Autor Thema: Chemo bei BK  (Gelesen 2401 mal)

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christina62

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Chemo bei BK
« am: 07. Mai 2007, 20:32 »
Eine Chemotherapie bei Brustkrebs dient dazu, verbleibende Tumorreste oder Mikrometastasen nach erfolgreicher Operation zu vernichten . Bei der Chemotherapie werden verschiedene Zellgifte eingesetzt,  dieTumorzellen zum Absterben zu  bringen,denn Zellgifte wirken dann besonders gut. Diese Zellgifte bezeichnet man auch als Zytostatika. Chemo  wirkt hauptsächlich gegen Zellen, die sich rasch und häufig teilen.
Leider werden auch schnell teilende gesunde Körperzellen angegriffen.Dazu gehören Schleimhaut-, Haarwurzel-, Keimdrüsen- und Knochenmarkzellen.

Die bekannten Nebenwirkungen

Sehr unangenehm und seelisch belastend, aber gesundheitlich wenig bedenklich sind Haarausfall, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und leichter Durchfall. Sie verschwinden wieder, sobald die Medikamente abgesetzt werden.

lg Christina
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Gerlinde31

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Chemo bei BK
« Antwort #1 am: 22. Mai 2007, 09:30 »
Hallo liebe Christina!

So jetzt nehm ich mir endlich die Zeit und wühle mich durch die Themen durch!

Leider ist es schon so (was Dir sicherlich alle Chemo-Leute sagen werden), dass natürlich die meisten der Nebenwirkungen nach einer Chemo weggehen. Aber es ist schon sehr wohl der Fall, dass es oft Nachwirkungen gibt (z.B. Konzentrationsprobleme, Gelenk- und Knochenprobleme, Arthrose, Fatique, Geschmackssinn, chronische Magenprobleme etc.), die leider sehr schleppend bis gar nicht mehr weggehen.

Ich für meinen Teil kann es akzeptieren, dass ich mit 33 schon Arthrose habe, denn das ist mir das Leben wert!

Alles Liebe
Gerlinde
« Letzte Änderung: 23. Mai 2007, 02:37 von admin »

christina62

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Chemo bei BK - Xeloda
« Antwort #2 am: 22. Mai 2007, 14:56 »

Informationen zu Xeloda (Capecitabin)
Xeloda ist weltweit in über 90 Ländern, u.a. in der EU, den USA,
Japan, Australien und Kanada, zugelassen. Es hat sich bisher bei über
1 Million Patienten als wirksames, sicheres sowie einfach und bequem
oral zu verabreichendes Chemotherapeutikum erwiesen.

Roche erhielt im Jahre 2001 für die meisten Länder (u.a. die EU
und die USA) die Marktzulassung für Xeloda als First-Line
Monotherapie (Einzelmedikament) zur Behandlung von metastasierenden
kolorektalen Karzinomen (kolorektale Karzinome, die sich auf andere
Körperteile ausgebreitet haben). Xeloda wurde im März 2005 auch von
der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMEA) und im Juni 2005 von der
US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) als adjuvante
(postoperative) Behandlung bei Darmkrebs zugelassen.

Xeloda ist in Kombination mit Taxotere (Docetaxel) für Frauen mit
metastasierendem Brustkrebs zugelassen (Brustkrebs, der sich auf
andere Körperteile ausgebreitet hat), bei denen die Krankheit im
Anschluss an eine intravenöse (IV) Chemotherapie mit Anthrazyklinen
fortgeschritten ist. Die Xeloda-Monotherapie ist auch als Behandlung
bei Patientinnen angezeigt, deren metastasierender Brustkrebs
gegenüber anderen chemotherapeutischen Wirkstoffen wie Paclitaxel und
Anthrazyklinen resistent ist. Xeloda wurde kürzlich in Südkorea zur
First-Line-Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem
(metastasierendem) Bauchspeicheldrüsenkrebs in Kombination mit
Gemcitabin zugelassen. Xeloda ist in Südkorea als First-Line
Behandlung bei metastasierendem Magenkrebs zugelassen.

