Autor Thema: Hausärzte (Neu?)  (Gelesen 452 mal)

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Hausärzte (Neu?)
« am: 31. Juli 2010, 01:39 »

Korosec: Hausärzte zu starken Schlüsselfiguren im Gesundheitssystem machen!
Utl.: SVA geht mit gutem Beispiel voran. Appell an Gesundheitsminister Stöger. =

   Wien (OTS) - "Die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft
(SVA) geht mit ihrem Modell einen weiteren Schritt in eine viel
versprechende Zukunft unseres Gesundheitssystems: Der Hausarzt soll
eine "Lotsenfunktion" erhalten, soll zur starken Schlüsselfigur im
Gesundheitssystem werden. Damit geht die SVA in eine Richtung, die
wir vom Seniorenbund seit Jahren einfordern. Leider kommen vom
Gesundheitsminister dazu im besten Fall bremsende Signale", erklärt
LAbg. Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin des
Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener
Seniorenbundes. "Dabei würden wir den Hausarzt als Schlüsselfigur so
dringend brauchen!"

   Korosec erklärt weiter: "Der Hausarzt als "Patientenlotse" wird im
Zuge der Neustrukturierung des Gesundheitssystems eine unersetzliche
Funktion erfüllen. Dafür müssen Hausärzte allerdings auch gestärkt
werden. Wir richten daher den dringenden Appell an
Gesundheitsminister Stöger: Wir brauchen eine neue Ärzteausbildung,
wo auch Hausärzte eine Facharztausbildung erhalten, und wo für
ausreichend finanzierte Lehrpraxen bei den Allgemeinmedizinern
gesorgt wird. Der Minister möge bitte entsprechende, seit Monaten
vorliegende, Initiativen dringend unterstützen!"

   "Die SVA setzt nach ihrem neuen Präventionsmodell nun schon den
zweiten vorbildlichen Akzent zur Neugestaltung des
Gesundheitssystems. Wenn viele diesem Vorbild folgen, können wir
einem besseren, patientenorientierten und auch finanzierbaren
Gesundheitssystem entgegen sehen", so Korosec abschließend.

Rückfragehinweis:
   Österreichischer Seniorenbund,

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Hausärzte (Neu?)
« Antwort #1 am: 31. Juli 2010, 01:59 »

Hausärzte im Zentrum (1)
Utl.: Neues Modell macht Gesundheitssystem humaner Vorteile für Patientinnen und Patienten =

   Wien (OTS) - Der Arzt als Vertrauensarzt, als Berater und
"Begleiter" bei Behandlungen und Therapien, als erster
Ansprechpartner bei Gesundheitsproblemen und verständnisvoller
Gesundheitsmanager seiner Patienten. Das sind die Eckpunkte des
Hausarztmodells, das die Bundeskurie Niedergelassene Ärzte anlässlich
des 121. Österreichischen Ärztekammertages Ende Juni beschlossen hat.
Die Betonung und Neupositionierung des Hausarztes und die damit
verbundene Stärkung des niedergelassenen Bereichs werden damit
erstmals inhaltlich detailliert festgehalten.

Der "Arzt des Vertrauens" - der gemäß diesem Modell auch eine
Fachärztin oder ein Facharzt sein kann - soll als Lotse durch das
Gesundheitssystem fungieren. "Er ist der 'gate opener' und betreut
den Patienten optimalerweise ein Leben lang", erklärte Günther
Wawrowsky, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und
Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, anlässlich der
Präsentation des Modells Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Dadurch
habe der Hausarzt umfassende Kenntnisse über die medizinische
Vorgeschichte des Patienten und kenne sein soziales Umfeld. So
könnten Krankheiten schneller erkannt und effizienter behandelt
werden. "Das Ziel ist es, dass die Patientinnen und Patienten ohne
Zeitverlust jene Hilfe bekommen, die sie benötigen", so Wawrowsky.

Wawrowsky: Patientensicherheit als Vorteil

Derzeit haben Patienten mit ihrer e-card einen kaum gesteuerten
Zugang zu allen Versorgungsstufen des Gesundheitssystems, sei es zur
Allgemeinmedizin, zur fachärztlichen Versorgung oder zur
Spitalsambulanz. Das kann zeitraubend und riskant, zusätzlich auch
kostenintensiv sein. Die Vertrauensärzte sollten nun als Lotsen
verhindern, dass Patienten ziellos im Gesundheitssystem herumirren,
bis sie die optimale Hilfe finden, sagte Wawrowsky. Dabei gehe es zum
Beispiel um die Vermeidung unnötiger Mehrfachuntersuchungen und die
Beobachtung des Medikamentenkonsums. Gerade bei multimorbiden
Menschen oder chronisch Kranken bestehe die Gefahr von unerwünschten
Wechsel- und Nebenwirkungen.

