Autor Thema: Psychotherapie - warum nicht für mich?  (Gelesen 2120 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Geri

  • intensiv Benutzer
  • ****
  • Beiträge: 441
  • Geschlecht: Männlich
Psychotherapie - warum nicht für mich?
« am: 01. November 2008, 18:34 »

Psychotherapie: Verschenkte Chancen

31.10.08 - Psychotherapie ist bei Depressionen oder Angststörungen kurzfristig mindestens so erfolgreich
wie medikamentöse Behandlung, langfristig sogar oft erfolgreicher.

Dennoch bekommen in Deutschland mehr als 80 Prozent der psychisch Kranken keine Psychotherapie.

Das betont Prof. Winfried Rief, Leiter der Marburger Psychotherapie-Ambulanz in einem Aufsatz,
der Ende November als Editorial der Zeitschrift "Verhaltenstherapie" erscheint. Der Psychologe
bezieht sich dabei auf aktuelle Ergebnisse aus Großbritannien.

Dass so wenige Patienten eine Psychotherapie bekommen, liegt unter anderem an den relativ langen Wartezeiten.
In Großbritannien zum Beispiel beträgt diese durchschnittlich 18 Monate.

Doch das soll sich ändern: Allein in den nächsten drei Jahren sollen 3.600 neue Psychotherapeuten
in das Gesundheitssystem integriert werden, die besonders darin geschult sind,
evidenzbasierte psychologische Behandlungen durchzuführen.

Das britische Gesundheitsministerium investiert in diesem Zeitraum Sondermittel in Höhe von
300 Millionen Englischen Pfund, das entspricht 450 Millionen Euro.

Nun hat das Ministerium erste Ergebnisse von Vorstudien über das Großprojekt berichtet. Sie stützen sich auf Untersuchungen mit 3.500 Patienten in den Regionen Newham und Doncaster. Dabei bestätigte sich, dass psychologische Therapien kosteneffizient sind: Mehr als die Hälfte der behandelten Personen konnte durch eine kurze Psychotherapie geheilt werden, weiteren geht es zumindest deutlich besser, und viele arbeitsunfähige oder zeitberentete Personen konnten wieder in den Arbeitsprozess integriert werden.

Bei frühem Therapiebeginn exzellente Chancen

Außerdem hat sich herausgestellt, dass die Behandlungen besser verlaufen, wenn die Betroffenen direkt zum Psychotherapeuten gehen können. Werden die Patienten durch den Hausarzt überwiesen, verzögert sich die Therapie. Hintergrund: Sofern die aktuelle Krankheit bei Behandlungsbeginn weniger als sechs Monate lang besteht, liegen die Heilungsraten bei über 70 Prozent. Bei einer Erkrankungsdauer von über vier Jahren hingegen wird nur noch etwa die Hälfte der Patienten geheilt.

Die Lage in Deutschland ist aus Sicht der Patienten kaum besser. Zwar beträgt die durchschnittliche Wartezeit auf eine Psychotherapie nur vier bis sechs Monate, aber auch dies hält Rief für "unerträglich lang".

Kürzere und effektivere Behandlung

Um die Versorgungssituation zu verbessern, sind Rief zufolge daher auch in Deutschland kürzere und effektivere psychologische Behandlungen notwendig, wie sie in England nun realisiert werden. Während dort die meisten Behandlungen nicht einmal 10 Therapiestunden umfassen, benötigt in Deutschland schon eine ambulante Kurzzeitpsychotherapie 30 Therapiesitzungen; die häufigeren Langzeittherapien dauern im Mittel 70 Stunden.

me / Quelle: Philipps-Universität Marburg

http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_neurologie_angststoerungen_psychotherapie_122545284059.htm

Alle Artikel zum Stichwort:
Psychotherapie
Angststörung
Depression

Verwandte Artikel:
Seelenheil – (un)bezahlbar
Panik: Wie die Eltern - so die Kinder?
Keine Freude, Schlafstörungen - Anzeichen einer Depression


Tanja

  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 637
  • Geschlecht: Weiblich
Psychotherapie - kostenfrei für mich?
« Antwort #1 am: 13. November 2008, 14:17 »
Kostenfreies psychotherapeutisches Seminar für Bedürftige
Utl.: Studien zeigen: Jeder Mensch hat psychische Probleme.


Wien (OTS) - Eine Umfrage des Beratungs-Institutes Ecoforma unter
873 Personen hat ergeben, dass jeder der Befragten zumindest manchmal
unter psychischen Problemen wie Nervosität, Unruhe, Frust, Sorgen,
Ängste, Angespanntheit, Schlafstörungen oder Verstimmungen leidet.

   Die Studie 'Psychische Störungen in Deutschland und Europa' zeigt:
Im Laufe eines jeden Jahres erleiden 27% der EU-Bevölkerung
mindestens eine psychische Störung.

