Autor Thema: Fluoreszenz-Zystoskopie mit HEXVIX  (Gelesen 6358 mal)

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Dietmar E.

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Fluoreszenz-Zystoskopie mit HEXVIX
« am: 31. März 2007, 21:23 »
Ich berichte von der Pressekonferenz am 20.3.07 im ORF:
Sie sehr gut besuchte PK. wurde bestens organisiert und von Ostösterreichs Spitzenurologen, verstärkt mit Doz. Dr. Zaak aus Deutschland, den zahlreich erschienen Medienvertretern gut "rüber gebracht."

„BLASENKARZINOM - NEUE STANDARDS“
Donnerstag, 29.3.2006 ; 9.30h – 10.30h
„ORF KULTURCAFE“ im Funkhaus
1040 Wien, Argentinierstr. 30a

Werte KollegInnen,
immer dann, wenn etwas neu ist in der Medizin, ruft man seit einiger Zeit nach einem Konsensus. Neben der medizinisch therapeutischen Bewertung spielt dabei heute auch die Thematik der Gesundheits-ökonomie rund um Behandlungskosten und potentielle Einsparungen eine bedeutsame Rolle.
Eine solche Situation ist bei der Diagnose des Blasenkrebses entstanden, die sich durch das kürzlich registrierte Diagnostikum „Hexvix®“ erheblich verbessern lässt.
Blasenkrebs tritt häufig als eine Art Tumor-Streu-Herd auf. Die vielen kleinen Karzinome sind aber in der herkömmlichen „Weißlicht“-Blasenspiegelung schwer diagnostizierbar. Daher können bei dieser herkömmlichen Untersuchungsmethode bis zu 42% der ober-flächlichen Karzinome übersehen werden. Gefährlich, denn die sind extrem aggressiv und damit brandgefährlich.
Die Substanz (Hexa)Aminolävulinsäure – ein Kontrastmittel - macht mittels der so genannten Fluoreszenz-Cystoskopie (Blasenpiegelung mit Blaulicht) das bösartige Gewebe in Form grell pinkfarbe-ner Strukturen bestens sichtbar (Titelbild).
Mehr Sicherheit für den Behandler, der besser weiß, wo der Krebs wirklich sitzt. Mehr Sicherheit für die Betroffenen, die nicht mehr fürchten müssen, dass etwas „übersehen“ wurde. Im Besonde-ren zählt dies als Fortschritt beim oberflächlichen Karzinom (T1, Talpha oder CIS/Carcinoma in situ), das als sehr aggressiv gilt.
Um dieses neue Diagnostikum, seinen Wert und seine Vorteile zu bewerten, hat die Österreichische Gesellschaft für Urologie einen - für die Betroffenen erfreulichen - Konsensus-Bericht erstellt. Als spezieller Gast kommt zur Präsentation der Diagostik-Experte Akademischer Rat Privat-Doz. Dr. Dirk Zaak aus München. Seien Sie dazu persönlich besonders herzlich eingeladen!


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« Letzte Änderung: 06. Juli 2007, 09:39 von admin »
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Dietmar E.

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Fluoreszenz-Zystoskopie mit HEXVIX, lt. "Der Standard"
« Antwort #1 am: 31. März 2007, 21:26 »
Eine gute Zusammenfassung brachte "Der Standard" am 30.3.07

Blasenkarzinom: Fluoreszenz lässt Krebszellen aufleuchten

Verbesserte Zystokopie zur Untersuchung und auch Nachkontrolle des Gewebes
Wien - Ein Blasenkarzinom wird in Österreich jährlich 2.500 bis 3.000 Mal neu diagnostiziert. Bei Männern (und dies wiederum mehrheitlich bei Rauchern) steht das Karzinom an der vierten Stelle der häufigsten Krebserkrankungen, bei den Frauen an der siebenten. Das Problem liegt darin, dass bei den weniger bösartigen Tumoren häufig Rückfälle auftreten, bei den aggressiven hingegen die Hälfte der Patienten binnen zwei Jahren stirbt. Ein neues Diagnoseverfahren lässt per Fluoreszenz die Krebszellen bei der Untersuchung aufleuchten und verbessert damit die Chancen der Patienten, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.
Kategorien
Blasenkarzinome spielen sich in drei Kategorien an: Da sind die papillären, die nur oberflächlich an der Blasenschleimhaut wachsen. Sie sind mit zwei Drittel der Fälle die häufigsten. Diese Tumoren lassen sich gut entfernen, es kommt aber bei 50 bis 70 Prozent der Patienten binnen relativ kurzer Zeit zu einem Rückfall. Die Betroffenen leiden viele Jahre an der Erkrankung - mit wiederholten chirurgischen Eingriffen.
Dazu kommen die Carcinoma in situ - das sind flach wachsende, aber trotzdem sehr gefährliche Karzinome. Sie lassen sich mit den üblichen Katheter-Untersuchungen kaum erkennen. Die dritte Gruppe sind die hoch invasiven Tumoren, die schnell in umgebende Organsysteme einwachsen und auch Metastasen bilden. Die Entfernung der Harnblase ist hier die wichtigste Behandlungsstrategie.
Untersuchung
Neben der Beurteilung von Zellproben ist die Zystoskopie - also die visuelle Untersuchung der Harnblase mit einem biegsamen Katheter - die wichtigste Untersuchungsmethode. Mit normalem Licht hat sie aber nur eine eingeschränkte Aussagekraft. Eine Verbesserung verspricht die an der Ludwig-Maximilian-Universität in München entwickelte Fluroeszenz-Zystokopie. Hier wird ein Lichtverstärker in die Blase eingebracht, welcher bösartige Zellen unter blauem Licht besser aufleuchten lässt.
Dirk Zaak, Mitentwickler der Methode in München: "Damit lässt sich die Rückfallsrate von mehr als 40 auf 16 Prozent im Zeitraum von acht Jahren reduzieren." Das Verfahren wird zur Diagnose, aber auch während der Operation angewendet. Im letzteren Fall sichert die bessere visuelle Darstellung des Tumors die möglichst restlose Entfernung von bösartigem Gewebe. In der Folge kann das Verfahren auch zur Nachkontrolle verwendet werden.
Verbesserte Erkennung
Die flach wachsenden Carcinoma in situ werden mit dem Verfahren, das offiziell in der EU zugelassen worden ist, überhaupt erst per Zytoskopie erkennbar. Der Chef der Urologischen Universitätsklinik in Wien, Michael Marberger: "Damit lassen sich selbst bei einer optimalen Zytologie (Untersuchung von Zellen aus dem Harn, Anm.) um 68 Prozent mehr solcher Veränderungen erkennen." Dabei wurde bisher die Untersuchung von Zellen als hundertprozentig effektiv angesehen.
Laut Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit der neuen Methode, lässt sich dadurch vor allem bei Patienten, denen sonst oft erneute Eingriffe drohen, eine Kostenersparnis für das Gesundheitswesen von rund 170 Euro pro Jahr erreichen. Wenn man den Betroffenen aber einige der Eingriffe während ihres Lebens ersparen könnte, wäre das vor allem ein enormer Nutzen für die Lebensqualität der Patienten. (APA). Standard, 30.3.07

Anm: Gerne beantworten wir Detailfragen; bitte an kontakt@krebsforum.at
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Fluoreszenz-Zystoskopie mit HEXVIX
« Antwort #2 am: 10. Juni 2007, 16:30 »

PK. im ORF, Standart schreibt am 30.3.07:

Blasenkarzinom: Fluoreszenz lässt Krebszellen aufleuchten

Verbesserte Zystokopie zur Untersuchung und auch Nachkontrolle des Gewebes


Wien - Ein Blasenkarzinom wird in Österreich jährlich 2.500 bis 3.000 Mal neu diagnostiziert. Bei Männern (und dies wiederum mehrheitlich bei Rauchern) steht das Karzinom an der vierten Stelle der häufigsten Krebserkrankungen, bei den Frauen an der siebenten.