Die Ärztekammer spricht sich jedoch für eine Aufrechterhaltung der
freien Arztwahl aus. Wird das Modell umgesetzt, soll es möglich sein,
zwei Fachärzte direkt zu konsultieren - analog zum ursprünglichen
Krankenschein-System. "Damit sind Kontrollen bei Augenärzten oder
Gynäkologen überweisungsfrei möglich", so Wawrowsky. Aber: "Wir
glauben fest an den Sinn der Versorgungspyramide mit
Allgemeinmedizinern, Fachärzten, ambulanter sowie stationärer
Versorgung."

Laut dem Chef der niedergelassenen Ärzte müsse es ein Anreizsystem
für die Patientinnen und Patienten geben. Ziel sei "die Motivation
der Patienten, den Vertrauensarzt aufzusuchen, und nicht die
Sanktion, wenn dies nicht getan wird". Vorstellbar wäre das etwa
durch die Reduktion von Krankenkassen-Beiträgen oder Rezeptgebühren.
"Das Hausarztmodell ist einfach der richtige Weg, um Kosten ohne
Qualitätsverlust zu senken und es entlastet die Spitäler." Den
Vorteil habe auch die Politik erkannt, ohne jedoch zu handeln. "Seit
Jahren findet sich das Hausarztmodell in jeder Regierungserklärung.
Wir haben es nun umgesetzt", so Wawrowsky. (zk) (Forts.)

Rückfragehinweis:
   Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
   Mag. Martin Stickler
   Tel.: (++43-1) 513 18 33 - 14

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Hausärzte (Neu?)
« Antwort #2 am: 31. Juli 2010, 02:00 »

Hausärzte im Zentrum (2)
Utl.: Neues Modell macht Gesundheitssystem humaner Vorteile für Patientinnen und Patienten =

   Wien (OTS) - Wiegele: Umfassende Betreuung als Ziel

Der Hausarzt ist also erster Ansprechpartner und Vertrauensperson,
wenn es um die Gesundheit der Patientinnen und Patienten geht. Ziel
des neuen Modells sei es, den "Arzt des Vertrauens" als Wegbegleiter
zu installieren - vielleicht sogar generationenüberschreitend, sagte
der stellvertretende Bundeskurienobmann und Hausarzt-Projektleiter
Gert Wiegele. "Er kennt die Krankengeschichte seiner Patienten, weiß
über medizinische Probleme der Angehörigen Bescheid und ist über die
sozialen Verhältnisse und das Arbeitsumfeld im Bilde. Das bringt
enorme Vorteile." So könnten Zusammenhänge zwischen Beruf,
Partnerschaft und möglichen (psychosomatischen) Erkrankungen erkannt
oder das Augenmerk auf die frühzeitige Diagnose von psychischen
Beschwerden gelegt werden.

Gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten lege der
Vertrauensarzt das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen
fest, erläuterte der Mediziner weiter. Im Einverständnis mit ihr oder
ihm wisse er über sämtliche Befunde Bescheid, speichere und verwalte
sie als "Informationsdrehscheibe". Dort seien diese Daten auch
sicher, dafür würde die strenge ethische und gesetzliche
Schweigepflicht des Arztes sowie der Datenschutz sorgen.

Akzeptanz

"Am Land ist der Hausarzt bereits jetzt erster Ansprechpartner in
Gesundheitsfragen und übernimmt die im Hausarztmodell beschriebene
Schlüssel- und Mittlerrolle", glaubt Wiegele an eine Akzeptanz des
Modells. "93 Prozent der Bevölkerung haben einen Hausarzt und halten
ihm die Treue. 80 Prozent der Patienten sogar fünf Jahre und länger."
Auch eine Lotsenfunktion komme dem Hausarzt zu: Laut einer Umfrage
des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger würden 41 Prozent
der Bevölkerung nur mit einer Überweisung zum Facharzt gehen.

