Auslöser
Ob sich aber tatsächlich ein Ödem ausbildet, hängt nicht unbedingt nur vom Schaden ab, den die Lymphbahnen durch einen Tumor oder eine Behandlung genommen haben. Häufig kommen weitere Faktoren hinzu, die die Ansammlung von Flüssigkeit auslösen oder eine leichte Schwellung erst zum richtig problematischen Lymphödem werden lassen.
Als ungünstig nennen Experten
mechanische Stauung, also zum Beispiel einschnürende Strümpfe, Uhrarmbänder oder Wäsche, auch die Blutdruckmessung am betroffenen oder gefährdeten Arm bei Brustkrebspatientinnen, oder
Spritzen und Blutabnahmen im betroffenen oder gefährdeten Bereich, Insektenstiche, kleine Verletzungen anderer Art, oder
ungünstige Belastung des betroffenen oder gefährdeten Körperteils durch Sport, Bewegung, Hausarbeit oder Tätigkeit am Arbeitsplatz, langes Stehen oder Sitzen, oder
Sonne, Hitze, zu warmes Wasser beim Baden oder Schwimmen, Sauna oder Packungen, aber auch große Kälte, und
Alkohol, vor allem nach Kopf-Hals-Tumoren.
Auch Übergewicht kann eine Rolle spielen, vor allem dann, wenn bereits vor der Tumorerkrankung eine Neigung zu Problemen mit Lymphstauung und Venenerkrankungen bestand.
Vorerkrankungen der Schilddrüse, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden sollten den behandelnden Ärzten als mögliche Kofaktoren mitgeteilt werden.
Alle diese Faktoren können, aber müssen nicht zur Entwicklung eines chronischen Lymphödems beitragen. Gerade die Bewegung eines betroffenen Körperteils sollten Krebspatienten aus Angst vor einer Schwellung auch nicht völlig einschränken: Die "Muskelpumpe" bei Belastung und Entspannung trägt dazu bei, Flüssigkeit aus dem Gewebe abzuleiten.