   Zwei Drittel aller psychischen Störungen bleiben völlig
unbehandelt, ca. 26% aller Betroffenen erhalten irgendeine
Behandlung, noch viel weniger eine adäquate Therapie. Dabei können
moderne psychotherapeutische Methoden bei vielen psychischen
Problemen eine zuverlässige Hilfe bieten - und damit viel Leid und
die enormen wirtschaftlichen Folgekosten mindern.

   Dr. Karl Kriechbaum, Psychologe und Psychotherapeut, bietet ab 19.
November in seiner Wiener Praxis ein therapeutisches Seminar an. Die
Inhalte: psychische Probleme wie Druck, Stress, Angespanntheit,
negatives Denken, Ängste, Panikattacken, Jobprobleme,
Orientierungslosigkeit, Hilflosigkeit, Depressionen, Selbstwert- und
Beziehungsprobleme sowie Autogene Meditation, eine der
erfolgreichsten Entspannungs-Methoden, und
Programm-Kontroll-Therapie, laut einer US-Arbeit die am schnellsten
wirkende Therapie-Methode. Vorweg ist ein Online-Problem-Beschreibung
als Basis für die Entwicklung des Therapie-Programms möglich.
Die Seminargebühr beträgt 178.-. Für Studenten und Arbeitslose 89.-,
für sozial Bedürftige mit Krankenkassenzuschuss kostenfrei.

Näheres: www.kriechbaum.eu

Rückfragehinweis:
   Praxis Dr. Kriechbaum
   Tel.: +43 1 505 17 78, E-Mail: office@kriechbaum.eu


Werner

  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 633
  • Geschlecht: Männlich
Re: Psychotherapie - warum nicht für mich?
« Antwort #2 am: 27. November 2008, 17:39 »
27.11.2008
   
Gesundheitspolitik   
   
   Kosten und Nutzen der Psychotherapie: Schlechte Versorgungslage und hohe Kosten mangels Therapie

Die schlechte Versorgungslage mit psychotherapeutischen Leistungen führt zu unnötigem Leid der betroffenen Patienten mangels ausreichender Therapie und hohen volkswirtschaftlichen Schäden, betonte der Dipl.-Psych. Hans-Jochen Weidhaas heute in Berlin bei der Vorstellung neuer aktueller Daten zu Kosten und Nutzen psychotherapeutischer Therapien.


Dabei nehmen psychische Erkrankungen in Deutschland deutlich zu und sind die Hauptgründe für längere Arbeitsunfähigkeitszeiten und vor allen Dingen für Frühberentungen, betonte der
http://www.journalmed.de/newsview.php?id=23791

Dietmar E.

  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.797
  • Geschlecht: Männlich
Re: Psychotherapie - warum nicht für mich?
« Antwort #3 am: 28. November 2008, 10:13 »

 Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie / 24.11.2008 

Menschen mit psychischen Problemen brauchen Hilfe durch Psychotherapie - Vage Absichtserklärungen reichen nicht!

Anmerkung: Wir Krebspatienten fordern Psychotherapie auf Krankenschen,
aber ohne "wenn und aber"!


   Wien (OTS) - Große Versprechungen in Wahlkampfzeiten und zwar von
allen politischen Parteien! Und nun ist es um die
Psychotherapie-Finanzierung wieder gespenstisch still. Die
Regierungsverhandlungen schreiten fort, aber von einer
Psychotherapiereform ist nichts zu hören.

   Das Parlament beschloss 1992 Psychotherapie auf Krankenschein. Der
Beschluss ist bis heute nicht umgesetzt. Die Kassen sind spätestens
seit 2000 nicht mehr bereit, über einen Gesamtvertrag zu verhandeln.
Nur wenn klare Aufträge aus der Politik erfolgen, wird sich an diesem
Stillstand etwas ändern können.

   Rund 50.000 Personen sind derzeit in Psychotherapie. Die Hälfte
dieser Personen zahlt Psychotherapie privat und bekommt dafür den
seit 1992 eingefrorenen Zuschuss von 21,80 Euro. Psychotherapie
kostet aber pro Behandlung etwa 70 Euro (Anm.: und mehr!).

   Die Anzahl der PatientInnen stagniert seit einigen Jahren, weil
viele sich Psychotherapie nicht leisten können. Menschliche Tragödien
und materieller volkswirtschaftlicher Schaden sind die Folge.

Psychische Krankheiten nehmen zu

   Die WHO geht davon aus, dass Depressionen bis zum Jahr 2020 zur
Volkskrankheit Nummer eins werden. Psychische Erkrankungen stehen
schon heute als Ursache für Krankenstandstage an erster und bei
Frühpensionierungen an zweiter Stelle. Sie sind ein enormer
volkswirtschaftlicher Kostenfaktor.

   Zunehmender psychosozialer Stress am Arbeitsplatz, in den Familien
und in der Gesellschaft führen zu ansteigenden psychischen Störungen,
vor allem Depressionen, Angststörungen, Somatisierungsstörungen,
Suchterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen.

