Wann behandeln?
Man spricht von chronischen Lymphödemen, sowie sie nicht mehr in unmittelbarem Zusammenhang zum Beispiel mit einer Operation auftreten. Sie müssen konsequent behandelt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und Gewebeschäden nach Möglichkeit zu vermeiden. Fachleute können derzeit allerdings eine allgemeine vorbeugende Behandlung - also bei Betroffenen ohne Symptome - nicht empfehlen.
Die Ursachenklärung steht am Anfang: Haben Tumorzellen die Lymphbahnen verlegt, oder ist die Schwellung durch die Vorbehandlung zu erklären, also eine Operation oder Bestrahlung? Gibt es weitere Erkrankungen, die als Ursache in Frage kommen? Je nach Ergebnis wird eine individuelle Behandlung entwickelt.
Fachleute teilen das Lymphödem je nach Dauer und Schwere der Symptome in drei Stufen ein.
Stadium I:
Die Schwellung ist relativ frisch und noch weich, sie bildet sich bei Schonung und Ruhe oder durch Hochlagerung von Arm oder Bein wieder zurück. Überprüfen lässt sich dies zum Beispiel durch das Messen des Umfangs von betroffenem Arm oder Bein und den Vergleich zur gesunden Seite. Drückt man vorsichtig auf das geschwollene Gewebe, bildet sich eine Delle.
Ein solches Stadium kann direkt nach einer Operation zur Lymphknotenentfernung auftreten und sollte dann sorgfältig beobachtet werden, ob es sich zeitgleich zum ersten Abheilen von Wunden zurückbildet. Einige Kliniken haben begonnen, bereits direkt nach einem chirurgischen Eingriff auftretende Schwellungen zu behandeln; Routine ist dieses Vorgehen jedoch noch nicht, auch der Umfang und die Art der Behandlung muß noch geklärt werden.
Später, nach dem ersten Abheilen von Wunden oder nach einer Bestrahlung, ist das frühe Stadium eines Lymphödems ein Alarmsignal - Betroffene sollten zum Arzt gehen und nicht länger zuwarten, ob sich die Schwellung von alleine zurückbildet.
Stadium II:
Die Schwellung besteht meist schon etwas länger. Die Haut und das Bindegewebe sind verhärtet, die Umrisse beispielsweise von Fingern oder Zehen sind verändert und nicht nur einfach geschwollen.
Das Gewebe fühlt sich fest an, bei Druck entstehen keine Dellen mehr. Die Behandlung wird aufwändiger und dauert länger.
Stadium III:
Wird das Lymphödem nicht behandelt, sind Haut und Gewebe deutlich geschädigt und verändert, die Schwellung kann groteste Ausmasse annehmen. Die Flüssigkeit im Gewebe kann sich in Bläschen ansammeln, die bis unter die Haut gehen und aufplatzen können. Kleine Verletzungen haben nicht selten zu Entzündungen auf der Haut geführt, oder die Haut ist von einem Pilz befallen. Die Schwellung kann groteske Ausmasse annehmen. Hier sollten Spezialisten mit viel Erfahrung hinzugezogen werden, der Aufenthalt in einer Fachklinik steht häufig am Anfang der Behandlung.
Wen fragen?
Die Suche nach geeigneten Ansprechpartnern sollte so früh wie möglich beginnen, wenn der Verdacht auf ein Lymphödem besteht.
Ärzte:
Ob das Risiko eines chronischen Lymphödems überhaupt besteht, sollte möglichst früh mit den behandelnden Ärzten besprochen werden, falls diese nicht schon von vornherein darauf aufmerksam machen. Die behandelnden Ärzte bleiben auch weiterhin wichtige Ansprechpartner, die spätestens bei Kontrolluntersuchungen auf Beschwerden aufmerksam gemacht werden sollten, besser jedoch gleich dann, wenn Probleme auftreten. Sie verordnen sowohl Behandlungen wie auch Mittel zur Vorbeugung, koordinieren die Anwendung und überweisen gegebenenfalls zu Spezialisten.
Quelle: Krebsinformation.de