Das Problem liegt darin, dass bei den weniger bösartigen Tumoren häufig Rückfälle auftreten, bei den aggressiven hingegen die Hälfte der Patienten binnen zwei Jahren stirbt. Ein neues Diagnoseverfahren lässt per Fluoreszenz die Krebszellen bei der Untersuchung aufleuchten und verbessert damit die Chancen der Patienten, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Kategorien
Blasenkarzinome spielen sich in drei Kategorien an: Da sind die papillären, die nur oberflächlich an der Blasenschleimhaut wachsen. Sie sind mit zwei Drittel der Fälle die häufigsten. Diese Tumoren lassen sich gut entfernen, es kommt aber bei 50 bis 70 Prozent der Patienten binnen relativ kurzer Zeit zu einem Rückfall. Die Betroffenen leiden viele Jahre an der Erkrankung - mit wiederholten chirurgischen Eingriffen.
Dazu kommen die Carcinoma in situ - das sind flach wachsende, aber trotzdem sehr gefährliche Karzinome. Sie lassen sich mit den üblichen Katheter-Untersuchungen kaum erkennen. Die dritte Gruppe sind die hoch invasiven Tumoren, die schnell in umgebende Organsysteme einwachsen und auch Metastasen bilden. Die Entfernung der Harnblase ist hier die wichtigste Behandlungsstrategie.

Untersuchung
Neben der Beurteilung von Zellproben ist die Zystoskopie - also die visuelle Untersuchung der Harnblase mit einem biegsamen Katheter - die wichtigste Untersuchungsmethode. Mit normalem Licht hat sie aber nur eine eingeschränkte Aussagekraft. Eine Verbesserung verspricht die an der Ludwig-Maximilian-Universität in München entwickelte Fluroeszenz-Zystokopie. Hier wird ein Lichtverstärker in die Blase eingebracht, welcher bösartige Zellen unter blauem Licht besser aufleuchten lässt.

Dirk Zaak, Mitentwickler der Methode in München: "Damit lässt sich die Rückfallsrate von mehr als 40 auf 16 Prozent im Zeitraum von acht Jahren reduzieren." Das Verfahren wird zur Diagnose, aber auch während der Operation angewendet. Im letzteren Fall sichert die bessere visuelle Darstellung des Tumors die möglichst restlose Entfernung von bösartigem Gewebe. In der Folge kann das Verfahren auch zur Nachkontrolle verwendet werden.

Verbesserte Erkennung
Die flach wachsenden Carcinoma in situ werden mit dem Verfahren, das offiziell in der EU zugelassen worden ist, überhaupt erst per Zytoskopie erkennbar. Der Chef der Urologischen Universitätsklinik in Wien, Michael Marberger: "Damit lassen sich selbst bei einer optimalen Zytologie (Untersuchung von Zellen aus dem Harn, Anm.) um 68 Prozent mehr solcher Veränderungen erkennen." Dabei wurde bisher die Untersuchung von Zellen als hundertprozentig effektiv angesehen.

Laut Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit der neuen Methode, lässt sich dadurch vor allem bei Patienten, denen sonst oft erneute Eingriffe drohen, eine Kostenersparnis für das Gesundheitswesen von rund 170 Euro pro Jahr erreichen.
Wenn man den Betroffenen aber einige der Eingriffe während ihres Lebens ersparen könnte, wäre das vor allem ein enormer Nutzen für die Lebensqualität der Patienten.


Dietmar Erlacher, bei der Pressekonferenz anwesend.



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Blasenkrebs! Neue Fluoreszenz-Zystoskopie mit HEXVIX
« Antwort #3 am: 10. Juni 2007, 17:42 »

oUniv. Prof. Dr. Michael Marberger
Vorst. d. Univ. Klin. f. Urologie, Meduni Wien

Spezielle Probleme der Diagnostik beim Blasenkrebs

Wenn man von Blasen-Tumoren im Allgemeinen – also wohl gutartigen als auch malignen Geschwüren - spricht, verfügen wir mit der herkömmlichen Cystoskopie (Blasenspiegelung) unter Einsatz von Weißlicht über eine Methode, die sowohl eine hohe Sensitivität als auch Spezifität aufweist.

Anders die Situation bei Blasen-Karzinomen, die sich als „flache Karzinome“ oder CIS (Carcinomata in Situ) darstellen. CIS sind solche Karzinome bzw. Prä-Karzinome, die sich auf die oberflächliche Zellschicht beschränken und noch nicht in tiefere Strukturen - insbesondere Gefäße (Metastasierung) – eingewachsen sind.

Die spezielle Variante des Blasenkrebses macht bis zu 7% der Fälle aus. Wenngleich diese Zahl auf den ersten Blick vielleicht gering erscheinen mag, so gibt es einen Umstand, der das Bild schlagartig zu ändern vermag: die besondere Gefährlichkeit eben dieser Gruppe. Und zwar so gefährlich, dass – selbst bei Ausheilung – das Nach-Kontroll-Intervall bei nur 3 Monaten liegt.
Leider stehen wir ausgerechnet bei diesen Blasenkarzinomen vor einem Dilemma in der Diagnose, da hier die sonst so bewährte, herkömmliche Cystoskopie eine hohe Versagerquote aufweist. Im Extremfall kommt es für die Betroffenen zu einer „Verzögerung“ der Diagnose mit letalen Folgen.

Grundsätzlich lässt sich dazu noch anmerken, dass die Zytologie diagnostisch helfen könnte, allerdings ist seitens der Pathologie dafür eine derartig hohe Kompetenz und Qualifikation vonnöten wie sie im Regelfall nicht zur Verfügung steht.
Daher ist hier die – nunmehr durch ein registriertes Präparat allgemein verfügbare – Fotolumineszenz-Technik heute die diagnostische Methode der Wahl. Vom Prinzip her stütz sie sich auf die Tatsache, dass bösartige Tumore aufgrund des hohen Stoffwechsels die zugeführte fotoaktive Substanz besser aufnehmen.

Eine europäische Studie konnte eine Steigerung der Diagnosen-Rate um 25% nachweisen. Auch bei verstreuten, weniger aggressiven Karzinomen kann die Fotolumineszenz relevante Vorteile vorweisen.
Aus Sicht der Praxis ist dabei erfreulich, dass diese Technik letztlich für jeden durchführbar ist, so gut wie keine Nebenwirkungen aufweist und eine sehr hohe Trefferquote hat.


Anm: Bei der Pressekonferenz anwesend, Dietmar Erlacher
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Blasenkrebs, Neu: HEXVIX
« Antwort #4 am: 10. Juni 2007, 17:45 »

Akadem. Rat Univ. Doz. Dr. Dirk Zaak, München


Was kann die neue Methode Hexvix?


Man kann durchaus sagen, dass die photodynamische Diagnose heute eine der herausragenden Innovationen in der Diagnose des Blasen-Krebses, darstellt. Nicht zuletzt gibt es dazu auch ausdrückliche Empfehlungen seitens der Europäischen Gesellschaft für Urologie (European Association of Urology/EAU).

Weiters gilt e zu bedenken, dass es sich beim Blasen-Karzinom um das 4-häufigste Karzinom beim Mann handelt. In Deutschland verzeichnen wir rund 25.000 Neuerkrankungen pro Jahr – grob umgerechnet nach der Formel 10:1 würde das für Österreich rund 2.500 neue Fälle jährlich ergeben.

Rechtzeitig diagnostiziert, lässt sich das Karzinom in vielen Fällen durchaus endoskopisch behandeln, d.h. in vielen Fällen kann die Harnblase erhalten werden und muss nicht offen-operativ entfernt werden. Ein wesentliches Problem besteht nun darin, dass das Karzinom aber durch eine sehr hohe Rezidivhäufigkeit (=Wiederauftreten) gekennzeichnet. In vielen Fällen tritt das Karzinom dann auch an mehreren Stellen der Blase gleichzeitig und häufig auch als sehr flache, manchmal fast unsichtbare Wachstumsform auf.

