Darf ich Sport betreiben, wenn mir Lymphknoten nach BK Operation entnommen wurden?
Das frage ich mich schon die ganze Zeit, und habe diesen Artikel gefunden.
Lymphdrainage
Viele Patientinnen leiden nach der Operation an Lymphödemen. Das sind Ansammlungen von Gewebeflüssigkeit im Körper, die nicht mehr abfließen können. Das Lymphsystem arbeitet nicht mehr richtig. Es ist ein Adersystem, das parallel zu den Venen verläuft. In den Lymphbahnen wird langsam die Lymphflüssigkeit transportiert, die aus Stoffwechselresten, Krankheitserregern, Zellresten und Zellen unseres Immunsystems besteht.
In den Lymphknoten wird die Flüssigkeit gefiltert und werden möglichst passende Abwehrstoffe gegen äußere Krankheitserreger angefertigt. Das Lymphsystem durchzieht den ganzen Körper, doch erst wenn es nicht mehr richtig funktioniert, bemerken wir es.
Unter den Achseln befinden sich zahlreiche Lymphknoten, in die die Lymphbahnen aus den Armen und dem Rumpf münden. Bei einer Brustkrebsoperation werden häufig neben dem Tumorgewebe aus der Brust einige Lymphknoten entfernt. Dabei werden auch Lymphbahnen durchtrennt. Nach der Operation leiden deshalb viele Patientinnen unter angestauter Gewebsflüssigkeit, so genannten Lymphödemen.
Um diese Ansammlungen aufzulösen, unterziehen sich die Betroffenen mehrmals in der Woche einer Lymphdrainage. Mit speziellen Griffen und sanften, kreisenden Bewegungen wird die angestaute Flüssigkeit aus dem Körpergewebe herausgedrückt und umgeleitet, damit sie von den intakten Lymphbahnen abtransportiert werden kann.
Die betroffenen Körperpartien sollten nach Möglichkeit geschont werden, starke Belastungen also, wie Heben, Tragen oder extreme Hitze und Kälte, sollten besser vermieden werden. Ebenso sollten Betroffene bei Arbeiten, die ein hohes Verletzungsrisiko bergen, wie zum Beispiel nähen, schneiden, bügeln oder Gartenarbeit, Handschuhe tragen oder andere Vorsichtsmaßnahmen treffen. Denn eine Verletzung beansprucht das Lymphsystem mehr, als es – eingeschränkt, wie es nun ist – vielleicht leisten kann. Auch sollte man auf alles, was einengt, besser verzichten, denn das begünstigt nur zusätzlich einen Flüssigkeitsstau. Also immer genau prüfen, ob die Uhr am Handgelenk nicht zu eng sitzt oder der BH nicht einschneidet.
Bewegung
Sport ist die beste Medizin, auch wenn sich viele Patientinnen nach ihren Brustoperationen nicht vorstellen können, wieder beweglich zu sein. Die meisten Narben befinden sich an ungünstigen Stellen, die bei jeder Bewegung schmerzen oder spannen. Dadurch nehmen viele Frauen Schonhaltungen ein, die nicht natürlich sind und zu Verspannungen führen – Nacken- und Rückenschmerzen sind die Folge. Regelmäßige Übungen für die betroffenen Körperbereiche lockern die Muskulatur und regen sogar die Lymphe an.
Amerikanische Wissenschaftler haben außerdem herausgefunden, dass Brustkrebspatientinnen, die in der Woche drei bis fünf Stunden laufen oder anderen Sport treiben, ein um 50 Prozent niedrigeres Risiko haben, an ihrer Krankheit zu sterben, als Patientinnen, die gar keinen Sport treiben. Diese Erkenntnisse treffen auf Frauen zu, die an einem hormonabhängigen Tumor leiden, denn Sport senkt den Östrogenspiegel im Körper. Übertreiben sollte man es aber nicht mit dem Sport, denn die Studie ergab auch, dass noch mehr Bewegung keinen positiveren Effekt auf den Heilungsprozess hat.