Autor Thema: Arzt und Patient - Verständnis für einander?  (Gelesen 1413 mal)

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Tanja

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Arzt und Patient - Verständnis für einander?
« am: 15. Juni 2010, 07:39 »

http://kurier.at/nachrichten/gesundheit/2008901.php

Arztgespräch: Verständnis für einander

Arzt und Patient reden oft aneinander vorbei. Experten diskutierten über den idealen "mündigen Patienten".

 Informationsbedürfnis befriedigen: Die Mediziner sollten ihren Wissensvorsprung so weitergeben, dass es ihre Patienten auch verstehen

Durchs Reden kommen die Leut' zusammen - das alte Sprichwort behält gerade in einer modernen Arzt-Patientenkommunikation seine Gültigkeit. Aber wie lässt sich das Schlagwort "mündiger Patient", das in den vergangenen Jahren immer mehr eingefordert wird, zum Nutzen aller Beteiligten in der Realität umsetzen? Umfragen zeigen, dass mehr als 50 Prozent der Patienten in ihre Behandlung eingebunden werden wollen. Mit dieser Herausforderung setzte sich ein Symposion der Akademie für Präventivmedizin und Gesundheitskommunikation in Wien auseinander.

"Es ist zunehmend zu wenig, dass die Ärzte den Patienten sagen, was sie zu tun haben. Sowohl Arzt als auch Patient haben eine Hol- und eine Bringschuld",sagt Univ.-Prof. Dieter Conen. Der Präsident der Schweizer Stiftung für Patientensicherheit hat auch maßgeblich am Patienten-Sicherheitssystem in Österreich mitgearbeitet. Gerald Bachinger, Sprecher der heimischen Patientenanwälte, bestätigt Conens Erfahrungen. "Nur mehr 20 Prozent der österreichischen Patienten vertrauen ihrem Arzt blind. Es zeigt sich auch, dass jüngere Generationen zunehmend kritischer sind." Das heißt aber nicht, sein eigener Arzt oder ein Besserwisser werden zu müssen. "Mündig bin ich dann, wenn ich weiß, wo ich die richtigen Informationen bekomme. Wir müssen die Patienten in die Lage versetzen, die richtigen Fragen zu stellen", so Conen.
In der Arztpraxis prallen zwei "eigentlich komplett unterschiedliche Ansätze" aufeinander. Auf der einen Seite der Mediziner, der Fachinformation in kurzer Zeit weitergeben will. Auf der anderen ein verunsicherter Patient, der vielleicht schon selbst im Internet recherchiert hat. "Ein wesentlicher Teil des Arztberufs ist, den Patienten dabei zu helfen, die Vorgänge in ihrem Körper zu verstehen. Das müsste stärker geschult werden ", sagt Conen.

Therapietreue

Ein Patient, der gut informiert ist und sich als Co-Therapeut in die Behandlung eingebunden fühlt, sieht mehr Nutzen darin. "Das erhöht wiederum langfristig die Therapietreue", so Conen. Bachinger ergänzt: "Arzt und Patient werden auf fachlicher Ebene nie gleichwertig sein." Ihm geht es um gegenseitiges Zuhören: "Jeder ist auf seinem Gebiet ein Experte. Dem Arzt mitzuteilen, was einem im Zusammenhang mit einer bestimmten Therapie durch den Kopf geht, ist auch für die Patienten wesentlich."


Patientenrollen: Von bevormundet zu mündig

Die Patientenrolle veränderte sich grundlegend:
Der "bevormundete Patient" hatte 1960 seinen Ärzten zu folgen, die ihm ernste oder tödliche Diagnosen vorenthielten.
1970 war die Rede vom "informierten Patienten". Der Anspruch auf Information wurde mit der Zustimmung zu Behandlungen gekoppelt.
Der Begriff "mündiger Patient" kam 1980 auf. Es wurden Mitspracherecht, aber auch Verantwortung eingeräumt.
Mit dem "autonomen Patienten" (1990) wurde der Kranke als "Co-Therapeut" betrachtet.
Seit 2000 spricht man vermehrt vom "kompetenten Patienten", der zusätzlich präventives Verhalten berücksichtigt.
Links
•   ÖAPG (extern)
•   Patientenanwalt (extern)

