben:
Herzerkrankungen, Der große Trias Ratgeber, Harald Klepzig 2002, Trias/Stuttgart, Preis:17.95€


admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 2.046
  • Geschlecht: Männlich
„Stress-Analyse“ zeigt Infarktrisiko an
« Antwort #1 am: 12. März 2011, 20:26 »
08.03.2011
   
   Mit Ultraschall Koronare Herzkrankheit beurteilen: „Stress-Analyse“ zeigt Infarktrisiko an

Mit der Stressechokardiografie können Kardiologen eine Koronare Herzkrankheit (KHK) feststellen und prüfen, wie stark die Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose verengt sind. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Herzfunktion und das individuelle Herzinfarktrisiko eines KHK-Patienten ziehen. Besonders wichtig ist diese Ultraschalluntersuchung bei Frauen und bei Menschen mit Diabetes, so die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Denn bei ihnen sind die Symptome häufig untypisch.

Bei der „Stressechokardiografie” bringt der Patient seinen Herzschlag auf einem Fahrradergometer auf Touren. Ist dies beispielsweise wegen Gelenkerkrankungen nicht möglich, kann der Arzt den Pulsschlag auch durch Medikamente oder einen Herzschrittmacher steigern. Während der Belastung führt der Arzt eine Ultraschalluntersuchung durch und beobachtet die Herztätigkeit auf dem Monitor. „An Veränderungen der Wandbewegungen können wir erkennen, ob Abschnitte des Herzmuskels nicht ausreichend mit Blut versorgt werden,” erläutert Dr. med. Ralph Stephan von Bardeleben, Oberarzt in der Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin, II. Medizinische Klinik und Poliklinik an der Universitätsmedizin Mainz. Die Ursache sind meistens Verengungen in den Herzkranzgefäßen. Im Unterschied zu einer Koronarangiografie kommt das „Stress-Echo” ohne Katheter und ohne Röntgenstrahlen aus.

Besonders wichtig ist das „Stress-Echo” bei Frauen und bei Menschen mit Diabetes mellitus: Bei Frauen werden Herzerkrankungen häufig erst spät erkannt. Bei Menschen mit Diabetes kommt es aufgrund einer blutzuckerbedingten Schädigung der Nerven, der diabetischen Neuropathie, häufig gar nicht zu sonst typischen Brustschmerzen. Anstelle dessen klagen die Patienten oft über Atemnot oder einen Leistungsknick.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Edi

  • intensiv Benutzer
  • ****
  • Beiträge: 399
  • Geschlecht: Männlich
Herzinfarkt: Ablagerungen steigern Risiko
« Antwort #2 am: 22. Juni 2011, 20:42 »

Angina pectoris: Ablagerungen steigern Infarktrisiko

Um ein gefährlich verengtes Herzkranzgefäß als Ursache und die Gefahr eines Herzinfarktes auszuschließen, nutzen vor allem amerikanische,
aber zunehmend auch deutsche Mediziner die nicht invasive Computer-Tomografie-Angiografie.

22.06.2011

In Deutschland erleiden jedes Jahr
etwa 280.000 Menschen einen
Herzinfarkt; © panthermedia.net /
Toni Anett Kuchinke

Doch die, abgekürzt CTA genannte Methode kann mehr, als nur die Existenz eines verengten Gefäßes auszuschließen. Mit ihr lassen sich auch die Ausmaße von arteriosklerotischen Ablagerungen („Plaques“) an den Innenwänden der Gefäße bestimmen. Mehr noch: Forscher des Klinikums der Universität München (LMU) haben jetzt nachgewiesen, „dass wir mit dieser Methode Aussagen über den künftigen Krankheitsverlauf der Angina-pectoris-Patienten treffen können“, wie Doktor Fabian Bamberg vom LMU-Institut für Klinische Radiologie erklärt.

Der Münchner Radiologe und seine Kollegen haben in einer so genannten Meta-Analyse die Ergebnisse von elf einschlägigen kleineren Studien mit mehr als 7.300 Patienten beleuchtet, deren Krankheitsverlauf nach einer CTA-Diagnose zwischen 14 und 78 Monaten verfolgt wurde. Die Forscher errechneten beispielsweise, ob und wie oft Angina-pectoris-Patienten mit bestimmten CTA-Befunden in der Folgezeit fatale Ereignisse erlitten – also einen Herzinfarkt bekamen oder an einer Herzerkrankung starben oder sich in ihrer Symptomatik erheblich verschlechterten, so dass sie ein Krankenhaus aufsuchen mussten.