Psychotherapie ist wirksam und treffsicher

   Psychotherapie ist finanziell besonders treffsicher und kann
kostenintensive Chronifizierungen, Krisen und die Risiken
körperlicher Folgeerkrankungen verhindern oder abschwächen.

Behandlung mit Medikamenten nimmt schon bei ganz jungen Kindern enorm
zu

   Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger präsentierte
unlängst bei einer Tagung alarmierende Fakten. Der
Psychopharmaka-Konsum steigt enorm an, und das sogar bei Kindern im
Altern zwischen 5 und 8 Jahren. Gerade bei psychischen Problemen von
jungen Kindern könnte stattdessen mit Psychotherapie rasch und sehr
wirkungsvoll geholfen werden!

Psychotherapie auf Kassenkosten muss wieder warten?

   Der ÖBVP hat für die Koalitionsverhandlungen ein neues
Gesamtvertragskonzept vorgelegt, das sehr treffsicher und effizient
sein könnte! Das haben sogar KassenvertreterInnen zugestanden. 

Unser Konzept für die Psychotherapie-Bedürftigen


 -  Der Ausbau der psychotherapeutischen Versorgung soll weiteren
    30.000 PatientInnen zugute kommen, so dass sofort 82.000
    PatientInnen Psychotherapie in Anspruch nehmen können. Das ist
    etwa 1 % der Bevölkerung. Der Bedarf liegt mindestens doppelt so
    hoch, deshalb ist ein stufenweiser Ausbau geplant.

 -  Psychotherapie auf Kassenkosten für alle, die unter besonders
    starken Beeinträchtigungen leiden (Qualifizierte Diagnostik nach
    DSM-IV).

 -  80 Prozent Rückerstattung vom Vertragstarif, das sind etwa 45
    Euro pro Stunde, für alle, die von WahlpsychotherapeutInnen
    behandelt werden.

 -  50 Prozent Psychotherapie mit Kostenerstattung und 50 Prozent
    vollfinanzierte Psychotherapie erfordern nach diesem Konzept die
    Bereitstellung von weiteren 40 Millionen Euro für die
    Psychotherapie. Das wären insgesamt Ausgaben für die
    Psychotherapie in der Höhe von 85 Mill. Euro. Das sind nur 0,5
    Prozent der Gesundheitsausgaben in Österreich. (Vergleichsweise
    hat Deutschland 10 Mal so viele Einwohner wie Österreich und
    gibt 20 Mal so viel für Psychotherapie aus!)

Psychisch Kranke weiterhin diskriminiert und benachteiligt?

   Die Kassen haben neue rechtliche Konstruktionen eingeführt, die
sogenannten Vereinslösungen, die das ASVG umgehen, und damit die
Rechte der psychisch kranken BeitragszahlerInnen auf Psychotherapie
einschränken. Die kontingentierten vollfinanzierten
Psychotherapiestunden sind viel zu wenig und decken nur einen
Bruchteil des tatsächlichen Bedarfs ab.

   Die Kassen reden sich aber darauf aus, sie würden die
"Sachleistungsvorsorge" ohnehin ausbauen. Dass noch sehr viel mehr
Menschen Psychotherapie dringend brauchen und die Hälfte der
PatientInnen tief in die eigene Tasche greifen muss, wird dabei
einfach ignoriert. 

   Das Thema Psychotherapie darf nun nicht mehr länger zwischen den
Krankenkassen und den politischen EntscheidungsträgerInnen auf die
lange Bank geschoben werden! Die Regierungsverhandlungen sind die
große Chance, die Psychotherapie in Österreich zum Wohl der
PatientInnen konkret zu regeln.

   Nach 17 Jahren provisorischer Versorgung und Stillstand werden die
PatientInnen nicht länger warten. Der Berufsverband der
PsychotherapeutInnen wird die psychisch Kranken unterstützen, damit
sie zu ihrem Recht auf leistbare psychotherapeutische Behandlung
kommen.

Rückfragehinweis:
   Dr. Eva Mückstein
   ÖBVP-Präsidentin
   0676 6004676
   eva.mueckstein@aon.at

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0003    2008-11-24/07:00
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 2.046
  • Geschlecht: Männlich
Job hilft bei psycischen Problemen
« Antwort #4 am: 30. Juni 2009, 00:41 »
 
 
REiNTEGRA / 29.06.2009 / 09:08 / OTS0031 5 CI 0246 NEF0004 WI
   
2009 sprunghafter Anstieg an Beratung für psychische Erkrankungen
Utl.: REiNTEGRA Studie zur Bedeutung von Arbeit für psychische Stabilität
und soziale Integration


Wien (OTS) - Die Nachfrage nach offenen Stellen bei REiNTEGRA
steigt seit Gründung vor rund 30 Jahren kontinuierlich. Seit Beginn
des Jahres 2009 verzeichnet das gemeinnützigen Unternehmen, das
psychisch erkrankten Menschen, mit geringen Chancen auf
Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt die Möglichkeit zu einer
sinnvollen Betätigung bietet, jedoch einen sprunghaften Anstieg der
Nachfrage nach offenen Stellen und Beratungsgesprächen.