Artikel vom 14.06.2010 16:48 | KURIER | Ingrid Teufl


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Der Betriebsarzt in Deutschland
« Antwort #1 am: 27. Oktober 2010, 00:32 »
Einer für alle(s) –Vom Umgang mit dem Betriebsarzt

In Deutschland gibt es die freie Arztwahl und erst recht die Freiheit, überhaupt zum Arzt zu gehen. Ein paar Ausnahmen gelten allerdings für Arbeitnehmer. Seit 1974 verpflichtet nämlich das Arbeitssicherheitsgesetz jedes Unternehmen, entweder einen eigenen
Werks- oder Betriebsarzt zu haben oder mit einem niedergelassenen Arbeitsmediziner zusammenzuarbeiten. Und diesen Arzt oder diese Ärztin sollte oder muss sogar jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer irgendwann einmal aufsuchen.

Die Einstellungsuntersuchung – Angebot oder Pflicht?
Wer heute eine neue Arbeitsstelle antreten will, wird in der Regel vorher zum Betriebsarzt geschickt. In vielen Fällen ist das zwar freiwillig, dennoch scheint es nicht ratsam, dieses Angebot abzulehnen, weil sonst möglicherweise der neue Job dahin ist. Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Pflichtuntersuchungen, die Arbeitnehmer nicht verweigern können – weder bei der Einstellung noch später im Verlauf der Tätigkeit.
Wer zum Beispiel mit Strahlung, Lärm oder gefährlichen Stoffen zu tun hat, muss regelmäßige Gesundheitschecks machen lassen; Hör- und Sehtests sind obligatorisch für alle "Maschinenführer" wie Piloten oder Busfahrerinnen, aber auch für Menschen mit Bildschirmarbeitsplätzen; und wer im Krankenhaus arbeitet, muss zur eigenen und aller Sicherheit immer wieder auf ansteckende Krankheiten hin untersucht werden. Die Einstellungsuntersuchung kann als "Bestandsaufnahme" auch im eigenen Interesse sein. Denn nur so lässt sich beispielsweise nachweisen, dass eine Allergie, Rückenbeschwerden oder sonst ein Gesundheitsproblem "berufsbedingt" sind und nicht bereits vorher da waren. Das ist wichtig bei Auseinandersetzungen mit Versicherungen oder der Berufsgenossenschaft.

Was darf der Betriebsarzt untersuchen und was nicht?
Die Kernformel des Bundesarbeitsgerichts lautet, der Arbeitgeber hat nur dann ein Interesse, den Gesundheitszustand des Arbeitnehmers zu kennen, wenn ansonsten seine Eignung für den Beruf gefährdet wäre. Das ist allerdings äußerst vage und vielseitig interpretierbar. Für viele Berufe und Betriebe ist sicher die "Schichttauglichkeit" wichtig, aber medizinisch lässt sich die nicht ohne weiteres ermitteln. Chronische Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck wiederum sind schnell feststellbar und sicherlich auch hinderlich für einige Berufstätigkeiten, aber für welche genau, ist nicht festgeschrieben.

Häufig gehören Blut- und Urinproben zu einer betriebsärztlichen Untersuchung. Sie sind besonders umstritten. Denn neben vielen Details über den allgemeinen gesundheitlichen Zustand eines Arbeitnehmers (auch über eventuellen Drogen- oder Alkoholkonsum, was für einige Tätigkeiten gefährlich sein kann) lässt sich damit auch feststellen, ob jemand HIV–infiziert oder ob eine Bewerberin schwanger ist. Solche Untersuchungen sind jedoch rechtlich nicht erlaubt. Das neue Gendiagnostikgesetz verbietet außerdem generell Untersuchungen, mit denen erbliche Defekte oder Risiken festgestellt werden könnten.