Die bei Xeloda am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen sind
Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Stomatitis und Hand-Fuss-Syndrom
(palmar-plantare Erythrodysästhesie).

« Letzte Änderung: 23. Mai 2007, 02:36 von admin »
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christina62

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Xeloda für Brustkrebs
« Antwort #3 am: 22. Mai 2007, 15:02 »
Xeloda für Brustkrebs

Die europäische Zulassungsbehörde hat das orale Krebsmedikament Xeloda
(Capecitabin) von Hoffmann-La Roche im März 2002 zur Behandlung
von metastasierten Mammakarzinomen zugelassen. Die Zulassung
umfasst zwei Therapieformen:
– Xeloda-Monotherapie (nach Versagen anthrazyklin- und taxanhaltiger
Chemotherapie) und
– Xeloda-Kombinationstherapie mit Taxotere (Docetaxel) (nach Versagen
einer zytotoxischen Vortherapie).
Xeloda zeichnet sich durch die einfache orale Einnahme sowie durch die
tumorselektive Wirkung aus
(Umwandlung in aktives 5-FU durch das
Enzym Thymidinphosphorylase erst im Tumor). Diese zielgerichtete zytotoxische
Wirkung führt zu einer geringeren Belastung für die Patientinnen.
Die Lebensqualität erhöht sich durch die Reduzierung von Klinik-/
Praxis-Aufenthalten, da die Therapie in häuslicher Umgebung möglich
ist.
Signifikanter Überlebensvorteil durch die Xeloda-Kombinationstherapie
Die Kombination von Xeloda + Taxotere zeigt eine signifikante Verlängerung
des Überlebens im Vergleich zu Taxotere allein. Auch die Gesamtansprechrate
von 42% ist signifikant besser (30% bei Taxotere allein).
Die mediane Zeit bis zur Progression liegt bei Xeloda + Taxotere
bei 6,1 Monaten im Vergleich 4,2 Monaten bei Taxotere allein. Ein weiterer
Pluspunkt liegt in den beherrschbaren Nebenwirkungen der Kombination,
die keinen negativen Einfluss auf den Global Health Status haben.
Die Kombination Xeloda + Taxotere wird als wenig belastend empfunden,
auch wenn es zu gastrointestinalen Beschwerden oder zum Hand-
Fuß-Syndrom kommen kann. Die Vorteile der Therapie bringen eine
deutlich bessere Lebensqualität mit sich.
Gute klinische Wirksamkeit mit der Xeloda-Monotherapie
Die Xeloda-Monotherapie kommt nach Anthrazyklin- und Taxan-Versagen
zum Einsatz und stellt für die Patientinnen eine neue, zusätzliche
Therapieoption mit guter klinischer Wirksamkeit dar: bis zu 60% der Patientinnen
profitieren von der Therapie. Die mediane Überlebenszeit liegt
bei 12,6 Monaten, auch nach Vorbehandlung mit anthrazyklin- und taxanhaltigen
Therapieschemata.
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Jutta

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Brustkrebs (BK), Wirksamkeit der Chemo mit PET kontrollieren
« Antwort #4 am: 21. Februar 2008, 20:13 »

Mamma-Ca: Wirksamkeit einer adjuvanten Chemotherapie mittels PET vorhersagbar

Ob ein Mammakarzinom auf die verabreichte neoadjuvante Chemotherapie respondiert, lässt sich bereits frühzeitig anhand von PET-Aufnahmen vorhersagen. Zu diesem Resultat kommt eine französische Studie. Dabei korrelierte die Anreicherung von 18F-Fluorodeoxyglukose (FDG) im Tumor nach dem zweiten Chemotherapie-Zyklus gut mit dem Ergebnis der pathologischen Untersuchung nach operativer Entfernung des Tumors.

Caroline Rousseau vom Centre René Gauducheau in Saint Herblain Cedex und ihre Kollegen untersuchten 64 Patientinnen mit Brustkrebs im Stadium II oder III. Die Teilnehmerinnen erhielten zu Studienbeginn und nach dem ersten, zweiten, dritten und sechsten Chemotherapie-Zyklus eine FDG-Infusion, anschließend wurde jeweils eine PET-Aufnahme gemacht. Nach dem sechsten Chemotherapie-Zyklus erfolgte die operative Entfernung des Karzinoms.