Die Stadt
Wien, für die Finanzierung von REiNTEGRA verantwortlich, hat eine
Ausweitung des Angebotes ermöglicht. Der durch die Wirtschaftskrise
verursachte Anstieg der Arbeitslosigkeit hat seinen Höhepunkt jedoch
noch nicht erreicht. Deren Auswirkungen betreffen zunächst Personen,
deren
Wettbewerbsfähigkeit am Arbeitsmarkt ohnehin geringer ist, wie etwa
Menschen mit geringer Qualifikation oder psychischen
Beeinträchtigungen.

Doch auch für Gesunde besteht die Gefahr, durch
erhöhten Arbeitsdruck und die Angst vor Jobverlust, psychisch
überfordert zu werden, was im Extremfall auch den Ausbruch einer
psychiatrischen Erkrankung hervorrufen kann. Verlust der Arbeit
bedeutet mehr als "nur" Verlust des Einkommens. Erstmals wird diese
These durch eine Langzeitstudie erforscht, an der rund 170 betreute
MitarbeiterInnen von REiNTEGRA teilnehmen.

"Erste Ergebnisse weisen
eindrucksvoll darauf hin, dass der sinnstiftende Aspekt einer
regelmäßigen Betätigung zu einer höheren psychischen Stabilität,
geringerer Häufigkeit stationärer Aufnahmen und einer Verbesserung
der sozialen Integration führt", so Mag. Stefan Brinskele,
Geschäftsführer von REiNTEGRA und Psychotherapeut. Und das gilt auch
für Menschen ohne psychiatrische Erkrankung.

Rückfragehinweis:
   COMUNICA public relations
   Johanna Lilgenau
   +43 1 99715751
   +4369910761866
   mailto:office@comunica.at


Dietmar E.

  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.797
  • Geschlecht: Männlich
Psychotherapie - warum nicht für mich?
« Antwort #5 am: 08. August 2009, 21:42 »
@ Hallo Christoph, danke für deine Nachricht!

Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen und die meisten mit Infos wissen das auch:
www.krebspatient.at, aber auch Chirurgenkongress vor 5 Wochen, Psychoonkologiekongress vor 3 Wochen,
Onkologiekongress Vorgestern/gestern.

Nur was geschieht?

Wir fordern:

1) Ganzheitliche Betrachtung des Krebspatienten und Einbindung seines Umfeldes, unter Berücksichtigung aller Krankheiten.

2) Fachübergreifende Kommunikation der Ärzte untereinander, z. B. Urologe, Internist, Strahlen- und Chemotherapeuth, Onkologe, Komplementärmediziner, Psychologe, z. B. bei einer Prostatektomie oder Blasenentfernung (bis zu 8 Std. Operation, zusätzlich hohes Risiko anschließender Inkontinenz und Impotenz).

3) Besprechung von Therapiemöglichkeiten, möglichst auf einer Augenhöhe mit dem Krebspatienten. Arzt soll dabei keine Unsicherheit haben; Gesprächsausweichung, Schönfärbung ist nicht gewünscht. Patient muss positiv auf seine Therapie eingestellt sein, so z. B. mit der Ernährungsumstellung und Komplementärmedizin beginnen.

4) Die Patientengespräche sollen wahrhaftig sein, dem Patienten Hoffnung auf Gesundung geben, den Krebspatienten keine Angst machen sondern zum Mittun motivieren.

5) Zweitbefundung

6) Sofortige Psychotherapie auf Krankenschein, und DAS bitte auf die 1. Stelle reihen!
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 2.046
  • Geschlecht: Männlich
Psychotherapie - warum nicht für mich?
« Antwort #6 am: 10. Oktober 2010, 11:50 »
Psychiatrie: Versorgungsdefizite im niedergelassenen Bereich
Utl.: Ärztekammer: Mehr Kassenstellen und Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen =

   Wien (OTS) - Mehr Kassenstellen für Psychiatrie, die Forcierung
der fachärztlichen und medizinischen Psychotherapie sowie
flächendeckender Ausbau der Versorgung psychisch kranker Kinder und
Jugendlicher: Im Bereich der psychischen Gesundheit besteht nach
Ansicht des Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK),
Walter Dorner, eine gravierende Minderversorgung. "Die Situation ist
mehr als prekär, vor allem im niedergelassenen Bereich ist die
Versorgung für Patienten jeder Altersstufe Besorgnis erregend
gering", skizzierte Dorner die Situation der Psychiatrie und
medizinischen Psychotherapie am Freitag in einer Aussendung.  