Zwischen Schweigepflicht, Fürsorge und Verantwortung Betriebsärzte unterliegen – wie alle Ärzte – der Schweigepflicht. Das bedeutet vor allem, dass sie an den Arbeitsgeber keine medizinischen Details aus einer Untersuchung weitergeben dürfen, sondern nur das
Ergebnis: keine Bedenken, Bedenken aus gesundheitlichen Gründen oder zeitlich befristete Bedenken über den Einsatz des Arbeitnehmers am vorgesehenen Arbeitsplatz. Selbstverständlich werden sie mit den Betroffenen selbst über die festgestellten gesundheitlichen Probleme sprechen und sie auch beraten.

Betriebsärzte behandeln zwar nicht, sondern stellen nur Diagnosen.
Dennoch sind sie nach dem Willen des Gesetzgebers für die Gesundheit von Arbeitnehmern im beruflichen Alltag zuständig:
• Sie kümmern sich um die allgemeinen Arbeits- und Hygienebedingungen im Betrieb.
• Sie organisieren Programme zur Gesundheitsförderung oder regen sie an.
• Sie überprüfen, ob Büromöbel ergonomisch und Bildschirmplätze richtig ausgestattet sind.
• Sie kontrollieren, ob Arbeitsabläufe oder Arbeitszeiten eventuell der Gesundheit schaden.
• Sie beraten bei Suchtproblemen oder Mobbing.

Betriebsärzte sollen regelmäßig die Arbeitsstätten besuchen und Gespräche mit den Mitarbeitern vor Ort führen und zudem eine "offene Tür" für akute Anliegen Einzelner haben.

Krankmeldungen wiederum dürfen sie nicht überprüfen!
Wenn sich allerdings die Fehlzeiten in einer bestimmten Abteilung häufen, kann das auf arbeitsmedizinische Probleme hindeuten, denen sie dann nachgehen müssen. Und wenn ein einzelner Beschäftigter lange oder schwer erkrankt war, soll der Betriebsarzt bei der Wiedereingliederung in den Betrieb, unter Umständen sogar bei der Suche nach einem anderen Arbeitsplatz innerhalb der Firma, behilflich sein.

Nach dem Willen des Gesetzgebers sind Betriebsärzte weisungsfrei gegenüber dem Arbeitgeber und sollen auf der anderen Seite mit dem Betriebsrat eng zusammenarbeiten und ihn über wichtige Angelegenheiten des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung unterrichten.

Weitere Informationen:
http://www.vdbw.de/
Homepage Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. mit Beschreibung der Tätigkeitsfelder und aktuellen Pressemitteilungen zu gesundheitlichen Themen am Arbeitsplatz

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Amstetten: Arzt und Patient - Verständnis für einander?
« Antwort #2 am: 07. November 2010, 16:39 »

Einladung und Hinweise vor der Veranstaltung:


http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,4138.msg10755.html#msg10755



NÖ Ärzte fordern Zuwendungsmedizin statt Industriemedizin

Utl.: Hochkarätige Diskussionsrunde in Niederösterreich warf kritischen Blick hinter die Kulissen des Gesundheitssystems

   Wien (OTS) - Unser Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps - doch
wer trägt die Schuld daran? Und wie lässt sich die medizinische
Versorgung für die Zukunft retten? Derzeit bringt ein aufgeblähter
Verwaltungs- und Kontrollapparat den Ärztinnen und Ärzten beinahe
täglich neue Protokolle und Formulare und erfindet immer neue Hürden.
Ist das die Perspektive für die Zukunft?

   Dr. Günther Loewit, Arzt, Schriftsteller und Kammerrat der
Ärztekammer für Niederösterreich, hat sich in seinem Buch "Der
ohnmächtige Arzt" mit diesen Entwicklungen auseinandergesetzt. Dies
war der Anlass für die NÖ Ärztekammer, in Kooperation mit der lokal
tätigen IGMed rund um die ökonomischen Rahmenbedingungen im Spital
und in der Niederlassung sowie über die von der Politik vorgegebene
Marschrichtung des Gesundheitswesens als Ganzes in den kommenden
Jahren zu diskutieren.

