Omega-3 Säure könnte das Prostatakrebs Risiko befördern. Die gesunde Herzdiät könnte mit anderen Risiken verknüpft sein.
Quelle: (AHN) Reporter: David Goodhue
Location: Seattle, WA, United States Published: April 26, 2011 07:40 am EDT
Topics: Health, Medical Research, Health, Disease, Health, Physical Fitness
Eine Studie nach der anderen zeigt, dass Omega-3-Fettsäure, wie es in Fischöl gefunden wird, großartigen Einfluß auf die Gesundheit des Herzens nimmt. Aber neuere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen auf, dass das Gleiche nicht für die männliche Prostata gilt.
Wissenschaftler am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle, WA, behaupten, dass sie in ihren Studien herausgefunden haben, dass Männer mit dem höchsten Prozentsatz an Docosahexaenoischer Säure – eine Entzündung verringernde Omega-3-Fettsäure, wie sie üblicherweise im Fisch zu finden ist - einem zweieinhalb mal höheren Risiko ausgesetzt sind, einen aggressiven, hochgradigen Prostatakrebs zu entwickeln, verglichen mit Männern mit den niedrigsten DHA-Werten.
Die Wissenschaftler fanden ebenfalls heraus, dass Männer mit den höchsten Konzentrationen der Trans-fettigen Säuren, die mit Herzerkrankungen in Verbindung gebracht werden, eine 50prozentige Verringerung des hochgradigen Prostatakrebses aufwiesen.
Keines der Fette war mit einem Risiko des geringgradigen Prostatakrebses in Verbindung zu bringen. Der führende Wissenschaftler Theodore M. Brasky machte die Aussage, dass er und seine Kollegen verblüfft waren, durch das, was sie da gefunden haben und dass sie eine Menge Zeit darauf verwendet haben, sicher zu gehen, dass ihre Analysen korrekt waren.
Das, was wir gefunden haben, stellt das, was wir wissen – oder eher das, wovon wir meinen, dass wir es wissen – über Ernährungsbeeinflussungen, Entzündungen und der Entwicklung von Prostatakrebs auf den Kopf und beleuchtet die Komplexität der Studien der Verbindungen von Ernährung und dem Risiko verschiedener chronischer Erkrankungen.
Ein Gesamtbericht über diese Studien erscheint in der Ausgabe des American Journal of Epidemiology von 25. April 2011.
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http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?6458-Da-f%E4llt-beim-Prostatakrebsinteressierten-die-Kinnlade-runter.
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Hallo Christian,
eine provozierende Studie, die Du hier vorstellst. Widerspricht es doch der gängigen Sichtweise, dass hohe Omega-3 Fettsäurewerte günstig für den Krankheitsverlauf als auch präventiv sind. Sollte das alles falsch sein? Oder fehlt uns das Verständnis wichtiger Zusammenhänge? Ich hatte die Sichtweise von Dr. Myers hier vorgestellt.
Ein paar willkürlich ausgewählte Studien:
1. The data supports the hypothesis that AA not only promotes CaP invasion, it also prepares the 'soil', making it more supportive for implantation and propagation of the migrating metastatic cell.
2. Dietary intake of fish and omega-3 polyunsaturated fatty acids (omega-3 PUFAs) may decrease the risk of prostate cancer development and progression to advanced stage disease.
3. Dietary n-3 polyunsaturated fatty acids enhance hormone ablation therapy in androgen-dependent prostate cancer.
4. n-3 Fatty acids from fish or fish-oil supplements, but not alpha-linolenic acid, benefit cardiovascular disease outcomes in primary- and secondary-prevention studies:
Es gibt natürlich sehr viele weitere Studien, die hohe Omega-3 Spiegel günstig erscheinen lassen, ich will das nicht weiter kommentieren, finde die Studienlage aber schon überwältigend, auch wenn es, wie immer, ein paar gegenteilige Ergebisse gibt. Man darf aber schon davon ausgehen, dass die Leute vom "Fred Hutchinson Cancer Research Center" aufrichtig arbeiten. Was ist der Grund für dieses abweichende Ergebnis? Ein Möglichkeit hat der fleissige Jim im Anschluss an die Studienvorstellung gepostet:
Jim Waldenfels:
Ich frage mich, ob die Omega-3 Quelle (pflanzlich oder tierisch) für das unerwartete Ergebnis von einem höheren Prostatakrebs Risiko bei erhöhtem Omega-3-Fettsäuren verbunden ist. Seit vielen Jahren hat Dr. Charles "Snuffy" Myers, mit seinem Hintergrund nicht nur als Onkologe spezialisiert auf Prostatakrebs, sondern auch als einzigartig führender Pharmakologe an der NIH, eine entschiedene Unterscheidung zwischen diesen Quellen beschrieben. Er hat darauf hingewiesen, dass Omega-3 aus Fisch gesund für uns ist, sowohl für Prostatakrebs als auch für unsere Herzen. Aber das pflanzliche Omega-3 Fettsäuren, die vom menschlichen Körper nicht gut verarbeitet werden, sogar gefährlich sind. Er hat eine Broschüre, die diese Punkte im Detail erklärt veröffentlicht ("Leinsamen: Allheilmittel oder Gift?"). Er zitiert Untersuchungen, die belegen, dass die Alpha-Linolsäure (ALA) in Leinöl, Rapsöl, und einige andere hohe ALA Quellen gefährlich für Prostatakrebs Patienten sein können.