Allein in der Kinder- und Jugendpsychiatrie würden österreichweit 100
Kassenstellen benötigt, so Dorner. "In Wien haben Ärztekammer und
Gebietskrankenkasse einen ersten Schritt getan, um diese Situation zu
ändern: Im Rahmen eines zweijährigen Pilotprojekts wird es erstmals
einen Kostenzuschuss im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie
geben", betonte der Präsident. Langfristiges Ziel sei es,
Kassenverträge an Kinder- und Jugendpsychiater zu vergeben. Aber auch
um die erwachsenen Patienten müssten sich die Kassen vermehrt
kümmern. Dorner: "Derzeit wenden die Krankenkassen nur einen
Bruchteil ihres Budgets für die Behandlung psychischer Erkrankungen
auf. Die finanzielle Hauptlast ruht vor allem im Bereich der
Psychotherapie auf den Schultern der Patientinnen und Patienten." Die
mangelnde Unterstützung seitens der Krankenkassen würde auch nicht
zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen beitragen, sagte
Dorner.

Ähnlich sieht das Bettina Fink, Obfrau der Fachgruppe Psychiatrie und
Psychotherapeutische Medizin: "Im niedergelassenen Bereich fehlen bei
fast allen Krankenkassen differenzierte Leistungspositionen für das
psychiatrische Gespräch. Dadurch wird die
psychiatrische/psychotherapeutische Behandlung de facto entwertet."
Zudem fehle es zunehmend an Fachärztinnen und -ärzten, in manchen
Regionen sei die Versorgungslage geradezu dramatisch, warnte Fink.
Die Ursachen dafür sieht sie einerseits in dem Umstand, dass die
Umsetzung der notwendigen Reform der Facharzt-Ausbildung von Seiten
der Politik behindert wurde. Andererseits sei auch der
Versorgungsbedarf durch die Zunahme psychischer Störungen enorm
gestiegen.

Allein im Vorjahr seien mehr als 65.000 Krankenstandsfälle auf
psychische Erkrankungen zurückzuführen gewesen. Neben Herz- und
Gefäßerkrankungen sowie rheumatischen Krankheitsbildern seien
psychische Krankheiten mittlerweile hauptverantwortlich für
Frühpensionierungen. Fink: "Hier rechtzeitig eine gute Versorgung und
Behandlung zu gewährleisten, würde die Zahl der vorzeitigen
Pensionierungen deutlich senken." Schließlich sei es auch unbedingt
notwendig, psychischen Erkrankungen ihr Stigma zu nehmen. Der Besuch
beim Psychiater oder medizinischen Psychotherapeuten dürfe kein Tabu
mehr sein, schloss Fink. (sl)

Rückfragehinweis:
   Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
   Mag. Martin Stickler
   Tel.: (++43-1) 513 18 33 - 14 DW
« Letzte Änderung: 10. Oktober 2010, 11:51 von admin »

Jutta

  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 725
  • Geschlecht: Weiblich
OÖ.GKK und die Psychotherapie
« Antwort #7 am: 29. November 2010, 20:02 »
45/2010
D/ÖA schm