Bei 28 Frauen fand sich im pathologischen Präparat noch eine großer Residualtumor. Bei diesen Teilnehmerinnen hatte sich in den PET-Bildern keine Veränderung der FDG-Anreicherung gezeigt. Bei 36 Patientinnen führte die adjuvante Chemotherapie dagegen zu einer deutlichen Volumenabnahme des Tumors. Die FDG-Anreicherung im Karzinom war bei 34 von ihnen während der Chemotherapie ebenfalls deutlich gesunken.

Rousseau und ihr Team erinnern daran, dass Änderungen im Tumorstoffwechsel vor einer Volumenänderung auftreten. Mittels FDG-PET lasse sich anscheinend bereits nach dem zweiten Chemotherapie-Zyklus feststellen, ob der Metabolismus des Karzinoms durch die Behandlung beeinflusst werden konnte. Das Verfahren erwies sich als wesentlich zuverlässiger als die parallel durchgeführten sonographischen Verlaufskontrollen. (JG) Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin

Quelle: J Clin Oncol

Gitti

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Brustkrebs, Stammzelltransplantation, hochdosierte Chemo
« Antwort #5 am: 27. Februar 2008, 23:51 »
08/01/08,05:42

Elsevier



Meta-Analyse zeigt keinen Nutzen einer hochdosierten Chemotherapie bei Brustkrebs

Donald A. Berry

SAN ANTONIO (8.1.08) – Eine hochdosierte Chemotherapie gefolgt von einer autologen Stammzelltransplantation führte laut einer umfassenden Metaanalyse von 15 randomisierten klinischen Studien bei Frauen mit nodalpositivem Brustkrebs zu keinem Überlebensvorteil gegenüber einer adjuvanten Chemotherapie in Standarddosis.

Darüber hinaus konnten die Studienautoren auch – auf Basis von Alter, menopausalem Status, Anzahl positiver Lymphknoten, Tumorgröße, Histologie, Hormonrezeptor- oder HER-2 (Human Epidermal Growth Factor Receptor 2)-Status – keine Subgruppe von Patientinnen ausmachen, die von dieser intensiven, kostspieligen, anstrengenden und kontroversen Therapie profitierten.

“Dies ist die definitive Antwort“, erklärte Studienwissenschaftler Dr. Donald A. Berry auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium.

Dr. Berry, Professor und Leiter der Abteilung für quantitative Wissenschaften am University of Texas M.D. Anderson Cancer Center in Houston merkte an, dass die 6210 Patientinnen umfassende Meta-Analyse alle randomisierten Studien berücksichtigte außer einer berüchtigten umfangreichen positiven Studie, bei der sich später herausstellte, dass sie auf gefälschten Daten beruhte.

“Was wir daraus lernen, ist, dass die Dosen, die in den Standard-Chemotherapieregimes bei fortgeschrittenem Brustkrebs eingesetzt werden, ein Plateau erreicht haben, und dass eine Erhöhung über diese Dosis hinaus mit keinem größeren Nutzen verbunden ist“, sagte er.

Die Meta-Analyse zeigte eine mäßige Verbesserung des rezidivfreien Überlebens um 13 Prozent mit der Hochdosis-Chemotherapie und autologer Stammzelltransplantation im Vergleich zur Standardchemotherapie; dieser Unterschied schlug sich jedoch nicht in einem verbesserten Gesamtüberleben nieder.

Während der frühen 1990er Jahre, einer Zeit, in der bei Brustkrebs die 'Viel-hilft-viel'-Philosophie vorherrschte, wurde auf der Basis nicht-randomisierter Studien große Hoffnung in diese Therapie gesteckt. Geschätzte 20.000 amerikanische Brustkrebspatientinnen haben sich dieser Therapie unterzogen.