Damit das Hausarztmodell umgesetzt werden könne, bedürfe es aber
einiger Grundvoraussetzungen, so der stellvertretende Kurienchef.
Neben dem Anreizsystem für Patienten müsse der Hausarzt auf der
e-card registriert und die Vernetzung zwischen Allgemeinmedizinern,
Fachärzten und Spitälern ausgebaut werden, um eine effiziente und
kostensparende Behandlung zu ermöglichen. Motto: Gemeinsam ist besser
als einsam.

Teamwork statt Ärztemarathon

Die Vorteile für die Patienten liegen dabei auf der Hand: So sieht
das Hausarztmodell vor, eine verpflichtende Befundübermittlung
zwischen Krankenhaus, niedergelassenem Facharzt und
Allgemeinmediziner einzuführen. "Das gilt nicht nur bei
Überweisungen, sondern auch bei primärer Inanspruchnahme", so
Wiegele. Am Ende einer Behandlung müsse die Patientin bzw. der
Patient wieder an den Vertrauensarzt rücküberwiesen werden. So werde
sichergestellt, dass in allen Stufen des Systems die notwendige und
richtige Behandlung bereit stehe und der Patient nicht alleine
gelassen werde.

Fiedler: Keine Umwege für Patienten

"Der Vertrauensarzt kann in diesem Modell nicht nur ein
Allgemeinmediziner, sondern auch ein Facharzt sein", betonte der
Obmann der Bundessektion Fachärzte, Lothar Fiedler. Das bringe vor
allem für chronisch Kranke Vorteile, da sie gleich bei einem
Spezialisten "aufgehoben" seien. Den im Hausarztmodell der ÖÄK
vorausgesetzten Informationsaustausch zwischen den Ärzten begrüßt
Fiedler. "So erhält die behandelnde Fachärztin oder der behandelnde
Facharzt bei Überweisungen gebündelt sämtliche Infos, Fragestellungen
und anamnestische Daten, die bei einer fachärztlichen Behandlung
notwendig sind", sagte der Fachärztevertreter. Langwierige
Anamnesegespräche würden verkürzt und Umwege für den Patienten
vermieden. Auch der Tendenz, fachärztliche Leistungen in die Spitäler
zu verlegen, werde Einhalt geboten.  (zk) (Forts.)

Rückfragehinweis:
   Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
   Mag. Martin Stickler
   Tel.: (++43-1) 513 18 33 - 14

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Hausärzte (Neu?)
« Antwort #3 am: 31. Juli 2010, 02:01 »

Hausärzte im Zentrum (3)
Utl.: Neues Modell macht Gesundheitssystem humaner Vorteile für Patientinnen und Patienten =

   Wien (OTS) - Pruckner: Wertschätzung als Anreiz

"Speziell auf dem Land gehen wir davon aus, dass die Vertrauensärztin
oder der Vertrauensarzt ein Allgemeinmediziner sein wird", ergänzte
sein Pendant Jörg Pruckner, Obmann der Bundessektion
Allgemeinmedizin. Denn schon bisher versuchten die Landärzte die
Funktion des lebensbegleitenden und generationsüberschreitenden,
patientennahen Gesundheitsmanagers auszufüllen. Dies sei mangels
Alternative zwar notwendig, bleibe oftmals aber ein "bemühter
Versuch". Diese wichtige Funktion werde durch die fehlende
Berücksichtigung in den Leistungsvereinbarungen mit den Krankenkassen
nämlich verdrängt und enorm erschwert.

Unter den gegebenen Arbeitsbedingungen und der finanziellen
Geringschätzung würden immer weniger Kolleginnen und Kollegen den
Beruf des Hausarztes für erstrebenswert halten. Nachfolger seien
gerade auf dem Land schwer zu finden. "In den nächsten zehn Jahren
gehen 50 Prozent der Allgemeinmediziner in Pension", warnte Pruckner.
Akut seien bereits 60 bis 80 Ordinationen von Schließungen bedroht.
"Vor allem Landärzte in Ein-Arzt-Gemeinden mit wenigen Patienten sind
gefährdet. Durch die Schließung der Hausapotheken wird die Situation
noch verschärft."

Das Hausarztmodell sieht Pruckner als Chance, den Beruf des
Haus-/Landarztes wieder attraktiver zu machen. "Innerhalb des Modells
muss sich der Mehraufwand  in einem eigenen Tarifansatz
niederschlagen. Dem Gesundheitssystem wird  Geld gespart, der für die
Ärzte entstehende Aufwand muss daher jedenfalls getragen werden". Die
konsequente Umsetzung des Hausarztmodells sei ein längst überfälliger
Schritt im österreichischen Gesundheitswesen.

