WELTKREBSTAG 2012: Gewichtsverlust als mögliches Anzeichen für eine Krebserkrankung =
Linz (OTS) - Der morgige Weltkrebstag steht international ganz im
Zeichen der Vorsorge. In diesem Zusammenhang sollte jedoch nicht nur
an die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen beim Haus- oder
Facharzt gedacht werden, sondern auch an die achtsame Wahrnehmung von
Veränderungen am eigenen Körper. Denn: Bei bis zu 70 % aller
Krebspatienten macht sich die Tumorerkrankung bereits Monate vor der
Diagnosestellung durch einen - zum Teil sehr deutlichen -
Gewichtsverlust bemerkbar.
Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, aber auch der Lungenkrebs, sind
typische Beispiele für Tumorerkrankungen, bei denen Betroffene
mehrere Kilogramm Körpergewicht verlieren. Bei ca. 1/3 der Patienten
beträgt der Verlust sogar mehr als 10 % ihres ursprünglichen
Gewichts, noch bevor die Erkrankung überhaupt diagnostiziert wird.
Brust-, Prostata- oder Dickdarmkrebs bedingen, dass jeder 5. Patient
innerhalb weniger Monate im Schnitt 5 Kilogramm ungewollt abnimmt.
Dem unerwarteten Gewichtsverlust wird nach wie vor häufig keine
besondere Beachtung geschenkt, ganz im Gegenteil: ein paar Kilogramm
weniger auf der Waage sind anfänglich für viele Menschen eher Anlass
zur Freude als zur Besorgnis. Eine genaue Unterscheidung, ob der
Gewichtsverlust bewusst, z.B. durch eine Diät herbeigeführt wurde, ob
psychisch belastende Situationen wie eine Trennung bzw. der Tod eines
Angehörigen den Appetit hemmen oder ob jemand ohne erkennbaren Grund
Gewicht verliert, ist hier besonders wichtig", sagt OA Dr. Wolfgang
Sieber, Leiter des Ernährungsteams am Krankenhaus der Barmherzigen
Schwestern Linz, und ergänzt: "Nur die unbeabsichtigte
Gewichtsabnahme über einen Zeitraum von mehreren Monaten kann ein
Warnzeichen für eine bösartige Erkrankung sein." In diesem Fall ist
es ratsam, rasch den Hausarzt aufzusuchen.
Während der Körper im Zuge einer Diät Fettgewebe abbaut, kommt es bei
der Krebsbedingten Abnahme vor allem zum Verlust von Muskelgewebe.
"Dies erklärt, warum sich Betroffene trotz Gewichtsabnahme nicht
gesünder und vitaler, sondern eher schwächer und zum Teil müde
fühlen", betont Intensivmediziner Dr. Wolfgang Sieber. Der
"Substanzverlust" kostet dem Körper Kraft, sodass Patienten
schlechter auf Therapien ansprechen, anfälliger für Nebenwirkungen
von Chemo- oder Strahlentherapie werden und sich die Heilungschancen
insgesamt verringern.
"Die gute Nachricht ist, dass für diese Patienten mit einer gezielten
Ernährungstherapie viel getan werden kann", sagt OA Dr. Sieber.
Studien belegen, dass spezielle medizinische Kostformen nicht nur
eine weitere, tumorbedingte Gewichtsabnahme verhindern, sondern dass
Patienten auch besser auf Therapien ansprechen sowie weniger
Nebenwirkungen zeigen, die Lebenserwartung steigt und die
Lebensqualität deutlich zunimmt. Außerdem verringert sich die
Anfälligkeit für Begleiterkrankungen, insbesondere Infektionen.
Im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz werden die Patienten
mittlerweile auf fast allen Bettenstationen am Aufnahmetag auf eine
mögliche Mangelernährung untersucht und wöchentliche
Verlaufskontrollen durchgeführt. Falls erforderlich, wird eine
spezielle Ernährungstherapie eingeleitet, zusätzlich erfolgt einmal
wöchentlich gezielt eine Ernährungsvisite, um den Patienten
individuell in Ernährungsfragen zu beraten und zu behandeln.
"Seit wir dieses systematische 'Ernährungs-Screening' durchführen,
beobachten wir eine deutliche Zunahme der Sensibilität aller
Mitarbeiter das Thema Mangelernährung betreffend, wovon natürlich in
erster Linie unsere Patienten profitieren", erklärt OA Dr. Wolfgang
Sieber.
Das Heimtückische an der Mangelernährung ist, dass sie von außen oft
nicht erkennbar ist, denn auch übergewichtige Menschen können
mangelernährt und somit vom Abbau der Muskelmasse betroffen sein.
Daher wird die Mangelernährung auch in medizinischen und
pflegerischen Einrichtungen nach wie vor häufig übersehen.
Rückfragehinweis:
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Sigrid Miksch, MSc
Servicebereich PR & Marketing
KH der Barmherzigen Schwestern
Seilerstätte 4
4010 Linz
Tel.: 0732/7677-4550
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