Die Meta-Analyse zeigte, dass die Überlebenszeit einer Patientin nach einem etwaigen Rezidiv von der ursprünglichen Behandlung abhing. Zur Überraschung von Dr. Berry und seinen Mitautoren lebten Patientinnen, die die Standard-Chemotherapie erhielten, länger als jene, die die Hochdosis-Chemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation bekamen.

”Vielleicht bekämpft die Hochdosis-Chemotherapie die sichtbare oder oberflächliche Krankheit, hat aber wenig oder gar keinen Einfluss auf die schleichende Erkrankung. Ich glaube, dies trifft wahrscheinlich zu“, sagte Dr. Berry.

Weiter offen ist die Frage, ob die Hochdosis-Chemotherapie mit Stammzelltransplantation bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs besser ist als eine Standardchemotherapie. Bleiben Sie dran, forderte Dr. Berry, für Berichte von sieben laufenden randomisierten Studien zu diesem Problem.


Gitti

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Brustkrebs - Chemo
« Antwort #6 am: 01. Oktober 2008, 16:16 »

Experten beantworten Patientenfragen: metastasierter Brustkrebs

Prof. Dr. Bernd Gerber beantwortet Fragen zur oralen Chemotherapie bei metastasiertem Brustkrebs


Wenn eine Frau an Brustkrebs erkrankt ist, können Tumorzellen sich schon vor der ersten Behandlung über die Blut- oder Lymphbahnen im Körper verteilt haben. Darum folgen auf die Operation sogenannte systemische Therapien, die im ganzen Körper wirken – z. B. Chemo-, Hormon- oder Antikörpertherapien. Ihr Ziel ist es, möglichst alle kranken Zellen zu erreichen und sie unschädlich zu machen.
Überleben jedoch einige Tumorzellen oder wird die Erkrankung erst spät erkannt, können Metastasen an verschiedenen Stellen im Körper entstehen. Um sie zu bekämpfen, wird meist eine (erneute) Chemotherapie erforderlich.

Wie Chemotherapien wirken, welche Nebenwirkungen sie haben und welche modernen Medikamente heute zur Behandlung des metastasierten Brustkrebses zur Verfügung stehen, erklärt der Brustkrebs-Experte Prof. Dr. Bernd Gerber, Direktor der Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt in Rostock.

Wie wirken Chemotherapien und wie werden sie verabreicht?Chemotherapeutika sind Zytostatika, also Zellgifte und wirken zerstörend auf schnell wachsende Zellen und damit auch auf die Tumorzellen. Sie werden überwiegend intravenös, d.h. als Infusion in eine Vene verabreicht. Es stehen seit einiger Zeit jedoch auch Tabletten zur Verfügung, die oral eingenommen werden können, wie z. B. Capecitabin.

Haben alle Chemotherapien dieselben Nebenwirkungen?Chemotherapien unterscheiden sich durchaus in ihren Nebenwirkungen. Während beispielsweise Zytostatika aus der Gruppe der Anthrazykline eher hämato- und kardiotoxische Nebenwirkungen haben, also die Blutzellen und das Herz beeinträchtigen, sind für Taxane und Platin-Derivate vor allem Neuropathien typisch, das heißt sie können das periphere Nervensystem schädigen.
Orale Chemotherapeutika sind im Allgemeinen besser verträglich als die intravenösen Zytostatika. Aber auch sie nicht nebenwirkungsfrei. Bei Capecitabin, das zur Gruppe der Antimetabolite gehört, sind vor allem Durchfälle und das Hand-Fuß-Syndrom zu nennen. Jedoch sind die Nebenwirkungen dieses Wirkstoffes in der Regel besser behandelbar und können durch eine Dosisreduktion und gegebenenfalls dauerhafte Dosisanpassung häufig behoben werden.

Warum haben orale Chemotherapeutika nicht so starke Nebenwirkungen wie intravenös verabreichte?
Dies möchte ich gerne am Beispiel von Capecitabin erläutern. Capecitabin wird erst in der Leber in die aktive Form umgewandelt. Bis zu diesem Zeitpunkt hat es keine zerstörende Wirkung auf Zellen. In der Leber entsteht aus Capecitabin 5-Fluoruracil (5-FU), ein Zytostatikum, das sonst nur intravenös verabreicht werden kann. Das heißt erst nachdem Capecitabin aus dem Darm aufgenommen und in der Leber umgeformt wurde, wird es als 5-FU über die Blutbahn zu den Krebszellen transportiert und zerstört diese.

