Autor Thema: Fluoreszenz-Zystoskopie mit HEXVIX  (Gelesen 6358 mal)

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Dietmar E.

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Fluoreszenz-Zystoskopie - neues Mittel? Für Hexe
« Antwort #15 am: 20. Oktober 2007, 13:26 »

Hypericin
       

Alle Johanniskrautpräparate, die zur psychischen Entspannung eingenommen werden, sind auf ihren Gehalt an Hypericin eingestellt, welches man als Hauptwirksubstanz des Johanniskrauts annimmt. Johanniskrautpräparate sind phototoxisch, d.h. man muss sich während deren Einnahme gut vor der Sonne schützen, da man ansonsten Verbrennungen der Haut riskieren kann.

Polyvidonpyrrolidin=PVP kenne ich als Jodverbindung in z.B. Jodsalben. Möglicherweise ist PVP-Hypericin eine für Zystoskopiezwecke hergestellte Mischung.
Ich werde das noch weiter erforschen.

Liebe Grüße

Hexe

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Dietmar E.

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Fluoreszenz-Zystoskopie mit HEXVIX
« Antwort #16 am: 03. November 2007, 22:11 »

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/?sid=466398


Ärzte Zeitung, 17.10.2007
   
Farbstoff lässt Tumor vor Op leuchten

Fluoreszenzverfahren erhöht Sicherheit bei Blasenkrebs-Operationen / Maligne Zellen leuchten rot


BERLIN (gvg). Ein leuchtender Fluoreszenzfarbstoff macht die Operation bei Patienten mit Blasenkarzinomen sicherer. Denn nach dem Anfärben erkennen die Chirurgen das Ausmaß der Tumoren sehr genau.

Bei der Fluoreszenz-Endoskopie der Blase wird die Schleimhaut mit Hex-amino-Lävulinat (Hexvix®) gespült. Zellen von Blasenkarzinomen reichern die Substanz mit hoher Sensitivität an. Unter blauem Licht fluoreszieren sie dann rot, hat Privatdozent Dr. Frank König in Berlin beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie berichtet. Mit herkömmlicher Endoskopie dagegen sei besonders ein Carcinoma in situ (CIS) nicht zu identifizieren, sagte der niedergelassene Urologe, der für die Charité Berlin eine Spezialsprechstunde für Patienten mit Blasentumoren leitet.
 
Mit dem Fluoreszenzverfahren gelingt das problemlos: Die Sensitivität liegt weit über 95 Prozent. Der Tumor wird dann endoskopisch abgetragen, ohne dass unerkanntes Tumorgewebe zurück bleibt. Die Hoffnung ist, dass durch diese radikaleren Operationen die hohe Rezidiv- und Reoperationsquote bei Patienten mit Blasenkarzinom sinkt. "Zahlen liegen noch nicht vor, aber es ist plausibel", sagte König auf einer Veranstaltung von GE Healthcare. Einige Nachweise gibt es aber bereits: So identifizierten Urologen in einer Studie mit der Fluoreszenz-Zystoskopie knapp ein Drittel mehr Patienten mit CIS als beim Standardverfahren. Bei einem von fünf Patienten entschieden sie sich für eine aggressivere Therapie als ohne die Methode.

König plädierte dafür, dem Verfahren eine eigene Abrechnungsziffer im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu geben: "Es wird schon jetzt von den Kassen nach Einzelantrag bezahlt", so König. Die Vorteile der Fluoreszenz-Methode seien allerdings so groß, dass sie regulär erstattet werden sollte.

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Dietmar E.

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1/3 mehr Tumore: Fluoreszenz-Zystoskopie bei Blasenkrebs!
« Antwort #17 am: 18. Januar 2008, 01:18 »

In der letzten Zeitschrift war folgender, leicht verständlicher Artikel.

Wenn du irgendwelche Fragen dazu hast, nur los .....