Was ändert sich nun durch die neue Methode? Vor allem verbessert sich die Kontrastierung und damit die Erkennbarkeit im Rahmen der Blasenspiegelung entscheidend. Es handelt sich dabei um eine photodynamische Reaktion zwischen spezifisch in die Harnblase eingebrachten Farbstoffen und Licht einer definierten Wellenlänge, als deren Ergebnis das Karzinom als „pinkfarbiges“ Areal imponiert.

Das Verfahren wurde vor ca. 15 Jahren an der Ludwig-Maximilians-Universität München entwickelt und in die klinische Routine weltweit übergeführt. Ursprünglich wurde mit 5-Aminolävulinsäure (ALA) gearbeitet, aber erst jetzt steht uns ein registriertes und standardisiertes Diagnostikum zur Verfügung, das in Österreich Ende 2006 unter dem Namen Hexvix® zugelassen wurde.

Klinische Studien konnten zeigen, dass statistisch signifikant 30% mehr Tumore erkannt werden. Ein Umstand, der besonders Hochrisikopatienten zugute kommt. Die Konsequenz liegt in einer entscheidenden Verbesserung des Therapie-Managements mit einer effizienteren Behandlung. Dies resultiert mittlerweile in einer langfristigen Reduzierung der Behandlungskosten und schafft dem Patienten mehr Lebensqualität.

Eine Regensburger Studie konnte zeigen, dass – auf Basis von 8-Jahres-Ergebnissen – die Rezidiv-Rate hochsignifikant gesenkt werden kann. Eine Berliner Studie kam zu identen Ergebnissen.
Zur Erlangungen einer FDA-Zulassung für die USA läuft derzeit eine weltweite Studie an 27 Zentren, von denen 7 in Europa angesiedelt sind.

Die eindrucksvollen Erfolge haben in Deutschland dazu geführt, dass die Spitzenverbände der Kostenträger für das Jahr 2007 einer speziellen Sonderregelung zugestimmt haben, mittels derer besonders erfolgreiche neue Methoden in Diagnostik und Therapie zusätzlich finanziell gestützt werden, um sie möglichst allen Betroffenen sofort verfügbar zu machen.
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Dietmar E.

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KREBS OFT ÜBERSEHEN !!!
« Antwort #5 am: 10. Juni 2007, 17:53 »
Prim. Dr. Wolfgang Loidl
Vorst. d. Abtlg. f. Urologie, KH d. Barmh. Schwestern, Leiter des AUO der ÖGU

Was ergab der Konsensus?

Es ist in der modernen Medizin heute üblich, zu wichtigen Fragen in Diagnostik und Behandlung einen so genannten Konsensus zu erstellen. Warum? Nun, Anhänger einer bestimmten – häufig neuen - Methode neigen häufig dazu, sie – nicht immer objektiv – hochzujubeln, während Skeptiker und Zweifler das Gegenteil tun. Häufig mit ähnlich verschobenem Blickwinkel.

Dazu kommen immer die nahe liegenden Interessen der Produzenten oder Vertreiber von Diagnostika oder Präparaten, die auf besonders erfolgreichen Umsatz zielen.

Um nun Licht in das Netzwerk der vielfältigen Interessen zu bringen, beruft man eine Expertengruppe und betraut sie mit der Erstellung des so genannten Konsensus. Er stellt, wenn es unterschiedliche Meinungen gibt, gleichsam den kleinsten gemeinsamen Nenner medizinischer Wahrheit zum Zeitpunkt seiner Erstellung auf der Grundlage Evidenz basierender Daten (EBM) dar.

Daher nahe liegend, dass im Rahmen der Konsensuserstellung sämtliche verfügbaren wissenschaftlichen Daten gesammelt und bewertet werden. - Um das medizinische Handeln auf möglichst hohem Niveau zu standardisieren, um den Betroffenen möglichst hohe diagnostische und therapeutische Sicherheit zu gewähren, um im Rahmen der Fachgesellschaft Richtlinien anzubieten.

Es empfiehlt sich, an derartige Aufgaben immer mit einer gesunden Portion Misstrauen heranzugehen, um möglichst objektiv zu arbeiten, denn nur gute Studienergebnisse sind geeignet, eventuelle Zweifel auszuräumen.

Aktueller Anlassfall war die bevorstehende Einführung des Diagnostikums Hexvix®. Zu dessen Bewertung berief mich der Arbeitskreis für Urologische Onkologie (AUO) der Österreichischen Gesellschaft für Urologie.

Das Ergebnis ist für die Betroffenen sehr erfreulich. Wir gehen davon aus, dass es sich bei der Fluoreszenzdiagnostik mit Hexvix®, deren Prinzipien seit rund 10 Jahren bekannt sind, um eine ausgezeichnet sichere Methode handelt. Es besteht zweifelsfrei eine hohe Wertigkeit für die Therapie insbesondere in Form einer Verbesserung in Richtung der diagnostischen Sicherheit,

da - je nach Studien – mit herkömmlicher Blasenspiegelung bis zu 42% der oberflächlichen Karzinome übersehen wurden.

Das führte zu einer Rezidivrate von bis zu 72%.



Die Methode verbessert die Detektionsrate erheblich, insbesondere bei oberflächlichen und verstreuten Karzinomen. Dadurch sinkt die Rezidivrate und mit ihr die Zahl an Nachoperationen sowie die Operationsdauer insgesamt.
Das Diagnostikum ist seit Ende 2006 in Österreich registriert, überall verfügbar und stellt durch seine offizielle Registrierung die juristisch einzig zulässige Methodik dieser Art dar.

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Dietmar E.

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Blasenkrebs und Hexvix (Studie)
« Antwort #6 am: 10. Juni 2007, 17:56 »

Univ. Prof. Dr. Bernhard Schwarz
Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien


Gesundheitsökonomische Aspekte,  Zur Kostenwahrheit

Die Bewertung der neuen Methode zur Diagnose oberflächlicher Blasen-Karzinome aus gesundheitsökonomischer Sicht bekommt vor allem durch eine brandneue Deutsche Studie einen klaren Charakter.
Bislang gab es drei Studien, die sich vor allem mit der Einsparung von Ressourcen beschäftigten. Darunter versteht man beispielsweise die Einsparung von Operationen und den damit verbundenen Kosten aufgrund einer verbesserten Therapie oder eben Diagnostik wie in diesem Falle.

Im Prinzip folgten die älteren Studien folgendem Prinzip: Durch die wesentlich bessere Vorhersagekraft der Diagnostik kommt es zu einer Senkung von Rezidiven (Wiederauftreten) und damit von menschlichem Leid. Der medizinische Benefit steht damit außer Zweifel.

Aufgrund der vorliegenden Literatur senkt dies die Zahl der Operationen, der Nachfolgecystoskopien oder die lang dauernde Cytostatikagabe, um einige wichtige Punkte zu nennen, was zwangsweise zu einem entsprechenden ökonomischen Nutzen führt.

Bereits von „European Urology“ (www.europeanurology.com) – dem Organ der europäischen Gesellschaft für Urologie - angenommen ist die bislang aussagekräftigste und in Euro ausgewiesene Studie von Maximilian Burger et al (European Urology; DOI: 10.1016/j.eururo.2007.01.064) von der Universität Regensburg.

Schon in ihrer Einleitung betonen die Autoren die große gesundheitsökonomische Belastung durch diesen Krebs. Immerhin beträgt die jährliche Fallzahl in der EU 90.000. 80% dieser Karzinome sind nicht invasiv und davon führen wiederum 70% zu Rezidiven. Damit kommt es zu einem lebenslangen Leiden und somit zu einer der kostenintensivsten Karzinom-Formen von der Diagnose bis zum Ableben der Betroffenen.