Ergebnis: Zahl, Stärke und Ausmaß der Ablagerungen weisen auf ganz bestimmte Gefahren im Krankheitsverlauf hin. Mit nur einer Plaque in den Herzkranzarterien steigt das Risiko um das Viereinhalbfache, irgendwann im restlichen Leben ein fatales Ereignis zu erleiden. Mit jeder weiteren Plaque erhöht sich dieses Risiko kontinuierlich und erheblich um jeweils 23 Prozent.

Ein weiterer Punkt: Mit modernsten Computer-Tomografen „liegt die Strahlenbelastung einer CTA bei etwa einem Millisievert“, sagt Bamberg. Zum Vergleich: Die natürliche Strahlenbelastung eines Menschen pro Jahr beträgt etwa zweieinhalb Millisievert. So wird die CTA nach Ansicht des Münchner Radiologen, was einen Einsatz im klinischen Alltag betrifft, zunehmend konkurrenzfähig.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der Universität München
 

hilde

  • intensiv Benutzer
  • ****
  • Beiträge: 417
  • Geschlecht: Weiblich
Absetzen von Kardio-ASS steigert Herzinfarktrisiko
« Antwort #3 am: 20. Juli 2011, 20:49 »

Mittwoch, 20. Juli 2011

Absetzen von Kardio-ASS steigert Herzinfarktrisiko
Anm.: Absetzen des Zigarettenrauchens erhöht die Lebenserwartung deutlich


dpa
Madrid – Einmal Kardio-ASS, immer Kardio-ASS. Das Absetzen des Wirkstoffs geht einer Fall-Kontroll-Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2011; 343: d4094) zufolge mit einem Anstieg des Herzinfarktrisikos einher.

ASS ist kein Wundermittel. Wegen des Risikos von gastrointestinalen Blutungen sollte das Mittel zurückhaltend eingesetzt werden. Doch wenn einmal die Entscheidung zur Herzinfarktprävention gefallen ist, wird die Therapie soweit möglich lebenslang fortgesetzt.

Ein willkürliches Absetzen führt zu einer baldigen Erholung der Thrombozytenaggregation, was thrombotische Ereignisse in den Koronarien begünstigt. Das Risiko besteht nicht nur, wie durch zahlreiche randomisierte Studien belegt, bei Patienten mit einem Koronarstent, die neben ASS für eine Übergangszeit noch eine zweite antithrombozytäre Substanz (Clopidogrel) einnehmen müssen.

Auch Patienten ohne Stent, denen ASS zur Sekundärprävention nach Herzinfarkt verschrieben wird, haben nach dem Absetzen vermutlich ein erhöhtes Herzinfarktrisiko. Dies zeigt eine Untersuchung des Health Improvement Network. Diese Datenbank enthält die Daten von fast 7 Millionen britischer Patienten, darunter auch solche, denen nach einem koronaren Ereignis ASS verschrieben wurde.

Luis A García Rodríguez vom Forschungsinstitut CEIFE in Madrid hat die Daten von 1.222 Patienten der Datenbank ausgewertet, die einen Herzinfarkt erlitten. Die Recherchen ergaben, dass 12,2 Prozent in den 90 Tagen zuvor ASS abgesetzt hatten. In einer Kontrollgruppe von 5.000 Patienten, die keinen Herzinfarkt erlitten, hatten im gleichen Zeitraum 11 Prozent ASS abgesetzt.

Rodríguez errechnet ein um 63 Prozent erhöhtes Risiko (Rate Ratio 1,63; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,23-2,14) auf einen nicht tödlichen Herzinfarkt. Das Risiko auf den Composite aus tödlichem oder nicht tödlichen Herzinfarkt war ebenfalls signifikant erhöht (RR 1,43; 1,12-1,84), während für die Zahl der tödlichen Infarkte nur eine Tendenz gefunden wurde (RR 1,07; 0,67-1,69). Auf 1.000 Patienten, die Kardio-ASS entgegen der ärztlichen Empfehlung absetzen, kämen laut Rodríguez immerhin 4, die deswegen einen nichttödlichen Herzinfarkt erlitten.

Für den ............ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46694/Absetzen_von_Kardio-ASS_steigert_Herzinfarktrisiko.htm