PDD (Photodynamische Diagnostik) ist bei vielen Untersuchen/Organe längst im Einsatz.
PDT (Photodynamische Therapie) ist die Weiterentwicklung. Zu Blasenkrebs ist die erste Studie im Entstehen.
Eine etwas ältere Beschreibung zur PD lautet:
http://lpas.epfl.ch/PDT/STZ-PDT.pdfPhotomedizin_Elektrotechnik
Leuchtende Moleküle unter der Haut
In über 20 Jahren Forschung entstand an der EPFL ein Cluster für Photodynamische Therapie (PDT) und
Photodiagnostik, der – in Kooperation mit akademischen Institutionen der Romandie – zu zahlreichen
klinischen Anwendungen und erfolgreichen Kommerzialisierungen führte. Die neuste Entwicklung ist PDT
für die Dermatologie. Zu deren Vermarktung gründeten die EPFL-Forscher das Spin-off Photoderma SA.
Überdies untersucht
die Lausanner Gruppe
mit Ärzten verschiedener
medizinischer Disziplinen den
Einsatz von PDT und Photodiagnostik
in Blase, Dickdarm,
Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre,
Bronchien, Rachen, Mund
oder für die Gynäkologie. Im
Bereich der Dermatologie hatten
fi ndige Köpfe schon Mitte
der 90er-Jahre die Idee, die PDT
zur Epilation einzusetzen, doch
bisher erlangte kein Produkt die
Marktreife. Der Knackpunkt
liegt nämlich darin, mit der
PDT die Zellen der Haarfollikel
gezielt zu beseitigen, jedoch
die umliegenden Hautpartien zu
schonen.
Mit Licht gegen Haare
www.photoderma.comhttp://lpas.epfl .ch/PDT
Die PDT-Forschung an der EPFL
wurde zu Beginn durch den SNF
unterstützt. Das beschriebene
Projekt wurde durch die KTI, die
Förderagentur für Innovation, im
Rahmen ihrer Initiative Medtech
mitfi nanziert.
www.snf.chwww.kti-cti.ch /
www.ctistartup.chPhotomedizin_Elektrotechnik
Die Vermarktung wissenschaftlicher
Erkenntnisse folgt je nach
technischem Bereich eigenen
Mustern. Auf dem Gebiet der
Life Science bedingen Entwicklungen
hohe Investitionen und
einen langen Atem. Sie müssen
sich in hart umkämpften
Märk ten behaupten und hängen
oft stark von Patenten ab. Es ist
schwierig, Forschungsresultate
in einer neuen Firma vom Prototyp
zum marktreifen Produkt
für den globalen Wettbewerb
voranzutreiben. Dies veranlasst
Hochschulen, Entwicklungen
auch an ausländische Unternehmen
zu lizenzieren. Selbst
wenn das Investitions kapital in
Form von Lizenzzahlungen in
die Schweiz zurückfl iesst, beschränkt
sich in diesem Fall die
Wertschöpfung auf die Forschungsarbeit.
Start-up-Unternehmen
bieten dagegen eine
Möglichkeit, einen grösseren
Anteil der Wertschöpfung im
Land zu behalten.
Vom Labor in den Markt
Ein Beispiel dafür ist die Photodetektion
und die Phototherapie
für medizinische Anwendungen,
welche Professor Hubert van
den Bergh und Georges Wagnières
an der EPFL seit Anfang
der 80er-Jahre erforschen.
Die Photodynamische Therapie
(PDT) basiert auf der Erkenntnis,
dass sich gewisse lichtempfi
ndliche Stoffe, so genannte
Photosensibilisatoren, bevorzugt
in bestimmten Geweben, besonders
in Tumoren ansammeln.
Mit Licht einer bestimmten
Wellenlänge bestrahlt, beginnen
sie zu leuchten und bilden
toxischen Sauerstoff. Dadurch
sterben die Zellen ab und werden
durch gesunde ersetzt. PDT
ermöglicht somit das Sichtbarmachen
wie auch die gezielte
Zerstörung des kranken Gewebes.
Im Visier hatten die Wissenschaftler
in Lausanne unter anderem
Blasentumore, eine sehr
aggressive Krebsform. In Untersuchungen
stellten sie fest, dass
sich im Tumor nach der Gabe
von Aminolävulinsäure (ALA)
ungewöhnlich viele Porphyrine
konzentrieren. Diese beiden Moleküle
sind Vorläufersubstanzen
von Hämoglobin. Die Porphyrine
fl uoreszieren unter Lichteinwirkung,
verlieren jedoch diese
Eigenschaft, sobald sie ein Eisenatom
aufnehmen. Durch einen
molekularen Eingriff in die ALA
und mit geeigneten Lichtquellen
gelang es den Forschern, zusammen
mit zwei Industriepartnern,
eine photoaktive Substanz für
die Diagnostik und die Behandlung
von Blasenkrebs zu entwickeln.
Das unter dem Namen
Hexvix vermarktete Präparat
macht bösartige Zellen sichtbar,
erlaubt, sie restlos zu vernichten
und bannt damit die Gefahr von
Tumorneubildung. Die Substanz
ist mittlerweile in allen europäischen
Ländern für die Früherkennung
von Blasenkrebs zugelassen.
Auch für die EPFL ist
dieser Technologietransfer erfreulich,
erhält sie doch Lizenzzahlungen
für ein mit dem Produkt
verbundenes Patent.
Vielseitige Anwendung
Den bisher grössten Erfolg verbuchten
die PDT-Forscher mit
ihrem Beitrag zum Präparat Visudyne
von Novartis, das für
die Behandlung altersbedingter
Makuladegeneration (AMD)
eingesetzt wird. Dies war die
ers te Methode, welche die in
der industrialisierten Welt häufi
gste Form der Altersblindheit
aufhalten konnte. Überdies untersucht
die Lausanner Gruppe
mit Ärzten verschiedener
medizinischer Disziplinen den
Einsatz von PDT und Photodiagnostik
in Blase, Dickdarm,
Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre,
Bronchien, Rachen, Mund
oder für die Gynäkologie. Im
Bereich der Dermatologie hatten
fi ndige Köpfe schon Mitte
der 90er-Jahre die Idee, die PDT
zur Epilation einzusetzen, doch
bisher erlangte kein Produkt die
Marktreife. Der Knackpunkt
liegt nämlich darin, mit der
PDT die Zellen der Haarfollikel
gezielt zu beseitigen, jedoch
die umliegenden Hautpartien zu
schonen.
Mit Licht gegen Haare
Die PDT-Spezialisten witterten
hier einen lukrativen Markt.
«Wir hatten ein photoaktives
Molekül entwickelt, das eine
grosse Selektivität zwischen der
Ansammlung von Photosensibilisatoren
im Haarfollikel und
dem benachbarten Gewebe ge-
Leuchtende Moleküle unter der Haut
In über 20 Jahren Forschung entstand an der EPFL ein Cluster für Photodynamische Therapie (PDT) und
Photodiagnostik, der – in Kooperation mit akademischen Institutionen der Romandie – zu zahlreichen
klinischen Anwendungen und erfolgreichen Kommerzialisierungen führte. Die neuste Entwicklung ist PDT
für die Dermatologie. Zu deren Vermarktung gründeten die EPFL-Forscher das Spin-off Photoderma SA.
Eine hoch sensible Laborkamera
lokalisiert die Photosensibilisatoren
in vivo mit Fluoreszenz.