Blasentumorresektion mit fluoreszierendem Licht

Harnblasenkarzinome

Das Harnblasenkarzinom ist einer der häufigsten Tumoren des Harntrakts, es macht etwa 3% aller Krebserkrankungen aus.
Erste Anzeichen, die den behandelnden Urologen zu weiteren diagnostischen Maßnahmen veranlassen, sind eine Hämaturie (Blutbeimengungen im Urin), dysurische Beschwerden (Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen) und immer wiederkehrende Harnwegsinfekte. Die so entdeckten Tumoren sind in 70-80 % der Fälle bei der Diagnosestellung oberflächliche, nicht in die Blasenwand einwachsende Befunde und können durch endoskopische operative Verfahren meist entfernt werden.
Die geschilderten Symptome können jedoch auch erst bei fortgeschrittenen Tumoren auftreten. Wenn die Befunde tiefer in die Harnblasenwand eingewachsen sind, so reichen die endoskopischen Operationen nicht aus, um eine Heilung zu erzielen. In diesen Fällen muss meistens die Harnblase in einer großen Tumoroperation komplett entfernt werden. Die oberflächlichen Harnblasentumore haben eine starke Neigung wiederzukehren. Man spricht hierbei von einer hohen Rezidivrate. Dabei können diese Tumoren sich auch so verändern, dass sie bei nicht rechtzeitiger Entfernung tiefer in die Harnblasenwand einwachsen, einen sogenannten Progress zeigen. Kompliziert wird dies zusätzlich durch häufig multilokuläres Vorkommen der Befunde (an mehreren Stellen in der Blase gleichzeitig) und durch Befunde, die flach wachsen und so dem Auge des Operateurs entgehen können.

Endoskopische Diagnostik und Operation

Bei Verdacht auf einen Harnblasentumor ist das wichtigste diagnostische Verfahren die Zystoskopie (Blasenspiegelung). Dabei beurteilt der Urologe mit Hilfe eines endoskopischen Instrumentes (Zystoskop), welches über die Harnröhre eingeführt wird, die innere Oberfläche der Harnblase. Auch kleine Befunde, die in das Innere der Blase ragen (exophytische Befunde), sind mit Hilfe der Vergrößerung durch das Zystoskop meist gut zu erkennen. Flache Läsionen hingegen lassen sich mit dieser Methode nicht immer sicher abgrenzen und können übersehen werden. Manchmal fallen sie nur durch schwer zu deutende Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche auf. Dies kann nicht immer durch die Erfahrung des Urologen ausgeglichen werden.

Wird der Verdacht auf einen Harnblasentumor durch eine Zystoskopie erhärtet, so muss im zweiten Schritt die Sicherung der Diagnose erfolgen. Hierfür ist die Entnahme von Gewebeproben zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung notwendig. Dies geschieht ebenfalls mit einem endoskopischen Instrument, vergleichbar mit einem Zystoskop, welches zusätzlich mit einer Vorrichtung zum Herausschneiden (Resizieren) von Gewebe ausgestattet ist.
Dabei wird der Tumor möglichst komplett entfernt, so dass zum einen die histologische Sicherung anhand der Gewebespäne erfolgen kann und im besten Falle auch der Tumor durch die komplette Entfernung behandelt worden ist.
Da der Urologe anhand des endoskopischen Bildes und der Pathologe anhand seiner histologischen Untersuchung der Gewebeproben nicht sicher sagen kann, ob der Tumor wirklich komplett entfernt worden ist, erfolgt aus Sicherheitsgründen nach vier bis sechs Wochen eine Nachresektion an der gleichen Stelle in der Blase. Auch dieses Gewebe wird histologisch untersucht und in vielen Fällen somit die komplette Entfernung des Tumors bestätigt.

Photodynamische Diagnostik (PDD)

Photodynamische Diagnostik ist ein auf Fluoreszenz basierendes Verfahren, bei dem Gewebeverän-derungen, z.B. bösartige Tumoren, für den Untersucher besser sichtbar gemacht werden. Dabei werden Fluoreszensfarbstoffe, die sich im veränderten Gewebe besonders anreichern, eingesetzt.
Werden diese Farbstoffe mit Licht einer bestimmten Wellenlänge (Farbe) angeregt, so senden sie Licht einer anderen Wellenlänge aus. Die so markierten Areale heben sich durch unterschiedliche Färbung von der Umgebung ab. Dieses Prinzip wird z.B. bei der endoskopischen Untersuchung der Luftwege, im Verdauungstrakt und in der Harnblase eingesetzt.
Um die Diagnostik beim Harnblasenkarzinom zu verbessern, erfolgten seit Anfang der 90er-Jahre Untersuchungen mit 5-Aminolävolinsäure (5-ALA). Diese ist ein Baustein bei der körpereigenen Herstellung von Porphyrinen, welche wiederum eine Vorstufe des roten Blutfarbstoffes sind.
Nach Einbringen von 5-ALA in die Harnblase kommt es zu einer Anreicherung eines bestimmten Porphyrins ( Protoporphyrin IX ), dem eigentlichen Fluoreszenzfarbstoff) in den Zellen der Blasenschleimhaut. In normalen Zellen wird dieses rasch abgebaut. In krankhaft veränderten Zellen hingegen (Tumorzellen, aber auch in entzündlich veränderten Zellen) erhöht sich durch den fehlenden Abbau die Konzentration.
Werden nun diese Gewebeareale Licht in einem blauen Wellenlän-genbereich (345 - 440 nm) ausgesetzt, so kommt es zu einer rötlichen Fluoreszenz. (Abb)