Zwitl.: Der Faktor Zeit wird in unserem System unzureichend bewertet

   Etwa 200 Personen, darunter zahlreiche Ärztinnen und Ärzte, aber
auch Patientinnen und Patienten sind der Einladung gefolgt. Neben den
Funktionären der NÖ Ärztekammer waren der Autor des Buches Dr.
Günther Loewit, Dr. Franz Svehla als Vertreter der IGMed sowie die
beiden Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka und Dr.
Sepp Leitner am Podium vertreten. Ausgehend von zwei gelesenen
Textstellen aus dem Buch entwickelte sich eine lebhafte, aber fair
geführte kontroversielle Diskussion rund um die aktuellen Probleme
sowie die Zukunft des Systems.
   "Der Faktor Zeit wird unzureichend bewertet, egal in welchem
Vertragsverhältnis ein Arzt steht", so der Präsident der NÖ
Ärztekammer, Dr. Christoph Reisner. Man müsse sich aus seiner Sicht
von dem Gedanken lösen, dass Medizin "beziehungslos" funktioniert.
"Man kann Medizin nicht mit beispielsweise einer Autoproduktion
vergleichen. Ich bin zwar grundsätzlich für Qualitätssicherung
eingestellt. Aber man kann nicht alles im Leben ausschließlich
qualitätsgesichert betreiben. Ein leidender Patient kann nie ein
Kunde sein. Man kann ihn nicht wie in einem Verkaufsgespräch
beraten", so Präsident Dr. Reisner.

Zwitl.: Kosteneffizientes Arbeiten ist zu unterstützen, aber es muss
am Patienten orientiert sein

   Dr. Ronald Gallob, Kurienobmann der angestellten Ärzte, nannte ein
Beispiel der Bürokratisierungsproblematik aus seiner Sicht: "In
meinem Fach passiert es oft, dass Patienten sofort zu versorgen und
gegebenenfalls zu operieren sind. Heutzutage ist leider zu
beobachten, dass sich zunächst einmal alle an der Behandlung
beteiligten Personen an den Computer stellen, um dort alle
Pflichtfelder ausgefüllt zu haben, bevor die Arbeit am Patienten
beginnen kann, der solange zu warten hat. Das kann aus meiner Sicht
nicht effizient sein."

   Kosteneffizientes Arbeiten ist aus seiner Sicht zu unterstützen,
aber es muss am Patienten orientiert sein. "Es muss uns auch noch
ermöglicht werden, mit dem Patienten zu sprechen. Wir werden uns
sicher nicht weiter in die beschriebene Ohnmacht hineintreiben
lassen. Wir werden bemüht sein, unsere fachliche Qualität bestmöglich
an unsere Patientinnen und Patienten weiterzugeben", so Dr. Gallob.

Zwitl.: Warum wird ärztliche Leistung immer schlechter honoriert?

   Dr. Harald Schlögel als Kurienobmann-Stellvertreter der
niedergelassenen Ärzte artikulierte sein Unverständnis, warum das
System die medizinische Leistung der Ärzteschaft immer schlechter
honoriert. "Dazu kommt eine immer größere bürokratische Belastung.
Die Rahmenbedingungen im öffentlichen Gesundheitssystem gehören rasch
geändert."
   Dr. Schlögel bekannte sich zur Bereitschaft, gemeinsam mit den
Verantwortlichen die notwendigen Veränderungen einzuleiten: "Es ist
unsere Aufgabe aufzuzeigen, dass die Politik mehr auf uns hören
sollte. Fachlich und aus ökonomischer Sicht ist jedenfalls das
Einhalten der so genannten "Gesundheitsversorgungspyramide"
einzufordern. Also dass je nach Grad der Erkrankung der dafür
vorgesehene Einstieg ins Versorgungssystem erfolgt."

