Autor Thema: Wie wird Gebärmutterkörper(Gebärmutter)/Gebärmutterhalskrebs erkannt  (Gelesen 2528 mal)

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christina62

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Diagnose

Die Diagnose der Gebärmutterkörperkrebserkrankung erfolgt durch die Histologie, die mittels Curettage (Ausschabung der Gebärmutterhöhle) gewonnen wird. Ergänzend zur gynäkologischen Tastuntersuchung erfolgt auch die Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter durch die Scheide. Dadurch können Schleimhautveränderungen vor allem bei Blutungen im Wechsel näher beurteilt werden. Mitunter kann durch diese Untersuchung ein operativer Eingriff erspart werden

« Letzte Änderung: 23. Februar 2008, 03:38 von admin »
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christina62

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Entstehung und Risiko:Gebärmutterkörperkrebs
« Antwort #1 am: 03. Juni 2007, 12:09 »

Entstehung und Risiko:

Mehr als 75% der Krebserkrankungen, die im Gebärmutterkörper (Korpus) entstehen, nehmen von den drüsenbildenden Zellen der Schleimhaut (sogenannte Adenokarzinome), ihren Ausgang und werden daher auch Endometriumkarzinome bezeichnet. In Österreich wird jährlich bei etwa 900 Frauen die Diagnose Korpuskarzinom gestellt. Die Erkrankung tritt vorwiegend nach der Menopause auf, der Häufigkeitsgipfel liegt bei 55 - 60 Jahren. Ein sehr seltener maligner Tumor ist das Uterussarkom, das von der Muskelwand (Myometrium) des Gebärmutterkörpers ausgeht. Eine der Ursachen für das Korpuskarzinom liegt im Ungleichgewicht der weiblichen Hormone während der Periode um die Menopause. Risikofaktoren sind: Das Alter (über 50); Kinderlosigkeit; Wechsel erst nach dem Alter von 55 Jahren; Verabreichung von östrogenhaltigen Medikamenten ohne Gestagenzusatz während der Wechseljahre; Zuckerkrankheit (Diabetes); Übergewicht und Fettleibigkeit (Fettzellen speichern Hormone).

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hilde

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HPV (DNA) bzw. PAP Test
« Antwort #2 am: 06. Januar 2008, 12:18 »
NEJM-Studie (1): Im Vergleich zum Pap-Test hat der HPV-Test eine höhere Sensitivität in der Detektion von  zervikalen intraepithelialen Neoplasien Grad 2 und 3.

Zervixkarzinom-Screening: DNA-Test auf Humanes Papillomvirus (HPV)versus Abstrich nach Papanicolaou.

HINTERGRUND: In einer randomisierten Studie sollte untersucht werden,
ob der DNA-Nachweis von onkogenen Humanen Papillomviren (HPV) dem Abstrich nach Papanicolaou (Pap-Test)
beim Zervixkarzinom-Screening überlegen ist.

METHODEN: Die Detektion von high-grade zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN) mittels eines durch die FDA (Food and Drug Administration) zugelassenen HPV-Tests und eines konventionellen Pap-Tests wurde bei Frauen im Alter von 30 – 69 Jahren in Montreal und St. John's (Kanada) verglichen. Bei Frauen mit einem abnormen  Pap-Testbefund oder einem positiven HPV-Test (mindestens 1 pg high-risk HPV-DNA pro Milliliter) wurde eine Kolposkopie mit Biopsie durchgeführt. Zur Kontrolle erfolgte dies auch bei einer willkürlichen Auswahl von Frauen mit negativem Testergebnis. Sensitivität und Spezifität wurden auf Verification-Bias korrigiert. ERGEBNISSE: Insgesamt wurden 10154 Frauen randomisiert in die Untersuchung eingeschlossen. Bei allen Frauen wurden beide Tests in randomisierter Reihenfolge und an einem Untersuchungstag durchgeführt. Die Sensitivität des HPV-Tests für CIN II / III lag bei 94,6% (95% Konfidenzintervall [KI], 84,2 bis 100), während der Pap-Test eine Sensitivität von  55,4% (95% KI, 33,6 bis 77,2; p=0,01) erreichte. Die Spezifität des HPV-Tests betrug 94,1% (95% KI, 93,4 bis 94,8), die Spezifität des Pap-Tests 96,8% (95% KI, 96,3 bis 97,3; p<0,001). Die Reihenfolge der Tests zeigte keinen Einfluss auf das Ergebnis. Der Einsatz beider Tests zusammen ergab eine Sensitivität von 100% und eine Spezifität von 92,5%. Durch ergänzende Triage-Untersuchung, entweder Pap-Test oder HPV-Test, wurden weniger Patientinnen zur Kolposkopie überwiesen als bei Anwendung nur eines Tests allein. Allerdings war die Sensitivität bei Triage geringer. Es wurden keine Nebenwirkungen berichtet.

SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Im Vergleich zum Pap-Test hat der HPV-Test
eine höhere Sensitivität in der Detektion von  zervikalen intraepithelialen Neoplasien.


1.      Mayrand M-H et al. Human papillomavirus DNA versus Papanicolaou screening tests for cervical cancer. N Engl J Med 2007 Oct 18; 57:1579.

 

hilde

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UMIT-Studie: Neue Strategie zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs in Deutschland
Utl.: Verbesserte Effektivität und Effizienz, Verringerung von unnötigen Risiken =

   Hall in Tirol (OTS) - Im Rahmen eines Health Technology
Assessments, welches vom Deutschen Institut für Medizinische
Information und Dokumentation (DIMDI) / Bundesministerium für
Gesundheit in Auftrag gegeben wurde, hat das Institut für Public
Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment der
Health & Life Sciences Universität UMIT unter der Leitung von
Univ.-Prof. Dr. Uwe Siebert  eine medizinische Entscheidungsanalyse
und Kosten-Nutzen-Bewertung des Einsatzes des HPV-Testverfahrens zur
Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs im Vergleich zum herkömmlich
angewandten zytologischen Verfahren nach Papanicolaou für den
deutschen Gesundheitskontext durchgeführt.

   In Zusammenarbeit mit deutschen Klinikern und Tumorregistern sowie
einem internationalen Expertenpanel ist es ihnen gelungen, ein
Computersimulationsmodell für den natürlichen Erkrankungsverlauf und
die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln und zur
Untersuchung und Bewertung unterschiedlicher Vorgehensweisen in der
Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs einzusetzen.

   "Die Ergebnisse unserer Kosten-Nutzen-Bewertung zeigen, dass die
HPV-basierte Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs
gemessen an relevanten Langzeitendpunkten wie vermiedenen Krebsfälle
und Lebenserwartung der aktuell eingesetzten Zytologie überlegen ist
und kosteneffektiv eingesetzt werden kann, wenn sie in mindestens
zweijährigen Untersuchungsintervallen durchgeführt wird", erklärt Dr.
Gaby Sroczynski M.P.H., die am Institut die Forschungsgruppe Medical
Decision Making leitet und die Studie koordinierte. In der
Modellrechnung erzielte ein HPV-basiertes Screening alle zwei Jahre
bei gleicher Teilnahmerate der Frauen praktisch denselben Effekt wie
das jährliche zytologische Screening.

   Das derzeitig praktizierte Screening zur Früherkennung von
Gebärmutterhalskrebs weise in verschiedenen Bereichen Mängel auf, so
Sroczynski. Diese führen dazu, dass die Wirksamkeit der Früherkennung
suboptimal sei, dass vermeidbare Risiken nicht ausreichend
ausgeschlossen würden und dass es zu unnötig hohen
Ressourcenverbräuchen und Kosten komme. Derzeit wird in Deutschland
ein jährliches Screeningintervall empfohlen (in den meisten anderen
Ländern ein zwei- bis fünfjähriges Intervall). Die Testsensitivität
und die Teilnahmerate an der Früherkennungsuntersuchung sind sehr
niedrig.

   "Das wichtigste Ergebnis unserer Studie ist, dass heute
intelligentere und schonendere Früherkennungsstrategien das Risiko
unnötiger invasiver Eingriffe reduzieren können ohne dabei an
Wirksamkeit zu verlieren und ohne erhöhte Kosten zu verursachen.
Wichtig ist nun, bei den Frauen Verständnis und Akzeptanz für die
neue Strategie zu fördern", so Univ.-Prof. Dr. Uwe Siebert, der
Leiter dieser Studie.

   Die Studienergebnisse wurden bereits auf internationalen und
deutschen wissenschaftlichen Tagungen vorgestellt und mit einem
Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie
(DGGÖ) ausgezeichnet.

   Das Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health
Technology Assessment der Tiroler Health & Life Sciences Universität
UMIT besteht seit 2005. Die Forschungsschwerpunkte des Instituts
liegen in den Public-Health-Bereichen Früherkennung und Evaluation
von populationsbezogenen Gesundheitsmaßnahmen. Im Bereich Public
Health Decision Making, Health Technology Assessment (HTA), und
gesundheitsökonomische Evaluation der Früherkennung von
Gebärmutterhalskrebs ist das Forscherteam bereits seit Jahren im
deutschsprachigen Raum führend und kooperiert dabei mit anderen
Institutionen aus den Bereichen Zytologie, Gynäkologie, Epidemiologie
und Cochrane Zentren.

Rückfragehinweis:
   hannes.schwaighofer@t-c-c.at, Tel: 0664 4618201