http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=081114019 Gebärmutterhalskrebs: Unwissen fordert 280.000 Tote jährlich
Frauen-Netzwerke und Forscher fordern bessere Aufklärung Nizza (pte/14.11.2008/12:05) - Einer aktuellen Studie zufolge führen
fehlende Information und Aufklärung über Vorbeugung, Behandlung und
Konsequenzen von Gebärmutterhalskrebs dazu, dass sich viele Frauen
unnötigerweise ängstigen und sorgen. Dank moderner medizinischer Methoden
wie etwa dem regelmäßigen Krebstest und einer dreiteiligen Impfung könnte
die Zahl der jährlich 280.000 Todesfälle durch diesen Krebs deutlich
reduziert werden. Die Studie wurde von Wissenschaftlern bei der Eurogin
http://www.eurogin.com/2008, die derzeit in Nizza stattfindet,
präsentiert.
Die neuen Studienergebnisse wurden unter europäischen Frauen erhoben, die
bereits eine abnormale Zelldiagnose nach einem Screening-Test zeigten.
Die Ergebnisse begleiten den Launch des Women Against Cervical Cancer
WACC Netzwerks, das aus Freiwilligengruppen, Institutionen und NGOs
besteht. Durch erzieherische Maßnahmen seitens Mediziner und Experten
soll vor allem eines erreicht werden: eine bessere Aufklärung. Das mache
auch das Studienergebnis deutlich, bei dem 82 Prozent der befragten
Frauen meinten, dass sie sich mehr Informationen über
Gebärmutterhalskrebs, humane Papillomaviren (HPV) und Prävention
wünschen.
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Trotz der nun möglichen Impfung gegen humane Papillomaviren und damit
gegen den Ausbruch der Krebserkrankung, wird der Ruf nach besserer
Information deutlich", meint Joseph Monsonego, Präsident von Eurogin und
WACC. Der Mediziner verweist darauf, dass die Zahl der
jährlich 500.000
Erkrankungsfälle dies zeige. Der jährliche Krebsabstrich sowie die
HPV-Impfung sind in der Lage dieses Risiko deutlich zu verringern.
Gebärmutterhalskrebs weist die höchste Mortalitätsrate von Frauen
weltweit auf. Rund 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebsfälle werden
durch HPV der Typen 16 und 18 verursacht. Übertragen werden diese Viren
in erster Linie durch sexuellen Kontakt. Eine Übertragung über den
einfachen Hautkontakt ist allerdings ebenfalls möglich, daher schützen
Kondome nicht ausreichend vor einer Infektion. Bei den risikoreichen
Typen kommt es im Genitalbereich von Frauen im Lauf der Zeit zu
Zellveränderungen und in der Folge zu Krebsvorstufen, die über den
PAP-Test frühzeitig entdeckt werden.
Untersuchungen in Europa haben gezeigt, dass das Wissen über die
Ansteckung und Entstehung zu vielen Frauen nicht bekannt sind. Darüber
klagt etwa Javier Cortes-Bordoy vom spanischen Gesundheitsministerium.
In
Spanien habe jede zweite Frau keine Ahnung von HPV. Dazu kommen noch
ungenaue bzw. gegensätzliche Informationen über HPV. Cristina Brusati von
der italienischen Organisation L'Osservatorio Nazionale sulla Donna
berichtet, dass die Gratis-Impfung für alle Mädchen im Alter von elf
Jahren in Italien bereits auf dem besten Weg zur Durchführung sei.
"Die
Hälfte aller italienischen Regionen hat bereits mit der Impfaktion
begonnen, die zweite Hälfte wird noch vor dem Jahresende 2008 damit
anfangen", so die Aktivistin.
Adel Mahmoud, Wissenschaftler am Department of Molecular Biology in
Princeton, verweist in seinem Vortrag mit Nachdruck auf die Erkenntnisse
des diesjährigen Medizin-Nobelpreisträgers Harald zu Hausen. Hausen hatte
bereits 1976 die Hypothese publiziert, dass HPV eine Rolle bei der
Entstehung von Gebärmutterhalskrebs spielten. Die Erkenntnisse, die
schließlich wissenschaftlich bewiesen wurden, führten letztlich zur
Entwicklung des HPV-Impfstoffes Gardasil, der 2006 auf den Markt kam.
"Noch schlimmer ist die Situation allerdings in den Regionen außerhalb
Europas etwa in Afrika oder in Südasien", betont Mahmoud. Aufklärung sei
oberstes Gebot. "Systematische und globale Bemühungen für geeignete Tests
zur Erkennung von HPV-Infektionen sowie Strategien zur Durchführung von
Impfungen für jene, die den Schutz brauchen, sind dringend angesagt", so
der Forscher.