Zwitl.: Von der Politik brauchen wir Mut für Entscheidungen und Mut
für Veränderungen

   "Wir müssen jedenfalls rasch umdenken, und zwar weg von der
Industriemedizin hin zur Zuwendungsmedizin", so Präsident Dr. Reisner
zum Abschluss. "Wir müssen der Realität ins Auge sehen. Medizin wird
besser, die Menschen werden älter, immer mehr Behandlungen werden
notwendig. Wir brauchen daher auch die Bereitschaft der Politik, mehr
Geld für das System zu verwenden. Die Ärzteschaft braucht sich jedoch
nicht ohnmächtig zu fühlen. Wir sind die einzige Berufsgruppe, die in
der Lage ist, Patienten zu behandeln. Von der Politik brauchen wir
jedoch Mut für Entscheidungen und Mut für Veränderungen."

Rückfragehinweis:
   Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
   Michael Dihlmann
   Tel.: 0664/144 98 94
   presse@arztnoe.at
   www.arztnoe.at
« Letzte Änderung: 07. November 2010, 17:29 von admin »

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Dazu der Patientenvertreter Dietmar Erlacher, Bundesobmann vom Verein "Krebspatienten für Krebspatienten", im Interview


Frage:
Als langjähriger Patientenvertreter der chronisch Kranken mit Krebs wünschen Sie sich welche Verbesserungen.
Dietmar Erlacher, Krebspatient, Selbsthilfegruppenleiter und Administrator von www.krebsforum.at
Es war eine hervorragende Veranstaltung mit hochkarätigem Podium. Enttäuscht bin ich vom Nichterscheinen des Dr. Schelling, Chef vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger. Auch Kassenvertreter ist mir keiner  aufgefallen.
Nun, zuallererst möchten wir mehr Zeit, welche die Ärzte bei der Prävention, Früherkennung, Befundbesprechung, bei der Besprechung vom Therapieplan und der Nachsorge zur Verfügung haben. Aber dazu müssen die Rahmenbedingungen stimmen: Der Arzt darf nicht mit 28,80 Euro im Quartal abgespeist werden, denn beim dritten Besuch trauen wir uns oft schon nicht mehr hin und warten auf das neue Quartal.

Frage:
Wie sieht es im Krankenhausbereich aus?
Erlacher:
Schlimm sind die langen Wartezeiten, überwiegend durch die vielen Ambulanzbesuche von Patienten, die eigentlich ein Fall für den niedergelassenen Arzt sind. Daher müssen Hausarzt, Facharzt, Notarzt, Pflegedienst aufgewertet und besser bekannt gemacht werden. Auch sollen Listen mit Haus- und Fachärzten in Kliniken aufgelegt werden, dass „weniger Kranke“ und „nicht-akut-Kranke“ diese aufsuchen.

Frage:
Was haben speziell Krebspatienten für Verbesserungswünsche?
Erlacher:
In Österreich gibt es eine hervorragende Diagnostik und Therapie, aber wenig Prävention, Früherkennung oder Nachsorge!
Es fehlen u. a.
mehr Gesprächszeit von einem möglichst gleichbleibenden Arzt,
bei jedem Bezirkskrankenhaus zwei mal wöchentlich Beratungsstunden für komplementärmedizinische (schulmedizinisch begleitende) Maßnahmen (wünschen sich 91 % aller Krebspatienten),
Verbesserungen des Entlassungsmanagements beim niedergelassenen Arzt und vor allem im Krankenhaus durch Kommunikation und einer Liste der eingetragenen Selbsthilfegruppen, und
endlich jene Unterstützung für Selbsthilfegruppen laut Regierungsübereinkommen, finanziell und durch Informationsmaßnahmen für die Bevölkerung.
Überfällig ist ein eigener Lehrstuhl für Komplementärmedizin.