PDD-Resektion (oder ALA-Resektion)


Etwa zwei Stunden vor der Operation werden 50 ml einer 5-ALA-Lösung mit Hilfe einer nahezu schmerzlosen Kathetereinlage in die Harnblase gefüllt. Der Katheter wird unmittelbar danach wieder entfernt. Diese Flüssigkeit sollte nun möglichst bis zum Operationsbeginn in der Harnblase verbleiben.

Bei der eigentlichen Operation erfolgt erneut eine endoskopische Untersuchung der kompletten Harnblase sowohl mit normalem weißen Licht als auch mit blauem Licht. Alle fluoreszierenden und unter Weißlicht tumorverdächtigen Befunde werden resiziert. Abschließend wird die Harnblase nochmals mit “Blaulicht” untersucht und eventuell verbliebene fluoreszierende Areale zusätzlich entfernt.

Ein wichtiger Unterschied zur “normalen” Resektion besteht darin, dass zur Operation ein für die Fluoreszenzdiagnostik geeignetes Spezialinstrumentarium verwendet werden muss, da herkömmliche Endoskope aufgrund ihrer optischen Eigenschaften die Fluoreszenzen nicht sichtbar machen können.

Vor- und Nachteile


In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass mit Hilfe der PDD das Auffinden der Harnblasentumoren deutlich verbessert werden kann.
So wurde z.B. in einer Arbeit festgestellt, dass 34 % der dort unter Fluoreszenzlicht gefundenen Befunde mit Weißlicht übersehen worden wären [Zaak 2001].
Einschränkend muss man jedoch beachten, dass sich im Vergleich zur Weißlicht-Diagnostik bei der PDD auch mehr auffällige Areale finden, in denen histologisch kein Tumor nachzuweisen ist.

Der längere Zeitraum ohne Nachweis eines neuen Tumors nach PDD-Resektion (nach 12 Monaten 78,6/90,9%; 24 Monaten 69,9/90,9%; 48 Monaten 60,7/85% (Weißlicht/PDD)) [Filbeck 2003] und der seltenere Nachweis von Resttumor in der Nachresektion nach ALA-Resektion (PDD: 4,5 - 32,7%; Weißlicht: 15,2 - 53,1%) [Riedl 2001, Filbeck 2002, Kriegmair 2002] sprechen jedoch eindeutig für diese Methode.

Die zusätzlichen Risiken einer PDD-Resektion im Vergleich zu einer Resektion unter Weißlicht sind gering. Systemische (im ganzen Körper auftretende) Nebenwirkungen durch den in die Blase eingebrachten Wirkstoff sind aufgrund der geringen Menge, die in den Körper aufgenommen wird, kaum zu erwarten.

Durch die notwendige zusätzliche Blasenkathetereinlage vor der Operation ist das Risiko eines Harnwegsinfektes prinzipiell gegeben. Außerdem sind, wie bei nahezu allen Substanzen, auch allergische Reaktionen möglich.

Häufige Fragen:

Wann wird eine ALA-Resektion durchgeführt ?

Bei Ersttumoren in der Harnblase und bei Rezidivbefunden wird in der Regel eine ALA-Resektion erfolgen, um mögliche weitere winzige Befunde zu erkennen und zu entfernen.
Ebenso sollte bei Patienten mit auffälligen Zellen im Urin (Nachweis von Tumorzellen in der Urinzytologie) und bei zystoskopisch unklaren Veränderungen in der Harnblase eine ALA-Resektion durchgeführt werden, um die Areale, die zur Diagnostik resiziert werden sollen, genauer abgrenzen zu können.
Bei einer planmäßigen Nachresektion ist dies in der Regel nicht notwendig, da das Areal, in dem der Tumor zu finden war, durch die Narbe der vorausgegangenen Operation markiert ist.

Ist eine photodynamische Diagnostik ohne Operationsmöglichkeit sinnvoll ?