Untersucht wurden im Detail 301 Patienten mit nicht invasivem Blasen-Karzinom. In der Folge wurden die Betroffenen mit Weißlicht(WL)-Cystoskopie oder mit Photodynamischer Diagnostik (PDD) untersucht. Die mittlere Nach-Beobachtungszeit betrug rund 7 Jahre. Während es in der WL-Gruppe zu 42% Rezidiven kam, betrug dieser Wert bei PDD 18%. IN der WL-Gruppe wurden pro Patient 2 transurethrale Resektionen durchgeführt, in der Vergleichsgruppe 0,8. Grundsätzlich Tendenzen, die aus anderen Studien bekannt sind.

Entscheidend ist, dass wir mit dieser Arbeit erstmals fassbare Zahlen in € haben und noch dazu aus einem weitgehend vergleichbaren Gesundheitssystem. Während die Kosten für einen WL-Patienten bei 1.750.-€ lagen, betrugen sie nach PDD nur 450.-€. Bereinigt um die Therapiekosten, die in dieser Studie offiziell mit 135.-€ angegeben wurden, ergibt das je Fall eine –Ersparnis von 1.195.-€.

Vor dem Hintergrund dieser aktuellen Daten kann man sich den Autoren anschließen, die zu der Erkenntnis kommen, dass diese Ergebnisse nahe legen, mit der neuen Diagnostikmethode könnten in Bezug auf oberflächliches Blasen-Karzinom signifikant Kosten gespart werden.
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Dietmar E.

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Schweiz - Blasenkrebs wie erkennen?
« Antwort #7 am: 10. Juni 2007, 18:14 »

Bitte schaut euch in der Anlage, ganz unten, die Vergleichsfotos an (nur im angemeldeten Zustand möglich!).


Ein Tumor auf der Schleimhaut der Blase ist mit der klassischen Endoskopie kaum sichtbar
(links), kann aber mit der von Forschenden der ETH Lausanne entwickelten Methode bereits in einem frühen Stadium aufgespürt werden (roter Fleck auf dem Foto rechts).
   



Schweizer Entwicklung zur Früherkennung von Blasenkrebs wird zum Goldstandard


   Ein mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds von
Forschenden der ETH Lausanne entwickeltes Molekül, wird zum
Goldstandard* bei der Früherkennung von Blasenkrebs. Das Produkt
mit dem Namen Hexvix® hat bereits 2005 die Hürden der europäischen
Zulassung genommen und wartet nun auf das grüne Licht der
amerikanischen Zulassungsbehörde. Die Substanz lässt Blasentumore
fluoreszieren. Dadurch lassen sie sich bei der Endoskopie leichter
lokalisieren und können vollständig entfernt werden. Dies senkt die
Gefahr, dass der Krebs wieder auftritt - ein wissenschaftlicher,
medizinischer und wirtschaftlicher Erfolg.

   Ein wirtschaftlicher Nutzen scheint in der Grundlagenforschung
oft genug in weiter Ferne zu liegen. Die Entwicklung von Hexvix®
ist ein weiterer Beweis dafür, dass sich selbst bei
Grundlagenforschung, die weit von einer direkten Nutzung entfernt
ist, durchaus Anwendungsmöglichkeiten ergeben können, manchmal
sogar sehr erfolgreiche: Nachdem die europäischen
Zulassungsbehörden 2005 grünes Licht gaben, wurde Hexvix® in diesem
Jahr von der Europäischen Gesellschaft für Urologie zum
Goldstandard* für die Früherkennung von Blasentumoren erklärt.

   Bald FDA-Zulassung
Diese Nachricht ist für Hubert van den Bergh und sein
Forschungsteam an der ETH Lausanne, die das Molekül mit
Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds entwickelt haben,
äusserst erfreulich, aber auch für die beiden Unternehmen Photocure
ASA und General Electric Healthcare, die das Produkt unter dem
Namen Hexvix® vertreiben. Sie erwarten nun die Zulassung der Food
and Drug Administration (FDA), deren Entscheid in Kürze fallen
sollte.

   Der seit 1973 an der ETH Lausanne forschende Hubert van den
Bergh, ist heute Professor im Laboratorium für Luft- und
Bodenverschmutzung. «Der rote Faden meiner Laufbahn ist der Laser.
Er lässt sich sowohl für den Nachweis von Verschmutzungen in der
Atmosphäre als auch im klinischen Bereich verwenden», erklärt er.

   Die leuchtende Spur führt bis zum Abenteuer Hexvix®. Dieses
begann Anfang der 1980er Jahre, als Hubert van den Bergh die
Mediziner Philippe Monnier und Patrice Jichlinski vom
Universitätsspital Lausanne sowie den Physiologen Pavel Kucera von
der Universität Lausanne kennen lernte. Mit ihnen und mit seinen
Mitarbeitern Georges Wagnières und Norbert Lange hat er
verschiedene Forschungsprojekte zur Photodetektion und
Phototherapie im medizinischen Bereich lanciert.

   Hubert van den Bergh interessierte sich schon bald für die
Blasenkrebsforschung. Er erfuhr, dass sich die Krankheit mangels
Früherkennung oft als sehr aggressiv erweist: Bei den jährlich
200'000 neuen Fällen in Europa und den USA verlaufen rund 30
Prozent tödlich. Erste Spuren eines Tumors bleiben mit den
klassischen Visualisierungsmethoden, den endoskopischen Kameras,
mit denen das Blaseninnere untersucht wird, meist unerkannt.

   Hämoglobin-Vorläufer
«Ein Aspekt brachte uns auf die richtige Spur»,
erinnert sich Hubert van den Bergh. Einige Forschungskollegen
hatten festgestellt, dass ein Blasentumor nach dem Kontakt mit
Aminolävulinsäure eine ungewöhnlich hohe Konzentration an
Protoporphyrin IX, ein Hämoglobin-Vorläufermolekül, aufweist.
Dieses Molekül hat fluoreszierende Eigenschaften. Theoretisch würde
es reichen, den Tumor mit Licht geeigneter Wellenlänge anzuregen,
damit er fluoresziert und sich genau eingrenzen lässt, selbst wenn
er sich noch in einem sehr frühen Stadium seiner Entwicklung
befindet. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass er erfolgreich
behandelt werden kann.

   Protoporphyrin IX verliert allerdings seine fluoreszierenden
Eigenschaften, wenn es ein Eisenatom aufnimmt. Dies geschieht sehr
rasch nach seiner Entstehung auf dem Syntheseweg zu Hämoglobin. «Um
den Tumor besser sichtbar zu machen, hatten wir deshalb ein nicht
unerhebliches Problem zu lösen: Wir mussten die Konzentration von
Protoporphyrin IX erhöhen, indem wir seine Bildung in den
Tumorzellen erleichterten», erklärt der Forscher. Das Lausanner
Team veränderte die Aminolävulinsäure deshalb durch das Anhängen
einer molekularen Kette, die sozusagen als Sesam-öffne-dich wirkt,
sodass der Stoff besser in die Zellen eindringen kann.

   Dann wurden anstelle klassischer Endoskope solche gewählt, die
Licht einer genau festgelegten Wellenlänge aussenden können und mit
einem Filter ausgerüstet sind, mit dem sich die fluoreszierenden
Stellen detektieren lassen. Nach der Verabreichung von Hexvix® muss
weniger als eine Stunde gewartet werden, bis das Präparat wirkt,
dann wird das Endoskop eingeführt. Allfällige Tumorzellen werden
nun sichtbar und können sofort entfernt werden. Eine bisher
konkurrenzlose Methode, die zu Recht den stolzen
Titel «Goldstandard*» für die Früherkennung von Blasentumoren
trägt.

   * In der Medizin bezeichnet der Goldstandard die beste und
zuverlässigste Methode zum Nachweis einer Krankheit, zu deren
Therapie oder zur Planung einer Studie.