Frage;
Tabakrauch ist Grund für 40 % aller Krebserkrankungen, sowie Herz-/Kreislauferkrankungen, COPD und weiteres. Wie sind Sie mit dem Nichtraucherschutz in Österreich zufrieden.
Erlacher:
Das Tabakgesetz ist das Papier nicht wert, auf das es Kdolsky geschrieben und Stöger übernommen hat.
Der Tabak- und WKO-Lobbyismus zwingt die Politiker in die Knie, obwohl rund 1000 Passivrauchtote und 35.000 Krebsneuerkrankungen im Jahr zu beklagen sind.
1,6 Mrd. kosten uns die Raucher; 1,4 Mrd. "zahlen diese" durch Tabaksteuer und vorzeitigem Ableben dazu. 500 Mill. Euro müssen wir alle jedes Jahr den Drogenkranken zuschießen.
Rund 10.000 Anzeigen gegen Lokale wurden vorgelegt, täglich kommen auf www.sis.info zig neue Meldungen herein.
Es darf nicht länger sein, dass unser Land zum Aschenbecher Europas vergammelt, sowie Prävention und Raucherentwöhnung ein Fremdwort ist und bleibt.
Somit fordern wir raschest "Generell rauchfreie Lokale und öffentliche Gebäude!"




« Letzte Änderung: 07. November 2010, 17:26 von admin »

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Arzt und Patient - Kommunikation / Verständnis für einander?
« Antwort #4 am: 21. Mai 2011, 16:00 »


ÄrztInnen sollen kommunizieren und zuhören können ...
Utl.: Welche Eigenschaften sollte ein guter Arzt oder eine gute Ärztin haben?

OBS0018 5 CI 0056 17.Mai 11
BILD zu OTS - Im Bild v.l.n.r.: Prim. Univ.-Prof. Dr. Christoph Gisinger (Haus der Barmherzigkeit), Prof. Dr. Konrad Brustbauer (Wiener Patientenanwalt), Dr. Franz Piribauer (Gesundheitsökonom), Mag. Patricia Pawlicki (ORF), Dr. Marlene Sator (Sprachwissenschafterin), Univ.-Prof. Dr. Rudolf Mallinger (Vizerektor MedUni Wien)


PS: Im vertraulichen Gespräch sehen Ärzte das Manko der mangelhaften Kommunikation ein, aber selbst jüngere meinen: DAS haben wir auf der Uni nicht gelehrt bekommen, daher können wir es nicht!

PPS: Ähnlich verhält es sich bei der Komplementär- nicht Alternativ-Medizin: In Ö. kein Lehrstuhl, nicht gelehrt bekommen, daher uninteressant (für den Professor, die Oberärzte, die Klinikärzte, meist!)!



   Wien (OTS) - Dieser Frage widmete sich gestern, Montag beim
DiskussionsFORUM des Haus der Barmherzigkeit eine ExpertInnen-Runde.
Die einhellige Meinung: Soziale Kompetenz ist erlernbar, insbesondere
Kommunikation. Daher wäre eine Fortbildung für ÄrztInnen in
Gesprächsführung sinnvoll. Das Eingehen auf Ängste und die
individuelle Situation eines Patienten spart Zeit.
Am Podium diskutierten der Wiener Patientenanwalt Konrad Brustbauer,
der Vizerektor der MedUni Wien Rudolf Mallinger, der
Gesundheitsökonom Franz Piribauer, die Sprachwissenschafterin Marlene
Sator und Christoph Gisinger, Institutsdirektor und Ärztlicher Leiter
der gemeinnützigen Haus der Barmherzigkeit. Patricia Pawlicki
moderierte die Veranstaltung im Studio 44 der Österreichischen
Lotterien.

   Junge MedizinstudentInnen müssen es verpflichtend besuchen: das
Praktikum "Soziale Kompetenz" der MedUni Wien in den beiden
Lehrkrankenhäusern des Haus der Barmherzigkeit in Wien. In der
renommierten Langzeit-Pflegeeinrichtung werden sie von
MitarbeiterInnen aus Medizin, Pflege und Therapie für eine
Kommunikation auf gleicher Augenhöhe mit alten, schwer
pflegebedürftigen Menschen sensibilisiert. Die Studierenden lernen,
wie sie einem PatientIn mit fortgeschrittener Demenz Wertschätzung
und Zeit zum Zuhören entgegenbringen und sie sich in dessen spezielle
Situation einfühlen können.