Prinzipiell kann man eine ALA-Zystoskopie auch ohne Möglichkeit einer Resektion, also ohne Narkose, durchführen.
Da man die auffälligen Areale später bei einer Operation möglicherweise nicht wiederfindet, ist dies jedoch nicht sinnvoll.

Wird diese Operation von den gesetzlichen Krankenkassen Deutschland bezahlt ?

Die endoskopische Resektion von Harnblasentum-oren im Rahmen eines stationären Aufenthaltes wird über ein Punktwertsystem (DRG-System) verrechnet.
Dabei ist es unerheblich, ob diese Operation mit Fluoreszenzdiagnostik oder ohne durchgeführt wurde. Lediglich die entstehenden Mehrkosten für das Arzneimittel werden durch eine zusätzliche Vergütung ausgeglichen.

Diese Regelung muss jedoch jedes Jahr neu verhandelt werden.

Bisher führen schon viele Kliniken die fluoreszenzgestützte Resektion durch, um ihren Patienten eine optimale Versorgung zu ermöglichen.

HINWEIS:
5ALA ist meines Wissens nicht zugelassen. Daher wird (fast nur mehr) das Mittel Hexvix verwendet.
Ganz neu ist das Mittel Hepericin von der ö. Firma Sanochemia. Erste Ergebnisse wurden zuletzt beim
Uro-Kongress in Berlin vorgestellt, vom Leiter der Uro in Salzburg, im Rahmen einer dortigen Studie.
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Edi

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Fluoreszenz-Zystoskopie mit HEXVIX
« Antwort #18 am: 20. Januar 2008, 15:34 »

Bei Verdacht auf Blasenkrebs oder auch bei der Nachsorge ist eine Blasenspiegelung angezeicht.

Diese sollte "nur mehr" mit Blaulicht erfolgen.



HEXVIX® - Zystoskopie - was ist das?

 
HEXVIX® ist das einzige zugelassene Arzneimittel für die photodynamische Diagnostik (PDD), um Harnblasentumore besser sichtbar zu machen und bei einer transurethralen Resektion festzustellen, ob der Tumor vollständig entfernt wurde.

 
Entwickelt zur besserene Detektion von Blasenkrebs, insbesondere dem Carcinoma in situ (CIS), kann die HEXVIX®-Zystoskopie Läsionen nachweisen, die mit der Standard-Weißlicht-Zystoskopie allein unter Umständen nicht gesehen werden. Nach der Instillation wird HEXVIX® in ein photoaktives Porphyrin umgewandelt, welches sich selektiv in rasch vermehrenden Zellen (z.B. Tumoren) anreichert. Unter Blaulicht fluoreszieren diese Zellen rot. Dieses Phänomen macht die HEXVIX®-Zystoskopie zu einer hochsensitiven diagnostischen Methode.Die zusätzliche HEXVIX®-Zystoskopie im Vergleich zur alleinigen Standard-Weißlicht-Zystoskopie hat die folgenden Vorteile:

Nachweis von 30 % mehr Patienten mit Blasenkrebs
Nachweis von 67 % mehr CIS-Läsionen
adäquatere Behandlung jedes fünften Patienten mit nachgewiesenem Blasenkrebs 
HEXVIX® wird in Verbindung mit Zystoskopen eingesetzt, die mit Filtern ausgerüstet sind, die sowohl eine Standard-Weißlicht-Zystoskopie als auch eine Blaulicht-Fluoreszenz-Zystoskopie im Wechsel erlauben. Das Verfahren lässt sich problemlos zusätzlich zur Standard-Weißlicht-Zystoskopie durchführen und ist mit keinen zusätzlichen Komplikationen verbunden. Darüber hinaus empfehlen die EAU-Richtlinien die Anwendung der Fluoreszenz-Zystoskopie z.B. mit Hexaminolavulinsäure hydrochlorid (HEXVIX'®).

Ein Video dazu finden Sie hier.

Weitere Videos vom diesjährigen DGU-Kongress über die aktuelle Studienlage der Photodynamischen Diagnose finden Sie hier:

     5-ALA.wmv                       hexvix-Op-PDD.wmv

 
- PDD-und-Hexvix.wmv


PDD-DGU1.wmv


Edi

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Photoaktivität erleichtert Karzinomdiagnostik
Neue Nachweismethode ermöglicht Früherkennung – Konsensuelle Empfehlung der urologischen Gesellschaften

Blasenkrebs wird häufiger – auch aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung. In Österreich bis zu 3.000 Neuerkrankungen pro Jahr.