Informationen zum Projekt:
Prof. Hubert van den Bergh
Laboratoire de pollution atmosphérique et du sol
EPFL-ENAC-ISTE
CH-1015 Lausanne
Tel.: +41 (0)21 693 36 20
E-Mail: hubert.vandenbergh@epfl.ch
http://lpas.epfl.ch/PDT/


Dr. Georges Wagnières
Institut des sciences et ingénierie chimiques
EPFL-SB-ISIC-GE
CH-1015 Lausanne
Tel.: + 41 (0)21 693 31 20
E-Mail: georges.wagnieres@epfl.ch


Text und Bild dieser Medieninformation können auf der Nationalfonds-
Homepage abgerufen werden http://www.snf.ch/medienmitteilung



 

« Letzte Änderung: 11. August 2007, 21:16 von Dietmar E. »
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Blasenkrebs, Weißlicht, Blaulicht, Fluoreszenz
« Antwort #8 am: 29. September 2007, 21:43 »
Photodynamik verbessert Krebsdiagnose


Die Endoskopie erlaubt in Kombination mit speziellen Verfahren zur Fluoreszenzmarkierung eine besonders frühe und exakte Detektion des Harnblasen-Karzinoms.

Aus der modernen Diagnostik und Therapie ist die Endoskopie nicht mehr wegzudenken, viele minimalinvasive Operationstechniken konnten überhaupt erst durch den Einsatz von Endoskopen entwickelt werden.

Mit verantwortlich für den Siegeszug endoskopischer Methoden ist die Firma KARL STORZ GmbH & Co. KG aus Tuttlingen. Seit sechs Jahrzehnten arbeitet der Endoskopie-Spezialist an neuen und verbesserten Technologien und hat sich damit einen der vordersten Plätze auf dem Weltmarkt der Medizintechnik erobert.
 
CIS bei herkömmlicher Weislicht Blasenspiegelung (Zystoskopie) links und das gleich Areal bei Untersuchung mit Photodynamische Diagnostik, nach vorangegangener Instillation von Hexvix®. Quelle: Photocure, Norway


Eine dieser erfolgreichen Technologien ist die Photodynamische Diagnose, kurz PDD genannt. Bereits 1995 hat die Firma KARL STORZ das erste PDD-System zur Früherkennung des Harnblasenkarzinoms auf den Markt gebracht. Das System besteht aus mehreren, genau aufeinander abgestimmten Komponenten: der Hochleistungslichtquelle (D-Light C), speziellen Endoskopen und einer besonders lichtempfindlichen Endokamera.

In vielen Fällen wird die Diagnose des Harnblasenkarzinoms durch besondere Erscheinungsformen wie kleine papilläre Lokalisationen, multifokales Auftreten oder flache Läsionen wie das Carcinoma in situ (CIS) erschwert. Deshalb suchten Forscher bei KARL STORZ auf Basis der PDD nach einem noch sensitiveren Nachweis-Verfahren.

Damit sollte auch die Nachbehandlung und Kontrolle nach einer erfolgreichen Tumorentfernung verbessert werden mit dem Ziel, die Zahl der eventuellen Rezidive (wiederauftretende Tumore) so früh wie irgend möglich zu detektieren und frühzeitig eine Anschlußbehandlung zu ermöglichen.


Fluoreszenz in Tumorzellen anregen
 
Papillärer Tumor unter Weislicht (links) und unter PDD (rechts) Quelle: © Zaak, Kriegmair, Hofstetter Klinikum Großhadern, München

Die PDD beruht auf der Bildung eines Farbkontrastes, mit dem sich auch frühe maligne Veränderungen (rot) vom Normalgewebe (blau) abheben. So ist eine Resektion (teilweise Entfernung von erkrankten Organteilen) gezielt und sicher möglich.

Zur Kontrastbildung wird ein Photosensibilisierer etwa eine Stunde vor der Blasenspiegelung über die Harnröhre in die Blase injiziert. Am gebräuchlichsten ist hierfür die natürlich vorkommende Aminolevulinsäure (5ALA), die über mehrere Schritte zu Häm verstoffwechselt wird. Ein Intermediärprodukt ist das Protoporphyrin IX (PPIX). PPIX akkumuliert in Krebszellen besonders stark und selektiv, da in diesen Zellen die Aktivität eines bestimmten Enzyms (Ferrochelatase) im Vergleich zu normalen Zellen gestört zu sein scheint. PPIX lässt sich durch Bestrahlung mit sichtbarem blauem Licht zu einer Fluoreszenz im roten Wellenlängenbereich anregen.

Diese Fluoreszenz wir zur Tumorerkennung ausgenutzt.

Um die methodische Weiterentwicklung möglichst schnell und effizient voran zu treiben, kooperierte KARL STORZ mit der norwegischen Firma Photocure. Seit dem 1. März 2005 hat Photocure nun als erste pharmazeutische Firma eine Zulassung für den Photosensibilisierer Hexvix®, einen Hexylesther der natürlich vorkommenden 5-Aminolevulinsäure (5ALA). Diese Zulassung wurde möglich durch das vereinte Engagement von Photocure und der Firma KARL STORZ, die in gemeinsamen klinischen Studien die Wirksamkeit dieser Methode nachwiesen.

Die Studienergebnisse zeigten unter anderem, dass bei der für den Patienten besonders kritischen Tumorvariante CIS mit PDD im Vergleich zur herkömmlichen Weislichtzytoskpie bis zur 28 Prozent mehr Tumore detektiert wurden.

Momentan wird von KARL STORZ und Photocure eine multizentrische Studie mit 26 Kliniken in USA und Europa für die FDA-Zulassung des Verfahrens durchgeführt. Dabei werden bei über 600 Patienten die Ergebnisse der PDD mit denen herkömmlicher Blasenspiegelungen verglichen.
 
Weitere Informationen:

KARL STORZ GmbH & Co. KG
Mittelstraße 8
78532 Tuttlingen

Dr. Thorsten Brandt
(Marketing Manager Neue Technologien)
Tel.: 07461 / 708-0
Fax: 07461 / 708-105
E-Mail: t.brandt@karlstorz.de

CIS bei herkömmlicher Weislicht Blasenspiegelung (Zystoskopie) links und das gleich Areal bei Untersuchung mit Photodynamische Diagnostik, nach vorangegangener Instillation von Hexvix®. Quelle: Photocure, Norway

Papillärer Tumor unter Weislicht (links) und unter PDD (rechts) Quelle: © Zaak, Kriegmair, Hofstetter Klinikum Großhadern, München


Bilder siehe nächsten Beitrag!


Werner

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Neue Methode macht Blasenkrebs sichtbar
 

Die Abteilung für Urologie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz bietet ab sofort eine neue Methode an die es möglich macht, Blasenkrebs früher und exakter zu diagnostizieren.

Blasenkrebs tritt am häufigsten zwischen dem 60. und dem 70. Lebensjahr auf. Bei Männern, sie sind davon drei Mal so häufig betroffen wie Frauen, ist Blasenkrebs nach Lungen-, Prostatakrebs und Enddarmkrebs die vierthäufigste Krebsform. Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz bietet nun eine neue Methode zur Diagnose von Blasenkrebs an.

Zur Methode: Eine neue Substanz - Hexaminolaevolinsäure (Hexvix) – lässt, nach Einwirken in der Blase von nur 30 bis 60 Minuten, Tumorzellen unter blauem Licht aufleuchten. Besonders flächig wachsende Blasentumore lassen sich so besser entdecken, diese sind der normalen Harnblasen-schleimhaut täuschend ähnlich.

In Studien, die unter der Leitung von Prim. Dr. Wolfgang Loidl noch in Wien an der Universitätsklinik 2003/2004 durchgeführt wurden, konnten durch diese Methode um 20% mehr Krebsherde gefunden werden. Dies hat für den einzelnen Patienten mitunter therapeutische Konsequenzen. Das Einschätzen des Risikos des einzelnen Patienten wird durch diese Methode erleichtert und der Organerhalt vielleicht ermöglicht. Nebenwirkungen werden kaum bemerkt.