Herausforderungen der Zukunft

Der Vertrauensarzt wird also im ÖÄK-Modell zur zentralen Figur der
Gesundheitsversorgung. Zudem soll er sich verstärkt der
Vorsorgemedizin widmen. Um den Spitalsbereich zu entlasten ist auch
geplant, einen hausärztlichen Bereitschafts- und Ärztefunkdienst
flächendeckend einzuführen. Die Vertrauensärzte müssen sich nach
Vorstellung des Modells zudem auf mögliche medizinische und
demoskopische Entwicklungen vorbereiten: Etwa die Koordinierung und
Führung eines integrierten Behandlungsteams  - vor allem im
geriatrischen und palliativmedizinischen Bereich.

Kernpunkte des Hausarztmodells:

- Optimierte medizinische Betreuung und schnellere Hilfe für
        Patienten.
- Lotsenfunktion und ärztliche Begleitung im Gesundheitssystem.
- Effektive Patientenbetreuung durch Stärkung des
        niedergelassenen Bereichs.
- Entlastung der Spitäler.
- Betonung und Neupositionierung des Hausarztes durch mehr
        Kompetenz.
- Durch mehr Wertschätzung wird der Beruf attraktiver.
- Dadurch: Stopp des "Landarzt-Sterbens": In den nächsten zehn
        Jahren gehen 50 Prozent der Allgemeinmediziner in Pension,
        Nachfolger sind schwer zu finden (Stichwort Hausapotheken).

Voraussetzungen für Umsetzung des Hausarztmodells:

- Entsprechende Grundlagen, etwa auf Basis der Verträge
        zwischen Ärztekammern und Sozialversicherungen oder einer
        gesetzlichen Regelung.
- Anreizsystem für Patienten.
- Adäquate Honorierung der "Vertrauensärzte" durch die

~
        Sozialversicherungen. Zwar wird die Basisversorgung mehr
        Geld kosten, dafür wird jedoch in den teureren Bereichen
        eingespart.
~

- Registrierung des Hausarztes auf der e-card.
- Verpflichtende Befundübermittlung.
- Bessere Vernetzung zwischen Ärzten und Spitälern.
- Flächendeckender hausärztlicher Bereitschafts- und
        Funkdienst.
- Fundierte Aus-, Weiter- und Fortbildung der Hausärzte.
- Eine fünfjährige Ausbildung zum (Fach)Arzt für
        Allgemeinmedizin.
- Verpflichtende einjährige Lehrpraxis. Adäquate öffentliche
        Förderung.

Geplante nächste Schritte der Ärztekammer:

- Das Modell wird dem Gesundheitsministerium und den Sozial-
        versicherungsträgern vorgestellt.
- Gespräche und Verhandlungen mit der Sozialversicherung.
- Rascheste, gemeinsame Umsetzung.

Statistisches:

- Österreichweit gibt es etwa 4315 niedergelassene

~
        Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag und rund 4150
        niedergelassene Kassen-Fachärzte.

- Diese Ärztinnen und Ärzte verzeichnen pro Jahr rund 100
        Millionen Patientenkontakte. Über 342.000 Menschen suchen
        täglich die österreichischen Kassenordinationen auf.
~

- Am häufigsten werden die niedergelassenen Allgemeinmediziner
        aufgesucht. Pro Jahr verzeichnen sie rund 22,5 Millionen
        Erst- und etwa 31 Millionen Folgekonsultationen.

- 2007 gaben vier von fünf Österreichern ab 15 Jahren an,
        innerhalb der letzten zwölf Monate einen Allgemeinmediziner
        aufgesucht zu haben.

- 30 Millionen Mal konsultieren die Österreicherinnen und

~
        Österreicher jährlich eine Fachärztin oder einen Facharzt.
        Im Schnitt holt sich also jeder Patient vier Mal im Jahr Rat
        von einem medizinischen Spezialisten.
~

- Die Zahl der Kassenärztinnen und -ärzte ist seit Jahren
        konstant und liegt statistisch bei rund einem Arzt auf 1000
        Einwohner.

- Rund 2000 Landärztinnen und -ärzte machen durchschnittlich
        850 Hausbesuche jährlich.