Je nach Invasivität des Karzinoms variiert die Gefährlichkeit, in jedem Fall ist die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigt. Die speziell bei den aggressiven Formen schwierige Diagnostik des Blasenkarzinoms kann mit der Photolumineszenz-Technik erleichtert werden. Das ist die zentrale Aussage einer konsensuellen Erklärung des Arbeitskreises urologische Onkologie der Österreichischen Urologischen Gesellschaft.

Schwer nachweisbares Carcinoma in situ

Eine gefährliche Form des Blasenkrebses ist das Carcinoma in situ (CIS). Es lässt sich mit der herkömmlichen Blasenspiegelung nur schwer nachweisen – diese weist eine hohe Versagerquote auf. Die häufigste Variante stellt mit fast 80 Prozent der Fälle das oberflächliche Karzinom dar, das nicht lebensbedrohlich ist, für den Betroffenen aber aufgrund der hohen Rezidivrate und der damit verbundenen vielen Operationen eine Belastung darstellt. Da die vielen kleinen Tumoren mit freiem Auge nicht sichtbar sind, werden sie häufig übersehen und machen weitere Eingriffe notwendig. Das in die Tiefe wachsende Karzinom mit Metastasierung hat einen Anteil von bis zu 20 Prozent und wird in der Regel radikal mit Entfernung der Blase und Ersatzblase aus Darm therapiert.

Hexaminolevulinat erleichtert Erkennung

Tumorzellen nehmen die seit 2006 in Österreich zugelassene zugeführte photoaktive Substanz Hexaminolevulinat (Hexvix) vermehrt auf und erscheinen daher unter Licht als deutlich erkennbares Areal – auch in kleinsten Strukturen. „Eine europäische Studie konnte“, so Prof. Dr. Michael Marberger, Vorstand der Universitätsklinik für Urologie, MedUni Wien, „eine Steigerung der Diagnosen-Rate um 25 Prozent nachweisen.“ Insbesondere bei oberflächlichen und verstreuten Karzinomen wurde die Erkennungsrate verbessert, stellt Prim. Dr. Wolfgang Loidl, Abteilung für Urologie, KH d. Barmherzigen Schwestern Linz, fest. Konsens ist, dass es sich bei der Fluoreszenzdiagnostik mit Hexvix® um eine empfehlenswerte Methode handle. Der Stellenwert für die Therapie ist hoch, insbesondere durch die Verbesserung der diagnostischen Sicherheit.
Denn je nach Studie werden mit herkömmlicher Blasenspiegelung bis zu 42 Prozent der oberflächlichen Karzinome übersehen.
Das führte zu einer Rezidivrate von bis zu 72 Prozent. Auch die Europäische Gesellschaft für Urologie (European Association of Urology/EAU) empfiehlt die neue Nachweismethode, wie Doz. Dr. Dirk Zaak von der Ludwig Maximilians-Universität München berichtet. Die erhöhte Tumorerkennung mache das Therapie-Management effizienter und die Lebensqualität des Patienten verbessere sich. Maximilian Burger et al. berechneten in einer Studie (European Urology; DOI: 10.1016/j.eurro.2007.01.0648) eine Ersparnis durch die Methode von 1.195 Euro pro Krankheitsfall. Praktischer Nutzen ist eine gute und sichere Durchführbarkeit mit geringsten Nebenwirkungen und einer hohen Trefferquote, resümiert Urologe Marberger.


Edi

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Jeder 10 te Raucher hat Blasenkrebs oder Vorstufe davon!

Jeder 4 te Blasenkrebs ist berufsbedingt!

Jeder 5 te Prostatakrebspatient bekommt Blasenkrebs!


Neueste Studie vom AKH Wien:

Mit der bisherigen Blasenspiegelung übersah (übersieht) man bis zu 40 % Krebs in der Blase!


Du möchtest auf Nummer sicher gehen? Natürlich, ich auch!

Dann mußt du die Blasenspiegelung mit Blaulicht fordern. Das ist nichts Besonderes,
das ist in Deutschland längst Standard!

Wo es das in Österreich gibt?
Anfrage an: blasenkrebs@krebspatient.at


PS: Und zusätzlich VORHER unbedingt den NMP22 Blasenkrebstumormarker,
sowie vorher/nachher die (Spül- sonst Spontan-)Harnzytologie,
sowie den FISH Test (aus Harn).

(Was ist das? Gib auf unserer Hauptseite rechts oben unter "Suche im Forum" ein Wort ein!)