Kommunikation als Teil der ärztlichen Kompetenz sehen

   Kommunikation steht im Mittelpunkt der sozialen Kompetenz und ist
erlernbar, so der Vizerektor der MedUni Wien Rudolf Mallinger, der
das Praktikum mitinitiierte. Allerdings gelte auch hier der Grundsatz
des lebenslangen Lernens - auch nach dem Berufseinstieg ins
Krankenhaus oder im niedergelassenen Bereich. Und genau hier findet
derzeit die Kommunikation nur mangelhaft statt. Studien haben
gezeigt, dass ÄrztInnen ihre PatientInnen nach 22 Sekunden
unterbrechen. Der Arzt empfindet jeden weiteren Versuch des
Patienten, sein Anliegen einzubringen, als Störung. Das Gespräch
verläuft ineffizient und beginnt sich im Kreis zu drehen. Die
Sprachwissenschafterin Marlene Sator ist zwar überzeugt, dass
ÄrztInnen bemüht und freundlich sind, es ihnen aber an den richtigen
Gesprächstechniken fehlt. Zum Beispiel sollten ÄrztInnen offene
Fragen stellen: "Wie ist ihr Schmerz?" anstelle von "Ist ihr Schmerz
pochend?" (geschlossene Frage). Der Gesundheitsökonom Franz Piribauer
sieht in der Verkürzung auf eine durchschnittliche Kontaktzeit von
"erschreckenden" drei Minuten in Österreich und einem steigenden
ökonomischen Druck die Ursachen. Seiner Meinung nach fehlt im
bevormundenden Gesundheitssystem die Feedback-Schleife an den Arzt.
Rückmeldungen über die Art und Weise der Kommunikation erhält der
Wiener Patientenanwalt Konrad Brustbauer meist in Form von
Beschwerden: "Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient hat oft gar
nicht stattgefunden. Entweder, weil der Patient gar keinen
Ansprechpartner findet oder der Arzt sich in dem Moment abwendet,
wenn es zu einer Komplikation gekommen ist. Im Krankenhaus-Alltag
gleichen oft PflegemitarbeiterInnen die Defizite der ärztlichen
Kommunikation aus, obwohl sie dies rechtlich nicht dürften."

ÄrztInnen entwickeln ihre soziale Kompetenz ein Leben lang weiter

   Konsens herrschte bei der Auffassung, dass in einer
arbeitsteiligen Organisation auch die Zuständigkeit für ärztliche
Kommunikation geklärt werden muss. Selbst bei den bestehenden
Rahmenbedingungen kann eine Gesundheitseinrichtung durch veränderte
Gesprächstechniken für eine bessere Kommunikation sorgen.
Wünschenswert sei eine verpflichtende Fortbildung für praktizierende
ÄrztInnen in Kommunikation und sozialer Kompetenz, um diese lernen
und üben zu können. Aber auch PatientInnen sollten sich Gedanken
machen, wie sie mit einem Arzt reden. Denn Gesundheitsökonom
Piribauer meinte "Der, der verhandelt, lebt länger."

   Die Österreichischen Lotterien und Pfizer Austria unterstützten
auch heuer das DiskussionsFORUM des gemeinnützigen Haus der
Barmherzigkeit.

Weitere Bilder unter:
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/156

Rückfragehinweis:
   Haus der Barmherzigkeit
   Mag. Eva Bauer
   Tel.: +43/1/40 199 DW 1323 oder +43/664/8270784
   eva.bauer@hausderbarmherzigkeit.at
   http://www.hausderbarmherzigkeit.at
« Letzte Änderung: 21. Mai 2011, 19:12 von admin »

Geri

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Patienten ausreden lassen spart Zeit
« Antwort #5 am: 13. Juli 2011, 01:10 »

Patienten ausreden lassen spart Zeit

Arzt-Patient-Kommunikation: Eine Sprachwissenschaftlerin plädiert im KURIER-Interview für eine effizientere Gesprächsführung.