- Mit rund 930 Hausapotheken versorgen die Landärzte etwa zwei
        Millionen Menschen daheim oder in der Praxis mit
        lebensnotwendigen Medikamenten. (zk) (Schluss)

Rückfragehinweis:
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Gitti

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Ärzte initiieren nun selbst einen Gehaltsvergleich
« Antwort #4 am: 07. Januar 2012, 01:03 »

Ärzte initiieren nun selbst einen Gehaltsvergleich

Feldkirch – Seit Wochen schon sorgt der Ärztemangel in den Vorarlberger Krankenhäusern für Schlagzeilen. Besonders die Schweiz und Deutschland locken Mediziner mit mehr Lohn und vor allem besseren Arbeitsbedingungen. (10 Kommentare)

    Gehaltsmodelle für Ärzte

    “Es braucht eine schnelle und radikale Gehaltsreform”

Aus diesen Gründen haben sich auch viele deutsche Ärzte wieder aus Vorarlberg verabschiedet. Beide Faktoren, Gehalt und Arbeitszeit, brennen gleichwohl den hiesigen Spitalsärzten unter den Nägeln. „Da müssen wir vergleichbar werden“, fordert deren Sprecher Dr. Burkhard Walla. Wie hoch die Steigerungen ausfallen müssten, um beim Gehalt mit Nachbarstaaten konkurrenzfähig zu sein, wird derzeit erhoben. „Wir haben einen Gehaltsvergleich in Auftrag gegeben“, bestätigt Walla.
Ein zentrales Anliegen

Unabhängig davon bleibt ein zentrales Anliegen der Spitalsärzte bestehen: Sie wollen die Einrechnung der fixen Zulagen in das Grundgehalt. Denn: „Im Falle einer Erkrankung hat ein Arzt lediglich das Grundgehalt und keinen Cent mehr“, begründet Burkhard Walla diese „seit Langem bestehende Forderung“. Und der Basislohn ist, wie die dargestellten Gehalts-Modelle zeigen, nicht eben üppig. Wie weit die Ärztegehälter zwischen Österreich und der Schweiz tatsächlich auseinanderdriften, zeigt ein aktueller Vergleich europäischer Ärztegehälter. Dieser Erhebung zufolge liegt das jährliche Grundgehalt österreichischer Krankenhausärzte je nach Berufserfahrung zwischen brutto 37.046 Euro (Einsteiger) und 135.111 Euro (12 Jahre mit umfassender Leitungsfunktion). In der Schweiz hingegen beträgt es zwischen 69.499 Euro (Einsteiger) und 418.341 Euro (12 Jahre mit umfassender Leitungsfunktion). Für Deutschland wurden ähnliche Summen wie für Österreich ermittelt: Sie liegen zwischen 47.000 Euro (Einsteiger) und 124.000 Euro (12 Jahre mit umfassender Leitungsfunktion). Zum Vergleich: In Vorarlberg kommt ein langjähriger Oberarzt auf einen Jahresverdienst von rund 70.000 Euro brutto (Grundgehalt).
Vorgriffe auf Gehaltsreform

Zwischenzeitlich hat das Land jedoch auf die prekär werdende personelle Situation reagiert und eine umfassende Gehaltsreform für 2014 angekündigt. „Die durch Abgänge entstandenen zusätzlichen Belastungen waren für uns Anlass, klare Zeichen zu setzen und umgehend Verbesserungen zu erwirken“, so der Geschäftsführer der Krankenhausbetriebsgesellschaft Dr. Gerald Fleisch. Als Vorgriff auf die Gehaltsreform werden ab 1. Jänner 2012 unter anderem die monatlichen Zulagen für ärztliche Mitarbeiter erhöht. Die Gefahrenzulage beispielsweise von 187,49 auf 218,74 Euro. Ebenso kommt es zu einer besseren Abgeltung der Überstunden, und es gibt mehr Fortbildungstage. Insgesamt lässt sich das Land diese Maßnahmen rund drei Millionen Euro kosten. Finanziell bereits nachgebessert wurde bei der ärztlichen Rufbereitschaft, und Quereinsteiger erhalten eine höhere Einstufung. Was die Gehaltsreform betrifft, können erste Ergebnisse laut Gerald Fleisch im Frühjahr präsentiert werden. Bei den Spitalsärzten stößt der Reformwille auf Zustimmung. „Wichtig ist, dass Bewegung in die Sache kam, allerdings bleibt noch viel zu tun“, so Spitalsärztesprecher Burkhard Walla.


VN/Marlies Mohr

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