ACHTUNG:
Angemeldete sehen im Beitrag
http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,77.msg1414.html#msg1414
ganz unten die "Anlage"

und dort den Unterschied Blasenspiegelung normal
bzw. mit Blaulicht!
Was sagst du dazu?


« Letzte Änderung: 13. März 2008, 21:33 von Edi »

Richi

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Fluoreszenz-Zystoskopie mit HEXVIX
« Antwort #21 am: 27. März 2008, 01:08 »

Die Blasenspiegelung mit Blaulicht und Hexvix wird nun endlich auch in Österreich immer häufiger verwendet.

Informationen dazu finden ANGEMELDETE hier unten als Anlage:


Richi

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Fluoreszenz-Zystoskopie mit HEXVIX, Studie
« Antwort #22 am: 27. März 2008, 01:28 »

Hier habe ich einen Bericht entdeckt!

Angemeldete können dies hier ganz unten herunterladen:

Edi

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Blasenkrebs in Oberwart?
« Antwort #23 am: 08. April 2008, 22:42 »

Zwischen Graz und Wiener Neustadt sei dies die einzige Möglichkeit, gezielt den Blasenkrebs mit neuesten Methoden - nämlich Fluoreszenzblasenspiegelung - festzustellen. Wahrscheinlich verwendet man dort auch längst den einzigen Tumormarker: NMP22.

Wo ist eigentlich "Oberwart"?

Jedenfalls müssen dort Urologen mit Köpfchen sein!

Hoffentlich gibt es bald viele "Oberwarts"!


Mehr darüber: http://burgenland.orf.at/stories/269237/



Edi

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Blasenkrebs: Burgenland`s Krebshilfe unterstützte den Fortschritt!
« Antwort #24 am: 08. April 2008, 22:46 »
7.4.2008
Neue Technik: Blasenkrebs schneller erkennen

Das Krankenhaus Oberwart hat ein neues Gerät zur Erkennung und Behandlung von Blasenkrebs. Es macht auch Karzinome sichtbar, die bei der alten Technlogie übersehen worden wären. Die Kosten: 27.000 Euro.
            
            
Fast die Hälfte der Karzinome wird übersehen.
            Schwer zu erkennen
Im Vorjahr wurden in Oberwart 180 Patienten mit Blasenkrebs behandelt. Die besondere Schwierigkeit: Die vielen kleinen Karzinome in der Blase sind mit der herkömmlichen Weiß-Licht-Blasenspiegelung nur sehr schwer zu erkennen. Rund 42 Prozent der Karzinome werden vom Arzt übersehen.

Blaues Licht macht sichtbar
Am Dienstag wurde im Krankenhaus das neue Gerät der Öffentlichkeit vorgestellt. In der neuen Behandlungstechnologie macht ein blaues Licht, das mit einem Kontrastmittel erzeugt wird, die Karzinome viel besser sichtbar.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Arzt schon bei der ersten Operation alle Karzinome in der Blase erkennt, ist ungleich höher, sagt Walter Kuber, Vorstand der Urologie am Krankenhaus Oberwart. Das Blasenkarzinom sei beim Mann das vierthäufigste Karzinom, bei der Frau das zwölfthäufigste.
            
            Hohes Risiko für Raucher
"Es korrelliert signifikant mit Rauchen. Also die starken Raucher haben ein erhöhtes Risiko, nicht nur Lungenkrebs zu bekommen, sondern auch Blasenkrebs. Und besonders unangenehm für das Schicksal des Patienten ist die hohe Rezidiv-Häufigkeit, er bleibt sozusagen lebenslang ein Patient der Urologie", so Kuber (Vorstand).            
            
            Bedeutende Urologie
Gesundheitlandesrat Peter Rezar (SPÖ) unterstreicht bei der Präsentation des neuen Gerätes die Bedeutung der Urologie am Krankenhaus Oberwart.
            
            Für 250.000 Menschen
"Die urologische Abteilung hier ist die einzige burgenländische urologische Vollabteilung, die insgesamt ein Einzugsgebiet zwischen Graz und Wiener Neustadt versorgt mit etwa 250.000 Menschen, das entspricht nahezu der Einwohnerzahl unseres Heimatlandes Burgenland", so der Gesundheitslandesrat.

Geld von der Krebshilfe
Das neue Gerät zur Erkennung und Behandlung von Blasenkrebs kostet 27.000 Euro. Den Großteil davon, nämlich 20.000 Euro, hat die Burgenländsiche Krebshilfe zur Verfügung gestellt.