Aktuelle Studie bestätigt hohe Qualität der Psychotherapie-Versorgung

Psychotherapie auf e-card

Eine aktuelle Studie des Instituts Jaksch & Partner bestätigt die hohe Qualität der psychotherapeutischen Versorgung, die der Verein für Prophylaktische Gesundheitsarbeit (PGA) im Auftrag der OÖGKK anbietet.
Im Jahr 2009 stellte die OÖGKK ihren Versicherten über 77.000 Stunden an Therapie „auf e-Card“ zur Verfügung, zehn Prozent mehr als im Jahr davor. Bei diesem Modell führen Therapeuten, die für den PGA oder die oö. Gesellschaft für Psychotherapie (OÖGP) arbeiten, die Therapie durch.
Um den Versicherten eine möglichst umfassende und sozial verträgliche Versorgung mit Psychotherapie zur Verfügung zu stellen, haben die Krankenkassen mehrere Zugangslösungen entwickelt. So kann Psychotherapie in allen Bundesländern bei Vertragsärzten in Anspruch genommen werden, wenn diese eine entsprechende Zusatzqualifikation haben. GKK-eigene Einrichtungen ergänzen dieses Angebot. Die größte Versorgungswirkung wird aber mit den so genannten „Vereinsmodellen“ erzielt. Dabei
schließen die Kassen Verträge mit Organisationen, die für die Patienten die Therapie als sogenannte Sachleistung, also ohne private Kostenbelastung, erbringen.
Die OÖGKK hat mit dem PGA und mit der OÖ Gesellschaft für Psychotherapie (OÖGP) derartige Verträge abgeschlossen. Ingesamt standen den Versicherten im Vorjahr 77.000 Stunden an Psychotherapie zur Verfügung — und das ohne private Kostenbelastung. Das entsprechende Budget der OÖGKK ist mit 3,5 Millionen Euro dreimal so hoch wie noch 2003. Ergänzt wird diese Versorgungslösung durch kleinere Kooperationen mit Vereinen, etwa wenn es um die Betreuung traumatisierter Personen geht. Parallel zum Ausbau der Psychotherapie-Versorgung wurden auch die Facharztstellen für Psychiatrie seit 2002 um zehn auf aktuell 18 Stellen aufgestockt.
Eine 2010 eingerichtete Clearingstelle soll die psychotherapeutische Behandlung für psychisch kranke Menschen zielsicher und ohne unnötige Wartezeit ermöglichen. In der Clearingstelle arbeiten zwei erfahrene Psychotherapeuten oder -therapeutinnen. Aufgabe der neuen Clearingstelle ist es, Indikationen zur Psychotherapie festzustellen und die Behandlung am kürzesten Weg zu vermitteln.
Neben diesen Modellen steht den Patienten auch die Psychotherapie-Behandlung bei Wahltherapeuten zur Verfügung. Hier wird ein österreichweit fixierter Kostenzuschuss von 21,80 Euro je Sitzungsstunde geleistet.
Fokus auf Prävention
Der Bedarf an Psychotherapie steigt und von einer Vollversorgung kann in Österreich noch nicht gesprochen werden. Die OÖGKK setzt daher auch auf die Prävention von psychischen Erkrankungen und leistet in diesem Bereich Pionierarbeit. Die OÖGKK vertritt die Republik Österreich im EU-weiten Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und übernimmt die zentrale Koordination im österreichweiten Netzwerk. Gerade in der BGF liegt noch sehr viel Potenzial, wenn es um die mentale Gesundheit der Arbeitnehmer geht. Daher hat die OÖGKK auch die europaweite Kampagne „work. In tune with life“ in Österreich stark
3
vorangetrieben. Durch offensive Kommunikation ist es gelungen, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Bedeutung des Arbeitsplatzes für die Erhaltung der psychischen Gesundheit hinzulenken — Stichwort „Burn-Out“. Psychische Erkrankungen sind inzwischen die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeitspensionen bei Angestellten, sie verursachten 2009 österreichweit über 2,4 Millionen Krankenstandstage und liegen damit nach Erkrankungen von Skelett/Bewegungsapparat und nach Erkältungen bereits auf dem dritten Rang aller Krankenstandsursachen.
Neue Angebote für Unternehmen
Begleitend zu dieser Bewusstseinsarbeit und zum Ausbau der Versorgungsangebote werden derzeit Angebote für Unternehmen entwickelt, die nachhaltig ihre Mitarbeiter vor Burn-Out und anderen psychischen Erkrankungen schützen wollen.
PGA: 34 Standorte in ganz OÖ, 104 Therapeuten, 41.640 Therapiestunden
Seit 1. November 1995 führt der PGA im Auftrag der ÖOGKK Psychotherapie in Oberösterreich durch. In 34 Außenstellen in ganz OÖ praktizieren 104 Psychotherapeutinnen und begleiten dabei Menschen mit insgesamt 41.640 Therapiestunden durch eine schwierige Lebensphase.
Die Betroffenen stehen in ihrem Leben an einem Punkt, wo sie - meist zum ersten Mal - professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, weil sie psychisch krank geworden sind. Häufig kommen sie mit einer momentanen Überforderung in ihrem Leben nicht mehr klar.
Ein Klient der Psychotherapie bekommt eine ganz besondere Leistung des Gesundheitssystems. Er oder sie wird dahingehend begleitet, sich den Problemen zu stellen, Erkenntnisse zu gewinnen und letztlich selbst dafür zu sorgen, die Probleme zu lösen. Es geht um das Erkennen der Eigenverantwortung und der eigenen Umsetzung korrigierter Sichtweisen.
