Autor Thema: Blasenkrebs: Kongressberichte  (Gelesen 535 mal)

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Blasenkrebs: Kongressberichte
« am: 08. September 2010, 00:16 »

Siehe auch detto unter Prostatakrebs!



Studienmangel: Mehr Studien zur Harnblasenkarzinomtherapie gefordert
17.09.2009 – DRESDEN (BIERMANN) – "Das Harnblasenkarzinom ist ein bisschen das verlorene Kind der Forschung", bemängelte Prof. Jürgen Gschwend, Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik des Klinikums Rechts der Isar der LMU München. Das Harnblasenkarzinome habe in den letzten 20 Jahren seine Inzidenz verdoppelt. 28.000 Menschen erkranken jährlich an dem Tumor, der auch zu den teuersten Tumoren weltweit gehört. ... weiterlesen

http://www.uro.de/news/,navigation_id,539,medcon_artikel_start,7,_psmand,4.html

Geri

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Originalarbeit
   Aktuel Urol 2011; 42(2): 122-127
DOI: 10.1055/s-0031-1271391

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York
 
 
Mechanismen der Tumorzelldissemination und Nachweis zirkulierender Tumorzellen beim Urothelkarzinom

Mechanisms of Tumour Cell Dissemination and Methods for Detection of Circulating Tumour Cells in Transitional Cell Carcinoma
 
D. Schilling1, T. Todenhöfer1, F.-A. Taran2, A. Hartkopf2, A. Stenzl1, T. Fehm2
1 Klinik für Urologie, Interdisziplinäre Forschungsgruppe für Minimal Residual Disease, Universitätsklinikum Tübingen
2 Klinik für Frauenheilkunde, Interdisziplinäre Forschungsgruppe für Minimal Residual Disease, Universitätsklinikum Tübingen
Zusammenfassung

Die systemische Aussaat einzelner maligner Zellen aus dem Tumorzellverband stellt einen frühen essentiellen Schritt bei der Metastasierung solider Tumoren dar. Für das Mammakarzinom und andere solide Tumoren konnte gezeigt werden, dass zirkulierende Tumorzellen (CTC) im Blut prognostisch ungünstig sind. In diesem Artikel werden die essentiellen Schritte der Tumorzelldissemination erläutert und die Grundlagen der Tumorzelldetektion dargestellt. Der aktuelle Stand der Wissenschaft bei der Detektion zirkulierender Tumorzellen beim Mamma- und Blasenkarzinom wird erörtert und die potenzielle klinische Bedeutung des Nachweises von CTC beim Blasenkarzinom diskutiert.

Richi

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Blasenkrebs: Kongressberichte
« Antwort #2 am: 23. Mai 2011, 13:35 »
Blasen-Ca: zirkulierende Tumorzellen prognostisch ungünstig

„Beim Blasenkarzinom lag der Fokus der klinischen Forschung im Jahr 2010 auf Narrow Band Imaging, zirkulierenden Tumorzellen, CIS, adjuvanter Chemotherapie und Lymphadenektomie“, sagt Prim. Priv.-Doz. Dr. Walter Albrecht von der Abteilung für Urologie am Landesklinikum Weinviertel in Mistelbach. Neue Daten gibt es jedoch auch zur Epidemiologie. So zeigte eine große, prospektive Kohortenstudie, dass Rauchen das Risiko für ein Blasenkarzinom auch nach mehr als 20 Jahren noch erhöht (AUA 2010: Abstr #1160 und #1026). Umgekehrt reduziert eine Nykturie das Risiko deutlich (EAU 2010: Abstr #42). Dr. Albrecht: „Wer mindestens zweimal pro Nacht hinaus muss und auch noch viel trinkt, hat eine 80%ige Risikoreduktion.“ Generell schützt hohe Flüssigkeitsaufnahme vor Blasenkrebs (EAU 2010: Abstr #669). Eine Analyse der SEER-Datenbank zeigt für das in unseren Breiten sehr seltene primäre Adenokarzinom der Blase eine sehr ungünstige Prognose und schlechtes Ansprechen auf Therapie (AUA 2010: Abstr #1827).

In der Diagnostik gewinnt das Narrow Band Imaging an Bedeutung. Dr. Albrecht: „Dieses Licht kann Bruchteile von Millimetern in die Schleimhaut eindringen und die Gefäße darstellen.“ Im Vergleich zu White Light hat sich die Methode als deutlich überlegen erwiesen (AUA 2010: Abstr #1355). Zirkulierende Tumorzellen (CTCs) konnten bei Patienten mit nicht invasiven High-Risk-Tumoren als unabhängiger Risikofaktor überführt werden (AUA 2010: Abstr #968). Weitere Arbeiten zeigen, dass CTCs bei rund einem Drittel der Patienten mit fortgeschrittenem Blasenkarzinom gefunden werden und auch hier prognostisch ungünstig sind (AUA 2010: Abstr #961). Auch zeigte sich eine gute Korrelation zwischen CTCs und pathologischem Staging sowie klinischem Outcome (AUA 2010: Abstr #1025).

In der Histologie hat sich ein Substaging mit Unterscheidung zwischen pT1 micro-invasive (pT1m) und pT1 extensive-invasive (pT1e) als sinnvoll erwiesen (EAU 2010: Abstr #195). Die Autoren empfehlen eine Übernahme dieser Differenzierung in die TNM-Klassifikation. Auch zur Instillation gibt es Neues. Eine Studie mit mehr als 300 Patienten zeigt, dass eine präoperative Instillation bei Patienten mit intermediären und High-Risk-Tumoren Vorteile bringt (EAU 2010: Abstr #196; AUA 2010: Abstr #1346). Diabetes mellitus konnte im Zusammenhang mit einer Instillation als Risikofaktor für Rezidiv, Progression und Zystektomie identifiziert werden (AUA 2010: Abstr #1347). Bei Patienten mit primärem CIS ist das Ansprechen auf eine BCG-Therapie nach sechs Monaten ein guter Prädiktor für die Progression zum invasiven Karzinom (EAU 2010: Abstr #1034; AUA 2010: Abstr #158). Eine Studie mit 243 Patienten, die wegen eines klinischen CIS zystektomiert wurden, zeigt, dass bei 36% ein Upstaging erforderlich wurde. In einigen Fällen wurde auch eine Invasion der Lymphknoten bzw. Lymphknotenmetastasen festgestellt (EAU 2010: Abstr #199). Ein ungünstiges Licht auf die Behandlungsqualität werfen zwei auf dem AUA präsentierte Arbeiten, die zeigen, dass die meisten Patienten mit oberflächlichem Blasenkarzinom keine Therapie erhalten, die den heutigen Standards entspricht.

http://haematologie-onkologie.universimed.com/artikel/oncoforum-2011-neues-zu-tumoren-von-niere-blase-hoden-und-penis

Mehr: http://urologie.universimed.com/
« Letzte Änderung: 23. Mai 2011, 13:36 von Richi »