Dieses Verfahren wird neuerdings auch an der urologischen Abteilung der BHS unter der Leitung von Prim. Dr. Loidl angeboten. „Vorteil dieser Methode ist es, dass für den Patienten relativ unaufwendig eine sehr exakte Diagnose stellbar wird. Wir freuen uns, dieses Vorgehen unseren Patienten im Rahmen unseres onkologischen Schwerpunktes anbieten zu können“, so Prim Dr. Wolfgang Loidl. Weitere Studien mit noch schneller wirksamen Substanzen sind im Gespräch.

Bild:
Fluoreszenz Zystoskopie (Blasenspiegelung) nach Einwirken von HAL (Hexvix) (Abbildung a.) und unter normalen Verhältnissen (Abbildung b.). Der Tumor ist nur mit Fluoreszenz sichtbar.

 
Prim Dr. Wolfgang Loidl,
Leiter der Abteilung Urologie, Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz

Tel.: 0732 7677-7253
Fax: 0732 7677-7337   
E-Mail: wolfgang.loidl@bhs.at

 
   
BILDER unter:

http://www.ooe-ordensspitaeler.at/aktuell/presse/12_09_06.htm


 

 


Werner

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Blasenkrebs-Diagnostik-Zystoskopie mit 5ALA oder mit Hexvix?
« Antwort #10 am: 29. September 2007, 21:55 »

Hallo,

gestern wollte ich keine normale Blasenspiegelung, sondern diese mit Fluoreszenz.

Ich brauchte gar nicht mehr sagen, ob mit 5ALA oder diesem Hexvix, es war die Einrichtung

von Blaulicht in diesem großen Bezirksspital gar nicht gegeben!


Wieder zu Hause habe ich mich in München und Tübingen, sowie bei einem Blasenkrebsleidensgenossen in Deutschland informiert. Herausgekommen ist:

5ALA hat nie eine Zulassung gehabt, sei von medac, ist vom deutschen Markt längst weg, eben, weil  nicht zugelassen.

War das das Ende der Fluoreszenz-Blasenspiegelung?

Nein, viele Forscher arbeiten in dieser Richtung.

Ein Team hat es schon vor ein paar Jahren geschafft: Hexvix wurde "geboren".


E R G E B N I S :


01.08.2006

Hexaminolaevulinat zur Diagnostik von Blasenkrebs zugelassen

Nach der kürzlich erfolgten Zulassung von Hexaminolaevulinat in 26 europäischen Ländern durch den gemeinsamen Annerkennungsprozess (Mutual Recognition Procedure, MRP) wurde die offizielle Markteinführung in Deutschland bekanntgegeben. Weitere europäische Länder, u.a. Großbritannien, Frankreich, Holland und Spanien, werden in den kommenden Monaten folgen.

"In jedem Jahr kommt es in Europa zu ungefähr 120.000 neuen Fällen von Blasenkrebs - und die Anzahl nimmt zu", kommentierte Prof. Dr. Dieter Jocham von der Abteilung für Urologie der Universität von Schleswig Holstein in Lübeck, der diesjährige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und Leiter einer der Phase III Studien, die zur Zulassung von Hexaminolaevulinat (Hexvix®) in Europa geführt haben. "Blasenkrebs ist der vierthäufigste Krebs bei Männern und der achthäufigste bei Frauen,” fügte er hinzu. “Die hohe Rückfallrate von bis zu 45,8% bei der ersten Folgeuntersuchung bereitet uns ernste Sorgen. Vermutlich hängt sie mit einem ungenügenden Nachweis von malignen Laesionen bei der Untersuchung zusammen. Die Weißlichtzystoskopie als Standarddiagnosetechnik ist für den Nachweis vieler Blasentumore nicht geeignet. Wir konnten die Überlegenheit von Fluoreszenzzystoskopie mit Hexaminolaevulinat für eine umfassendere Diagnose des Blasenkrebses eindeutig demonstrieren."

Bei der Erstdiagnose werden bei ungefähr 70% der Patienten nicht-Muskel-invasive - oberflächliche - Tumoren festgestellt. Während die meisten oberflächlichen Laesionen charakteristischerweise hohe Rückfallraten haben, streuen sie im Allgemeinen nicht aggressiv. Dies trifft jedoch auf Carcinoma in Situ (CIS), dem zweithäufigsten Tumor bei Blasenkrebs, nicht zu. CIS ist per definitionem ein flacher (nicht papillärer), hochgradiger, nicht-Muskel-invasiver Übergangszellkrebs, der aggressiv, mit unvorhersehbarem Verhalten ist und mit einem erhöhten Risiko des Fortschreitens verbunden wird. Damit wird unterstrichen, dass CIS im Gegensatz zu vielen anderen in Situ Laesionen ein "echter" maligner Tumor ist, weshalb der Nachweis von CIS auch von besonderer Bedeutung für die Behandlung von Blasenkrebs ist.

Der gegenwärtige Goldstandard in der Diagnostik des Blasenkrebses besteht aus der Verbindung von Zytologie und Weißlichtzystoskopie. Zytologie ist eine nicht-invasive Technik, mit deren Hilfe neoplastische Zellen in Urinproben nachgewiesen werden. Die Zytologie verfügt sowohl über eine hohe Spezifizität als auch Sensitivität für den Nachweis hochgradiger Laesionen, einschließlich CIS. Allerdings lassen sich mit dieser Technik keine Informationen über Ort und Ausdehnung der Krankheit gewinnen. Daher ist eine direkte visuelle Untersuchung des Urotheliums und der Mucosa (Schleimhäute) mit Weißlichtzystoskopie notwendig, um die Tumoren zu lokalisieren und die auffälligen Stellen anschließend transurethral zu entfernen (transurethrale Resektion der Blase, TURB). Die so gewonnenen Proben werden schließlich histologisch auf Bösartigkeit untersucht.

Während die Standard-Weißlichtzystoskopie ihren Wert für den Nachweis von dreidimensionalen, also papillären, Laesionen bewiesen hat, ist seit einiger Zeit deutlich geworden, dass sie weit weniger zum Nachweis flacher Laesionen wie CIS geeignet ist.
Die medizinische Forschung, die sich den Schwierigkeiten der Diagnose von Blasenkrebs gewidmet hat, führte schließlich zur Entwicklung von Hexaminolaevulinat Fluoreszenzzystoskopie, einer Technik, bei der eine fotoaktive Substanz, nämlich Hexaminolaevulinat, in die Blase katheterisiert wird. Hexaminolaevulinat führt dann zu einer verstärkten Ansammlung fotoaktiver (fluoreszierender) endogener Porphyrine in malignen im Gegensatz zu nicht-malignen Zellen des Urotheliums. Bei nachfolgender Illumination mit blauem Licht fluoreszieren die neoplastischen Zellen rot und heben sich deutlich von der gesunden Mucosa ab. Die malignen Bereiche lassen sich so visuell nachweisen, indem das Zystoskop auf eine Blaulichtquelle umgestellt wird.
"Hexvix® Fluoreszenzzystoskopie ist eine neue Diagnosetechnik mit hoher Sensitivität für den Nachweis von Blasentumoren, insbesondere CIS Tumoren", erklärte Prof. Dr. Patrice Jichlinski, Abteilung für Urologie, CHUV Universitäts-Krankenhaus, Lausanne, Schweiz, Leiter einer kürzlich durchgeführten Studie zu Hexaminolaevulinat.