Letztes Update am 04.07.2011, 15:25

Haus der Barmherzigkeit Einfühlen können: Zwei Studenten der MedUni Wien im Gespräch mit einer Patientin des "Haus der Barmherzigkeit". Acht Wochen lang leisten sie dort Besuchsdienste.
Nicht immer ist es nur Zeitmangel, der ein gutes Arzt-Patient-Gespräch verhindert. "Oft erzielen Ärzte durch geringe Änderungen im Kommunikationsverhalten große Verbesserungen", sagt die Sprachwissenschaftlerin Marlene Sator, Uni Wien. Sie hat im Rahmen von Forschungsprojekten unter der Leitung von Florian Menz und gemeinsam mit ihrer Kollegin Johanna Lalouschek Leitlinien für eine effiziente und patientenorientierte ärztliche Gesprächsführung entwickelt.

KURIER: Woran liegt es, wenn die Arzt-Patient-Kommunikation nicht klappt?
Marlene Sator: Meist denkt man an die mangelnde Verständlichkeit. Das ist aber nicht das Hauptproblem, wenn die Ärzte die Fachwörter auch übersetzen. Vergessen wird hingegen oft die transparente Kommunikation: Der Arzt stellt sich namentlich vor, erklärt seine Funktion und informiert auch über den zeitlichen Rahmen, Zweck und Ablauf des Gesprächs. Dann kann sich der Patient mit seinen Erwartungen darauf einstellen.

Aber ist trotzdem oft nicht die Zeit viel zu kurz?
Eine transparente Kommunikation hilft zumindest, die knappe Zeit besser zu nützen. Wenn ich etwa weiß, dass mein Gegenüber ein Turnusarzt ohne Entscheidungsbefugnisse ist, werde ich bestimmte Fragen gar nicht stellen.

Lassen Ärzte ihre Patienten überhaupt ausreden?
Viele Ärzte haben die Angst, dass der Patient nicht zu stoppen ist, wenn sie ihn nicht unterbrechen - im Schnitt tun sie das laut einer Studie nach 22 Sekunden. Doch Untersuchungen zeigen regelmäßig, das die meisten Patienten im Normalfall ohnehin nach zwei Minuten zum Reden aufhören. Nur zwei Prozent reden von sich aus mehr als fünf Minuten - erzählen dann aber auch gegen Ende dieser Redezeit noch Dinge, die für die Behandlung relevant sind. Werden die Patienten hingegen unterbrochen, versuchen sie immer wieder, ihr Anliegen durchzubringen - das kostet auch Zeit und stört den Gesprächsverlauf. Deshalb ist es ganz wichtig, den Patienten im Gespräch Raum zu geben.

In welcher Form?
Sie müssen gleich zu Beginn die Möglichkeit haben, ihre Anliegen und Beschwerden darzulegen. Und der Arzt sollte auch explizit fragen: "Was ist denn Ihr Anliegen?" Denn häufig stellt sich heraus, dass der Patient ein ganz anderes Anliegen hat als der Arzt und die beiden aneinander vorbeireden. Das kann auch passieren, wenn sich der Arzt kein Bild von seinem Patienten macht, von seiner Person und seinen Erwartungen.

Oft leidet die Kommunikation aber auch dadurch, weil Gespräche sehr häufig unterbrochen werden.
Man wird nie ganz vermeiden können, dass jemand - etwa bei Notfällen - ein Gespräch stört. Aber letztlich sind diese Unterbrechungen sehr ineffizient, ebenso wie Multitasking, also das gleichzeitige Erledigen von mehreren Dingen. Besser ist es, sich bewusst auf das Gespräch einzustellen.

Was verändert eine bessere Kommunikation?
Eine patientenorientierte Kommunikation ist sehr effizient: Die Compliance(die Mitarbeit bei verordneten Therapien, Anm.) erhöht sich, der Verlauf der Behandlung ist effektiver, die Liegezeit im Krankenhaus ist kürzer und die Zufriedenheit mit dem Gespräch ist auf beiden Seiten höher. Das reduziert letztlich auch das Doktor-Hopping, also das Aufsuchen von einem Arzt nach dem anderen.

Letztes Update am 04.07.2011, 15:25

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Artikel vom 04.07.2011 15:00 | KURIER | Ernst Mauritz | « zurück zu Gesundheit

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