Dietmar E.

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Fluoreszenz-Zystoskopie mit HEXVIX
« Antwort #25 am: 12. Mai 2008, 10:11 »

PDD ist PhotoDynamischeDiagnostik

PDT ist PhotoDynamischeTherapie


Interesanntes findest du auch unter: http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,1636.msg4199.html#msg4199


"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Blasenkrebs? Suche mit Fluoreszenz-Zystoskopie
« Antwort #26 am: 06. Juni 2008, 20:30 »
PHOTODYNAMISCHE DIAGNOSTIK DES HARN-BLASENKARZINOMS

      Dr. med. Oliver Patschan


In Deutschland ist das Harnblasenkarzinom bei Männern der 4. häufigste, bei Frauen der 8. häufigste maligne Tumor. Ungefähr 9% der Männer und 3,5% der Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens an einem Harnblasenkarzinom. Die Weißlicht-Zystoskopie (WL) ist die wichtigste Untersuchung zur Abklärung des Verdachtes auf Malignität in der Harnblase. Die Sensitivität, d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass Erkrankte mit der Untersuchung richtig diagnostiziert werden, liegt bei 85%. Ein Teil der Tumoren wird mit der WL nicht diagnostiziert.

Nach jahrelangen Untersuchungen am École Polytechnique Fédérale de Lausanne, wurde ein Fluoreszenz induzierender Wirkstoff gefunden, der die Detektion von Harnblasenkarzinomen revolutionieren sollte.

Die Arbeitsgruppe um Van den Bergh und Wagnières studierten normale Zellprozesse, wobei sie fanden, dass Protoporphyrin IX, ein normalerweise bei der Hämoglobinsynthese entstehendes photoaktives Porphyrin, fluoreszierende Eigenschaften hat. In gesunden Zellen ist dieser fluoreszierende Effekt von kurzer Dauer, da das Molekül relativ schnell ein Eisenatom bindet.

Es zeigte sich, dass Krebszellen zu viel dieses photoaktiven Porphyrins produzieren und dass das Enzym, welches die Bindung des Eisenatoms bewirkt, in Krebszellen inhibiert ist.

Diese beiden Effekte zusammen erklären die Akkumulation von fluoreszierenden Molekülen in Krebszellen. Van den Bergh und Wagnières machten sich diesen Effekt zunutze: Die Substanzen 5-Aminolävulinsäure oder Hexaminolävulinsäure erhöhen die Produktion von zelleigenen photoaktiven Porphyrinen, welche aufgrund des herabgesetzten Abbaus in Krebszellen akkumulieren. Diese Akkumulation ist ungefährlich, da alle anfallenden Bestandteile innerhalb von 24 Stunden abgebaut werden. Bei der photodynamischen Diagnostik (PDD) wird die Blase ca. 1 Stunde vor Eingriff mit Hexaminolävulinsäure gefüllt.

Zunächst wird die Blase mit der WL (Weißlicht) gespiegelt, danach unter Blaulicht. Tumorverdächtige Areale fluoreszieren dabei rot. Wird die Zystoskopie mittels PDD durchgeführt, erhöht sich die Sensitivität der Untersuchung bis auf 97% bei ungefähr gleich bleibender Spezifität (ca. 65%). Im Vergleich zur WL erhöht sich nach Dr. Zaak et al. mit PDD die Detektion von CIS-Tumoren um 53%. Insgesamt erhöht sich die Tumordetektionsrate um 34% verglichen mit der WL. Kurz zuvor stattgefundene Harnwegsinfekte oder transurethrale Resektionen können das Urothel bei der PDD rötlich und somit wie tumorverdächtiges Gewebe erscheinen lassen.