Was ich aus dem Artikel von "Sitemaster" und dem damit verbundenen Abstrakt und Pressemitteilung entnommen habe ist, dass die Serum Proben alle von den Teilnehmern des "Prostate Cancer Prevention Trials" stammen. Wenn ich mich recht erinnere, wurden die Ergebnisse im Jahr 2003 nach etwa 7 Jahren Nachbeobachtungszeit veröffentlicht. Das bedeutet, dass die Proben mit ziemlicher Sicherheit in der Mitte der 1990er Jahre genommen wurden. Damals, in dieser Zeit, war Leinöl eine beliebte Nahrungsergänzung, und einige Marken wurden angepriesen als die für die Prostata von Vorteil. Es ist durchaus möglich, dass einige der Männer aus der Studie Leinöl ergänzten. Wenn ja, so Dr. Myers, würde dieses Verhalten den Prostatakrebs angetrieben haben.
Die Berichterstattung dieser Studie beschreibt, dass nicht viele Männer in der Studie Fischöl Ergänzungen einnahmen, sondern Fisch assen. Es würde mich interessieren, ob die Forscher der Studie die Quelle der Omega-3 Fettsäuren, pflanzlich oder tierisch, untersucht haben. Ich frage mich, ob das im Serum gefundene Omega-3 nach der Herkunft überhaupt zu unterscheiden ist? Weiß jemand, ob Fisch basierte Omega-3 Fettsäuren evt. schneller absorbiert und schnell metabolisiert werden, so dass sie sich in Serumproben daher weniger auffällig zeigen? Wäre das umgekehrt für pflanzliches Omega-3 möglich?
Ich nehme etwa 3.600 Einheiten Fischöl täglich sowie Hering zum Mittagessen, und mindestens ein paar Fischessen pro Woche.
Ich werde im Anschluss an diese Stellungnahme in PubMed nach ergänzenden Untersuchungen forschen. Bis dahin, vielen Dank für dieses Posting zum Nachdenken und zum Anregung eigener Recherche. Mich würde noch interessieren, warum diese Studie nicht öffentlich verfügbar ist, da sie durch das NCI finanziert wurde?
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In Fortsetzung des Beitrages von LowRoad, der auf Jim Waldenfels hingewiesen und dessen Beitrag auch gleich übersetzt hatte: Hier kann man die nächsten Beiträge der Diskussion weiterverfolgen, Jim W. nimmt Stellung zum Fischöl, zum Selen, zum Vitamin E, zum Granatapfel.
Der Jim ist seit über 11 Jahren allein mit intermittierender ADT unterwegs, hat weder OP noch Radiatio bis heute nötig gehabt - also ihm kann man schon mal zuhören!
Ich glaube, wir tun gut daran, die ersten Meldungen über die Daten-Auswertung des Postdoc Dr.Brasky nicht gleich als feststehende "neue Erkenntnis" zu übernehmen - das könnte dann nur heissen: PCa-Männer, Hände weg vom Fischöl! So eine Konsequenz wäre aus meiner Sicht völlig absurd.
Das erste minimalerweise ist: fulltext besorgen und LESEN - dann bekommt man überhaupt erstmal einen Eindruck, was die Datensammelei des PCPT und dessen späte Interpretation bzgl. Fettsäuren wert sein kann.
Das zweite minimalerweise wäre: die Stellungnahme von Snuffy Myers abwarten - dessen statment hat deshalb Gewicht, weil es im Kontext PCa & Fettsäuren kaum einen anderen Experten weltweit gibt, der ähnlich gut aufgestellt ist.
Wenn wir Glück haben, bekommen wir auch ein statement von Dr. Sears, das würde mich besonders freuen.
Das dritte minimalerweise ist jetzt sofort schon: Nicht jammern, sondern sich auf den Hosenbosden setzen und die ganze Komplexität von Fett-Status und Krebsentwicklung entfalten! Ich möchte nur auf einen einzigen Zusammenhang hinweisen, der allein schon genügend Erklärung bieten könnte, warum man auch bei Aufnahme von viel ungesättigten Fettsäuren gesundheitlich nicht unbedingt gut liegt: Fettsäuren und antioxidativer Schutz. Wenn ich auf das Verhindern oder Durchbrechen von Lipidperoxidation, die bei ungesättigten Fettsäuren viel leichter passieren kann, nicht achte, habe ich u.U. eine höhere Belastung als wenn ich die Finger von ungesättigten FS lasse. Übrigens sind es die diversen Tocopherole u. Tocotrienole ( Vitamin E ), die in der Lage sind, die oxidativ-zerstörerischen Kettenreaktionen von Lipidperoxidationen zu durchbrechen. Und übrigens ist eine Supplementierung von Vitamin C parallel zum Vitamin E unbedingt erforderlich, um sich gegenseitig in der Redox-Kapazität zu stützen.
Tschüss!
Rudolf