In einem so sensiblen Themenbereich wie der Psychotherapie ist es daher besonders wichtig, sich an der Zufriedenheit der Klienten zu orientieren. Der PGA hat daher das Institut für statistische Analysen Jaksch & Partner beauftragt, die Qualität des Versorgungsangebotes zu
4
überprüfen. Dabei wurden nicht nur die Rahmenbedingungen abgefragt, sondern auch das Setting und die Beziehung zur Therapeutin beleuchtet. Denn es ist durch zahlreiche Studien sehr gut belegt, dass die Beziehung zwischen Klient und Therapeut der wesentliche Wirkungsfaktor für den Erfolg der Therapie ist — und damit weitaus bedeutsamer als die gewählte Therapie-Methode.
Die Ergebnisse der PGA-Psychotherapie Zufriedenheitsanalyse
Die meisten (31 Prozent) an der Befragung teilnehmenden Patienten wurden durch ihre Ärzte auf die Psychotherapie des PGA aufmerksam gemacht. Auffallend groß ist ebenfalls jene Gruppe von Patienten, die durch ihr soziales Umfeld (Freunde und Bekannte) auf den PGA mit seinen Hilfestellungen hingewiesen wurden.
Wartezeit auf einen Therapieplatz
40 Prozent der Befragten konnte ein Psychotherapieplatz innerhalb von drei Monaten zugewiesen werden. Länger als ein halbes Jahr mussten 26 Prozent, und mehr als ein Jahr mussten sechs Prozent auf eine Betreuung seitens des PGA warten.
Teilnahme an der Gruppentherapie
Für rund ein Drittel der Patienten ist es grundsätzlich vorstellbar, bis zur Zuweisung eines Einzeltherapieplatzes an Gruppentherapiesitzungen teilzunehmen, wobei Frauen diesbezüglich eine größere Bereitschaft aufweisen als Männer. Auch zeigen die vorliegenden Studienergebnisse, dass diese „Überbrückungsvariante“ mit zunehmenden Einkommen der Patienten an Attraktivität verliert. Generell wäre es auch nur für ein knappes Fünftel der Befragten vorstellbar, statt an einer Einzeltherapie, an einer Gruppentherapie teilzunehmen. Ältere Patienten (über 65 Jahre) sind diesbezüglich offener. Dies gilt auch für jene Patienten, die länger auf ihren Therapieplatz warten mussten.
Nutzen der Therapie
Jeder zweite Patient hat aufgrund der Psychotherapie beim PGA den behandelnden Arzt weniger häufiger konsultiert, als vor der Therapie. Besonders stark haben die Arztbesuche bei älteren Patienten (über 65 Jahre) abgenommen. Sieben von zehn Personen geben überdies an, dass aufgrund der Therapie beim PGA die Krankenhausaufenthalte weniger geworden
ü
sind. Marginal weniger, 68 Prozent, sehen diesen Zusammenhang auch bei den Krankenständen gegeben. Des Weiteren kann der statistische Befund getroffen werden, dass mit einer steigenden Anzahl von Therapiestunden, der Nutzen der Therapie, gemessen an den Arztbesuchen, den Krankenhausaufenthalten, sowie den Krankenständen, deutlich steigt. Bei 67 Prozent der an der Befragung teilnehmenden Patienten kam es durch den Besuch der PGA-Therapie zu einer Steigerung ihrer Problembewältigungskompetenz. Und auch bei diesem Punkt zeigt sich das Phänomen, dass mit der Dauer der Therapie diese Kompetenz deutlich verbessert werden kann. Drei Viertel der Befragten erwarten vom weiteren Verlauf ihrer Therapie, dass sich ihr Gesundheitszustand weiter verbessert. Das unterstreicht, dass die Patienten der Therapie einen hohen Nutzen beimessen.
Zufriedenheit mit der Therapie
Die sehr hohe Zufriedenheit der Patienten mit den Psychotherapeuten des PGA spiegelt sich insbesondere bei den Fragen (1) erneutes Aufsuchen im Bedarfsfall und (2) Weiterempfehlung des Therapeuten wider. So geben neun von zehn Patienten an, dass sie ihren Psychotherapeuten wieder konsultieren, wenn sie professionelle Hilfe benötigen, und 84 Prozent können ihn bedenkenlos im sozialen Umfeld weiterempfehlen. Diese Weiterempfehlungsquote ist deshalb so aussagekräftig, weil sie eine moralische Dimension inkludiert und ebenfalls das psychologische Phänomen der Positivierung bei Zufriedenheitseinstellungen ausschließt. Daher verwundert es nicht, dass bei über 95 Prozent der Patienten die Therapie ihren Erwartungen und Hoffnungen, die sie vor der Therapie an diese stellen und hatten, entspricht. Dieser Deckungsgrad nimmt mit Zunahme der Therapiestunden merklich zu.
Beurteilung der „Dienstleistungsqualität“ des PGA
In dieser Studie wurde auch die „Dienstleistungsqualität“ des PGA evaluiert. Daher wurde ein „Blue-Print“ der Therapie entwickelt, der die einzelnen Phasen der Therapie zum Inhalt hat. Dabei kann der globale Befund getroffen werden, dass die Qualität der Therapie von den Patienten auf einem sehr hohen Niveau gesehen wird. Geringe Defizite attestieren die Patienten lediglich bei folgenden Punkten: Wartezeit auf einen Therapieplatz, Informationen ber die Therapie (Inhalt, Wirkung, Diagnose ...), telefonische Erreichbarkeit des PGA.