Die in verschiedenen unabhängigen
bestätigten, hervorragenden klinischen Resultate kommentierte er so: "Alle bislang veröffentlichten Studien haben die statistisch signifikante Überlegenheit der Fuoreszenzzystoskopie gegenüber der Standardzystoskopie im Nachweis von CIS gezeigt. Die hohe Sensitivität ebenso wie der negative prädiktive Wert verbessern die Diagnose maligner Laesionen sowie CIS Tumoren. Die Fälle, die mit Weißlichtzystoskopie übersehen wurden, waren typischerweise CIS Laesionen, die mit Fluoreszenzzystoskopie entdeckt werden konnten und die Überlegenheit dieser Technik unterstreichen. Die Tumor Fluoreszenz ist strahlend und klar umschrieben, während nicht-malignes Gewebe blassrosa fluoresziert und an den Rändern ausfranst."

Zwei multizentrische Phase III Studien, die zur Zulassung von Hexvix® als Instrument der Diagnose führten wurden kürzlich in Europa beendet. In den Studien mit 1461 und 2112 Patienten wurde die Wirksamkeit der neuen Technik gezeigt. Die Nachweisraten für CIS gegenüber Weißlichtzystoskopie betrugen 95% gegen 68% bzw. 97% gegen 58%, womit die Überlegenheit der Hexvix® Fluoreszenzzystoskopie unterstrichen werden konnte. Im Einzelnen erbrachte eine der Studien, dass einer von fünf Patienten durch den Einsatz von Hexaminolaevulinat Fluoreszenzzystoskopie einer verbesserten Therapie unterzogen werden kann, während die andere zeigte, dass die Anzahl der gegenüber der ursprünglichen Untersuchung zusätzlich nachgewiesenen CIS Laesionen signifikant höher war, als mit Standardzystoskopie (55% gegen 4% p<0.0001).

Insgesamt unterstreicht die eindeutige Empfehlung der Europäischen Vereinigung für Urologie (European Association of Urology, EAU) die Wichtigkeit sowie überlegene Wirksamkeit der Fluoreszenzzystoskopie für den Nachweis von CIS insbesondere. Im neuen Standard der EAU für die Behandlung von Cacinoma in Situ des Urotheliums heißt es: "Fluoreszenzzystoskopie sollte aufgrund seiner höheren Sensitivität gegenüber Weißlichtzystoskopie angewendet werden."3

1 Jocham D, Witjes F, Wagner S, et al. Improved Detection and Treatment of Bladder Cancer Using Hexaminolevulinate Imaging: A Prospective, Phase III Multicenter Study. J Urol 2005;174:862-6.
2 Schmidbauer J, Witjes F, Schmeller N, et al. Improved Detection of Urothelial Carcinoma In Situ with Hexaminolevulinate Fluorescence Cystoscopy. J Urol 2004;171:135-8.
3 van der Meijden APM, Sylvester R, Oosterlink W, et al. EAU Guidelines on the Diagnosis and Treatment of Urothelial Carcinoma in Situ. Eur Urol 2005;48:363-71.

Quelle: GE Healthcare

Werner

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Fluoreszenz-Zystoskopie mit HEXVIX
« Antwort #11 am: 29. September 2007, 22:34 »

Gerade fand ich noch einen guten Bericht, und scheinbar hat

Hexvis die europaweite Zulassung schon länger als ich dachte!



www.medizin-telegramm.com

Fluoreszenzzystoskopie schon bald Standard in der Blasenkrebsdiagnostik
Das Harnblasenkarzinom belegt nach dem Karzinom der Prostata den zweiten Rang unter den urolo-gischen Malignomen. Die Zahl der Neuerkrankungen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Das Harnblasenkarzinom ist je nach Tumorstadium und begleitenden Risikofaktoren mit einer Rezidivquote von 38 bis 70 % behaftet. Mit Hexvix® Fluoreszenzzystoskopie liegt heute eine diagnostische Möglichkeit vor, die das Potential besitzt, eine effektive Unterstützung in der Diagnose von Blasenkrebs zu bieten. Darüberhinaus werden durch den Einsatz von Hexvix® extrem hohe Folgekosten vermieden und den Patienten aufwändige Nachsorgeuntersuchungen erspart.

Medizinökonomische Analysen haben ergeben, dass das Harnblasenkarzinom noch deutlich vor dem Prostatakrebs die teuerste urologische maligne Erkrankung darstellt. Besonders kostenintensiv sind die notwendigerweise sehr aufwändigen Nachsorgeuntersuchungen und die Behandlungen der überaus häufigen Rezidive. Die teilweise sehr langen Krankheitsverläufe von zehn und mehr Jahren erfordern im Endstadium nicht selten extrem teure kurative und palliative Interventionen.


Jährlich rund 30.000 Neuerkrankungen

Im Jahr 1997 lag die Zahl der Neuerkrankungen an Blasenkrebs für die Bundesrepublik Deutschland noch bei circa 20.000. Die für das Jahr 2002 - veröffentlicht im Jahr 2005 - sprechen von rund 29.950 Neu-erkrankungen. Etwa ein Drittel der Betroffenen sind Frauen, zwei Drittel Männer. Damit beträgt die aktuelle Inzidenz für das Harnblasenkarzinom bei Männern 39,6 und bei Frauen 10,6. Die Mortalität der Erkrankung im Jahr 2002 betrug für Männer 3.432 und für Frauen 2.019; das entsprach einer jährlichen Quote von 18,2% der an Blasenkrebs Erkrankten. Es fällt auf, dass die Sterberate bei Frauen in Relation zur Zahl der Neuerkrankungen deutlich höher ist als bei den männlichen Betroffenen.

Heute wird als gesichert angesehen, dass Rauchen der wichtigste exogene Risikofaktor für die Entstehung von Harnblasenkrebs ist; dabei korreliert die Zahl der gerauchten Zigaretten mit der Wahrscheinlichkeit, an einem Urothelkarzinom der Harnblase zu erkranken. Tabakrauch enthält mehrere gesichert karzinogene Substanzen, darunter Beta-Naphthylamin, Teer und Nitrosamine.


Photodynamische Diagnostik sehr erfolgreich
Der gegenwärtige Goldstandard in der Diagnostik des Blasenkrebses besteht aus der Verbindung von Zytologie und Weißlichtzystoskopie. Zytologie ist eine nicht-invasive Technik, mit deren Hilfe neoplastische Zellen in Urinproben nachgewiesen werden. Die Zytologie verfügt sowohl über eine hohe Spezifizität als auch Sensitivität für den Nachweis hochgradiger Laesionen, einschließlich CIS. Allerdings lassen sich mit dieser Technik keine Informationen über Ort und Ausdehnung der Krankheit gewinnen.
Daher ist eine direkte visuelle Untersuchung des Urotheliums und der Mucosa (Schleimhäute) mit Weißlichtzystoskopie notwendig, um die Tumoren zu lokalisieren und die auffälligen Stellen anschließend transurethral zu entfernen (trans- urethrale Resektion der Blase, TURB). Die so gewonnenen Proben werden schließlich histologisch auf Bösartigkeit untersucht.


Und weiter geht es, mit interessanten Bildern,

auf

http://www.medizin-telegramm.com/mediapool/45/451382/data/2007/08-2007/08.12.07_Fluoreszenzzystoskopie_schon_bald_Standard_in_der_Blasenkrebsdiagnostik.pdf

Dietmar E.

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Hallo ihr Lieben,

Fachkompetenz ist - m.E. in jedem Beruf -, zu wissen, was man weiß/kann, aber eben auch, seine Grenzen zu kennen, also zu erkennen/zu wissen, was man nicht weiß/kann: Es kann (und muß auch) nicht jeder Alles wissen.

Wer dennoch so tut, beweist damit seine Nichtkompetenz.