Gerade beim metastasierten Brustkrebs spielt nicht nur die gute Wirksamkeit von Therapien eine Rolle, sondern es geht auch darum, die Lebensqualität der betroffenen Frauen zu verbessern bzw. zu erhalten. Wie wichtig ist dabei für Ihre Patientinnen die Vermeidung von Haarausfall?
Beim metastasierten Brustkrebs sind die Chancen auf eine Heilung eher gering. Umso wichtiger ist die Bekämpfung von tumorbedingten Symptomen, also die Erhaltung oder Wiederherstellung der Lebensqualität. Deshalb setzt man in dieser Situation auch keine hochaggressiven Chemotherapien ein.
Capecitabin erfüllt idealerweise diese Ansprüche: Es ist eine wirksame Substanz mit wenig Nebenwirkungen, z. B. kommt es nicht zu Haarausfall, und es wird in der Regel sehr gut vertragen. Außerdem kann man bei Bedarf die Dosis reduzieren oder die Pause zwischenzeitlich um ein oder zwei Wochen verlängern. Darum ist eine Behandlung mit Capecitabin auch über längere Zeiträume möglich; aus meiner Praxis kenne ich Fälle, in denen Patientinnen zwei bis drei Jahre lang Capecitabin eingenommen haben.

Viele Patientinnen empfinden die Nebenwirkung Haarausfall, die viele als Infusion verabreichte Zytostatika aufweisen, als sehr belastend. Die radikale Veränderung des Aussehens ist psychisch – zusätzlich zur physischen Einschränkung durch den Krebs selbst - oftmals schwer zu verkraften.
Die orale Therapie mit Capecitabin, die diese Nebenwirkung nicht aufweist, kommt den Patientinnen daher sehr entgegen und wird aufgrund dessen auch durchaus von den Patientinnen eingefordert.

Abgesehen von den geringeren Nebenwirkungen: Welche anderen Vorteile hat eine orale Chemotherapie gegenüber den Infusionen?
Die Patientinnen sind unabhängiger. Capecitabin wird jeweils über 2 Wochen täglich eingenommen, gefolgt von einer 7-tägigen Pause. Nicht alle Patientinnen wohnen in Großstädten und können für eine Infusion in die Klinik kommen. In ländlicheren Regionen ist eine intravenöse, meist in der Klinik durchgeführte Chemotherapie häufig verbunden mit längeren Anreisewegen und entsprechend viel Zeitaufwand. Durch die selbstständige Einnahme oraler Chemotherapeutika gewinnen die Patientinnen also Zeit und Bewegungsfreiheit. Außerdem kann Capecitabin problemlos mit zielgerichteten Therapien, wie z.B. Trastuzumab oder Bevacizumab kombiniert werden.

Nicht für alle Brustkrebspatientinnen sind die oralen Chemotherapeutika geeignet. Wer sollte damit behandelt werden?Der Wirkstoff Capecitabin ist in mehreren Studien nach dem Versagen vorangegangener Therapien mit Taxanen oder Anthrazyklinen getestet worden – also in der palliativen Situation – und hat dafür die Zulassung erhalten. Brustkrebspatientinnen, die einer Chemotherapie bedürfen, erhalten zunächst eine Therapie mit Anthrazyklinen und Taxanen. Wenn die Krankheit trotz dieser Chemotherapie weiter fortschreitet, kommt das Capecitabin zum Einsatz und hat dafür den höchsten Empfehlungsgrad in den Leitlinien der AGO*.

*AGO = Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft. Die AGO bewertet regelmäßig die aktuellen Forschungsentwicklungen und Studienergebnisse unter anderem beim Brustkrebs und veröffentlicht auf Basis dessen Leitlinien für die optimale Therapie von Krebserkrankten mit gynäkologischen Tumoren, nachzulesen auch unter www.ago-online.com