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 2.046
  • Geschlecht: Männlich

Über diesen "Titel" gibt es im Forum einige Beiträge,
auch einiges für und wider.

Infos bzw. Erreichbarkeit DIESES Bereitschaftsdienstes für WienerInnen:

Mo., Mi., Do. 15 - 18 Uhr: 3672222 - www.ptbd.at

Evi

  • intensiv Benutzer
  • ****
  • Beiträge: 398
  • Geschlecht: Weiblich
Psychotherapie - 20 Jahre Stillstand
« Antwort #9 am: 20. Januar 2012, 22:43 »


20 Jahre Stillstand
Utl.: Trotz ASVG-Novelle vor 20 Jahren ist psychische Versorgung mangelhaft =

   Wien (OTS) - Obwohl jeder Vierte im Lebensverlauf mindestens
einmal psychisch erkrankt, sind psychisch Kranke weiterhin schwer
benachteiligt

   Eine seelische Erkrankung ist demnach normal wie eine Grippe. 1992
wurde die psychotherapeutische Behandlung mit der 50. Novelle des
ASVG (Allgemeines Sozialversicherungsgesetz) in den Leistungskatalog
der sozialen Krankenversicherung aufgenommen und der ärztlichen
Tätigkeit gleichgestellt. Bislang ist dieses Versicherten-Recht auf
kassenrefundierte Psychotherapie von den Kassen noch immer nicht
umgesetzt. Präventivmaßnahmen und die zusätzlich hochwirksame
psychotherapeutische Diagnose, Behandlung und Nachsorge werden für
psychisch Kranke nicht oder nicht ausreichend finanziert.

Unterlassene Hilfeleistung für mindestens 110.000 Versicherte in
Österreich:

   Kostenzuschuss seit 1992 nicht indexiert und nicht erhöht
Das Angebot an Psychotherapie auf Krankenschein ist in Österreich
kontingentiert und regional sehr uneinheitlich. Der Zuschuss zur
Psychotherapie wurde von den Krankenkassen seit 1992 weder
wertangepasst noch erhöht. Damit verursachen die Kassen eine für
PatientInnen unüberschaubare Versorgungslandschaft und verunmöglichen
die Behandlung für viele psychisch Kranke.

   Die jüngste Studie des Hauptverbandes der
Sozialversicherungsträger bestätigt: 65.000 Personen sind in
Psychotherapie, davon nur 35.0000 kassenfinanziert. 30.000 Personen
erhalten bloß einen Kostenzuschuss in der Höhe von 21,80 Euro und
leisten einen hohen Selbstbehalt von 60 Euro und mehr.
Der Versorgungsgrad für Psychotherapie liegt in Österreich bei
beschämenden 0,8 % der Bevölkerung. Schaut man im Vergleich dazu in
die deutschsprachigen Nachbarländer - rund 2,5 Prozent der
Bevölkerung erhalten vollfinanzierte Psychotherapie. Die Statistik
vermutet in Österreich mindestens 170.000 Behandlungswillige (2,1 %),
der Bedarf an Psychotherapie ist also mindestens drei Mal so hoch wie
das vorhandene Angebote. 

52 % der ZuschusspatientInnen haben kein Einkommen oder eines unter
500 Euro

   Dieser Prozentsatz eines Befunds der Oberösterreichischen
Gebietskrankenkasse bestätigt: Psychisch kranke Menschen sind in
besonders hohem Ausmaß von leistungsmäßiger Verelendung -
Arbeitslosigkeit, Invaliditätspension, Armut, Wohnungslosigkeit -
betroffen. Dazu leiden psychisch Kranke unter Missbrauchsmythen und
kollektiver Entwertung. Noch immer trifft sie der Vorwurf der
Wehleidigkeit, des Simulanten- und des Schmarotzertums.

Sozialversicherung: "In den letzten Jahre außergewöhnlicher Anstieg
bei psychischen Erkrankungen"

   900.000 ÖsterreicherInnen sind im Laufe eines Jahres wegen
psychischer Probleme in Behandlung, 840.000 von ihnen erhalten
Psychopharmaka, das ist ein Anstieg von Verschreibungen um 17 Prozent
innerhalb von 2 Jahren. 78.000 Personen sind wegen psychischer
Diagnosen im Krankenstand, Anstieg um 22 %.

46,8 Mio. für Psychotherapie und 250 Mio. für Psychopharmaka im Jahr
2009

   Wenn man sich fragt, woher das Geld für die Psychotherapie kommen
soll, muss man z.B. nach Deutschland schauen. Während dort die
Behandlung mit Psychopharmaka kritisch betrachtet und mittels
Versorgungsleitlinien z. B. für Depression geregelt ist, behauptet
man in Österreich, den boomenden Psychopharmakakonsum nicht in den
Griff bekommen zu können. Dazu einige erhellende wissenschaftliche
Ergebnisse: Bei leichten Depressionen wirken Antidepressiva nicht
besser als ein Placebo, bei mittelgradigen und schweren Depressionen
sind Psychopharmaka nur bei etwa 30 Prozent der PatientInnen wirksam.
Im Gegensatz dazu ist Psychotherapie bei allen PatientInnen
hochwirksam, sofern die Behandlungsmotivation gegeben ist.

Rückfragehinweis:

~
   Dr.in Eva Mückstein, Präsidentin ÖBVP
   T: 0676/600 46 76, E: eva.mueckstein@aon.at
   
   Mag.a Barbara Zsivkovits, Presse & PR ÖBVP
   T: 01/512 70 90.23, E: oebvp.zsivkovits@psychotherapie.at   
   
   www.psychotherapie.at