Ich habe schon an anderen Stellen meine Erfahrungen geschildert, aber zu diesem Thread muß ich auch meinen Senf dazu geben: Meine erste TUR-B (pT1G2) wurde mit Weißlicht an einem KKH (Lehrklinikum der Uni Erlangen/Nürnberg) durchgeführt. Bezeichnender Weise war man dort ebenfalls nicht glücklich über mein Laien-"Halbwissen" aus dem Internet (obwohl ich meine Weisheit aus dem Webauftritt des Uniklinikums M-Großhadern hatte). Da man mir dort (am KKH) zur sofortigen Radikaloperation (Zystektomie) riet, habe ich mich an das Uniklinikum M-Großhadern gewandt (per E-Mail - die Adressen mit entsprechendem Link stehen auf der Website!!), getreu dem Motto "Geh nicht zum Fritzl, sondern gleich zum Fritz!".

Dort wurde sowohl die Nachresektion, als auch die zwischenzeitlich erfolgten Kontrolluntersuchungen, jeweils als PDD, durchgeführt (übrigens immer unter Vollnarkose, was ich nach der einzigen, sehr schmerzhaften Zystoskopie ohne Anästhesie als sehr, sehr wohltuend empfinde). Die Überweisung hat mein Hausarzt (!) vorgenommen (Urologen habe ich keinen mehr), nachdem ich den Arztbrief des Klinikums vorgelegt hatte. Darin stand nämlich schon - wahrscheinlich prophylaktisch - daß "in etwa drei Monaten eine Kontrolluntersuchung mit PDD, gerne auch wieder bei uns" durchgeführt werden solle.

Da ich - obwohl Kassenpatient (TK) - bisher in keinem Fall etwas bezahlen mußte, habe ich bei der erst kürzlich durchgeführten Kontrolluntersuchung gefragt, wer eigentlich die Kosten von EUR 480 für das Hexvix trage. Er wußte es nicht zu sagen, vermutete aber, das Klinikum (nebenbei erwähnte er, daß das Hexvix in Norwegen nur EUR 30 koste, das dort verkaufte Präparat aber hierzulande wegen irgendwelcher Zulassungsbestimmungen nicht angewendet werden dürfe).

Wundert sich noch jemand, warum ich immer wieder dorthin gehe, obwohl M-Großhadern ca. 200 km von meinem Wohnort entfernt ist?

Mögen alle Betroffenen ebenso fürsorglich und kompetent behandelt werden wie ich!!!

Alois

Anm. Dietmar:
Leider ist die Situation in Ö. noch viel schlimmer. erstens gibt es in ganz Österreich nur ca. 8 Stellen, wo Fluoreszenzzystoskopien, Stand der Technik bei Verdacht auf Blasenkrebs,
durchgeführt werden (Adressen auf Wunsch).
Zweitens ist bekanntlich das 5ALA nicht zugelassen, warum auch immer. Trotzdem wird es in Österreich
eingesetzt, obwohl mit Hexvix nicht nur ein gleichwertiges, sondern ein besseres Produkt erhältlich ist!
Rin mir bekanntes drittes Produkt, ein österr. Erzeugnis, machte bereits erste Studien mir hervorragendem Erfolg

 
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Fluoreszenz-Zystoskopie, für Detlef (Deutschland) bzw.
« Antwort #13 am: 20. Oktober 2007, 13:21 »
Gute Nachricht - schlechte Nachricht

Die Kosten für HEXVIX konnten dieses Jahr bei vielen Krankenkassen von den Krankenhäusern für die TURB abgerechnet werden, da diese NUB-Anträge (Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden) zu diesem gestellt hatten. Dies wird auch nächstes ahr letztmalig erfolgen können.
Dies die guten Nachrichten.

Am späten Abend des 26.09. wurden das DRG-Entgeltsystem für die TURB neu gestaltet, damit die fluoreszenzgestützte TURB abgebildet wird. Dafür hat man aus zwei Fallpauschalensätzen drei gemacht.
Inwieweit HEXVIX damit zukünftig bezahlt wird, hängt dann damit zusammen, wie schwerwiegend die Erkrankung gewertet wird.

Eine Abrechnung für alle Blasenkrebspatienten wird es höchstwarscheinlich überhaupt nicht geben.
Die Kostenerstattung wird wahrscheinlich nur bei CIS-Patienten mit mehrfachen Rezidiven gegeben sein oder von denen bei denen umfangreiche Resektionen vorgenommen werden müssen.

Für mich ist das eher ein Rückschritt als ein Fortschritt.
Unserem Gesundheitssystem "sei Dank".

Nähere endgültige Entscheintscheidung über das konkrete Abbild von HEXVIX beim DRG-System gibt es erst Ende Oktober.

Viele Grüße, Detlef


Anmerkung Dietmar:
Ich hatte vor 2 Wochen meine erste Fluoreszenzzystoskopie, als Klassepatient in
der Univ. Klinik Innsbruck, Doz. Steiner, mit 5ALA.
Antworten auf Fragen unter: kontakt@krebsforum.at



« Letzte Änderung: 20. Oktober 2007, 13:22 von Dietmar E. »
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Dietmar E.

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Fluoreszenz-Zystoskopie mit HEXVIX in Deutschland. Für Rosemarie,
« Antwort #14 am: 20. Oktober 2007, 13:24 »
Liebe Fluoreszenzler!

Ich frage mich, warum Andy (wie auch sein Prof) konsequent von 5-ALA sprechen (und anscheinend damit arbeiten), obwohl es diese photoaktive Substanz in Europa doch gar nicht (mehr) gibt??????

Was die Vorteile der neueren Mittel betrifft, so steht dies z.B. in:
Schmidbauer J, Marberge M. Recent developments in fluorescence cystoscopy: do novel agents bring a benefit? Curr Opin Urol 2007;17:347-51.

Im Gegensatz zu 5-Aminolävulinsäure (5-ALA) ist dessen Ester Hexyl-Aminolävulinsäure (HAL, "Hexvix") fettlöslich. Das Mittel wird wesentlich besser vom Urothel aufgenommen. Im Vergleich zu ALA bewirkt HAL in 20-fach niedrigerer Konzentration zweimal schneller eine 2- bis 4-fach höhere Anreicherung des Farbstoffs Protoporphyrin-IX.
Ein weiterer Vorteil von HAL ist, daß es im Gegensatz zu ALA kaum ausbleicht, sodaß man in Ruhe resezieren kann.
Dies hat Hexvix gemein mit Hypericin, einem Pigment, das in Johanniskraut-Arten (Hypericum spec.) vorkommt. In einer Studie aus dem Jahr 2000 (J Urol 164:349-51) berichten D'Hellewin MA et al.von ersten klinischen Erfahrungen mit Hypericin an 40 Patienten. Dabei wurde für die CIS-Detektion eine SENSITIVITÄT von 93% und eine SPEZIFITÄT von 98,5% festgestellt. Während der endoskopischen Prozedur fand kein Ausbleichen statt und vor Fluoreszenzzystoskopie durchgeführte Bestrahlungen, topische (instillierte) Chemo- oder Immuntherapien lieferten keine falsch-positiven Ergebnisse.
Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse wurden die Forschungen an Hypericin laut der Autoren nicht weiter verfolgt und wurde in der englischsprachigen Literatur nichts mehr veröffentlicht. Das Mittel ist für diese Anwendung nicht registriert und nicht kommerziell verfügbar. (So sagen die Wiener Autoren. Man müßte Hexe und/oder Detlef fragen, ob's stimmt.) Einer der Gründe dafür scheint die schwierige Präparation von Hypericin für die intravesikale Instillation zu sein.

Nachtrag: Dietmar hat mir nun mitgeteilt, daß die Wiener Firma SANOCHEMIA (Zitat Dietmar: "...ein paar Kilometer von den obengenannten Forschern der Universität entfernt...") das Blasenkrebs-Diagnostikum "PVP-Hypericin" entwickelt und patentiert hat. Offenbar laufen bereits präklinische Studien. (Wofür das "PVP" steht, habe ich nicht herausgebracht.)

http://www.sanochemia.at/de/forschung-en...rebsdiagnostik/

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Rosemarie
« Letzte Änderung: 20. Oktober 2007, 20:57 von Dietmar E. »
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