Es wird daher empfohlen cirka sechs Wochen mit einer Nachresektion (nach TURB) zu warten um dabei Hexaminolävulinsäure verlässlich anwenden zu können. An der Tübinger Klinik für Urologie wird neuerdings bei allen Patienten die TURB unter Zuhilfenahme der PDD mit Hexaminolävulinsäure durchgeführt. Die Klinik hat seit Jahren im Rahmen von Studien an der Auswertung bzw. an der Weiterentwicklung der Photodynamischen Diagnostik mitgewirkt. Unter anderem wurde an einer Doppelblinden, Placebo kontrollierten Multicenterstudie teilgenommen, welche bei 381 Patienten die WL bzw. PDD prospektiv evaluierte.
Dabei hat sich die erhöhte Detektion von vor allem CIS Tumoren bestätigt (54% mehr CIS Tumoren in der PDD-Gruppe). 16% aller CIS Tumoren wurden alleine mit der PDD gefunden. Eine kürzlich erschienene Studie von Denzinger et al. hat prospektiv die Rest-Tumor Rate und das rezidivfreie Überleben nach WL bzw. PDD evaluiert.
Sechs Wochen nach TURB mit oder ohne PDD zeigte sich eine Rest-Tumor Rate von 25% nach WL und von 4,5% nach PDD. Bei der 8-Jahres Nachsorge dieser Studie zeigte sich ein rezidivfreies Überleben nach vier Jahren bei WL von 64% und bei PDD von 84%. Somit erhöht sich mit PDD nicht nur die Detektionsrate, sondern es wird auch ein verlängertes rezidivfreies Überleben erreicht. Die nunmehr routinemäßige Anwendung dieses Verfahrens stellt eine willkommene Qualitätsverbesserung bei der Behandlung von Patienten mit einem Harnblasen-karzinom dar.

http://www.uro-tuebingen.de/krebsfrueh.html#pdd
« Letzte Änderung: 08. Juni 2008, 12:43 von Dietmar E. »
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Edi

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Fluoreszenz im Einsatz
« Antwort #27 am: 08. Juni 2008, 23:56 »
PDD (Photodynamische Diagnostik) ist bei vielen Untersuchen/Organe längst im Einsatz.

PDT (Photodynamische Therapie) ist die Weiterentwicklung. Zu Blasenkrebs ist die erste Studie im Entstehen.

Eine etwas ältere Beschreibung zur PD lautet:

http://lpas.epfl.ch/PDT/STZ-PDT.pdf

Photomedizin_Elektrotechnik


Leuchtende Moleküle unter der Haut

In über 20 Jahren Forschung entstand an der EPFL ein Cluster für Photodynamische Therapie (PDT) und
Photodiagnostik, der – in Kooperation mit akademischen Institutionen der Romandie – zu zahlreichen
klinischen Anwendungen und erfolgreichen Kommerzialisierungen führte. Die neuste Entwicklung ist PDT
für die Dermatologie. Zu deren Vermarktung gründeten die EPFL-Forscher das Spin-off Photoderma SA.

Überdies untersucht
die Lausanner Gruppe
mit Ärzten verschiedener
medizinischer Disziplinen den
Einsatz von PDT und Photodiagnostik
in Blase, Dickdarm,
Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre,
Bronchien, Rachen, Mund
oder für die Gynäkologie. Im
Bereich der Dermatologie hatten
fi ndige Köpfe schon Mitte
der 90er-Jahre die Idee, die PDT
zur Epilation einzusetzen, doch
bisher erlangte kein Produkt die
Marktreife. Der Knackpunkt
liegt nämlich darin, mit der
PDT die Zellen der Haarfollikel
gezielt zu beseitigen, jedoch
die umliegenden Hautpartien zu
schonen.
Mit Licht gegen Haare



www.photoderma.com
http://lpas.epfl .ch/PDT
Die PDT-Forschung an der EPFL
wurde zu Beginn durch den SNF
unterstützt. Das beschriebene
Projekt wurde durch die KTI, die
Förderagentur für Innovation, im
Rahmen ihrer Initiative Medtech
mitfi nanziert.
www.snf.ch
www.kti-cti.ch /
www.ctistartup.ch



Photomedizin_Elektrotechnik
Die Vermarktung wissenschaftlicher
Erkenntnisse folgt je nach
technischem Bereich eigenen
Mustern. Auf dem Gebiet der
Life Science bedingen Entwicklungen
hohe Investitionen und
einen langen Atem. Sie müssen
sich in hart umkämpften
Märk ten behaupten und hängen
oft stark von Patenten ab. Es ist
schwierig, Forschungsresultate
in einer neuen Firma vom Prototyp
zum marktreifen Produkt
für den globalen Wettbewerb
voranzutreiben. Dies veranlasst
Hochschulen, Entwicklungen
auch an ausländische Unternehmen
zu lizenzieren. Selbst
wenn das Investitions kapital in
Form von Lizenzzahlungen in
die Schweiz zurückfl iesst, beschränkt
sich in diesem Fall die
Wertschöpfung auf die Forschungsarbeit.
Start-up-Unternehmen
bieten dagegen eine
Möglichkeit, einen grösseren
Anteil der Wertschöpfung im
Land zu behalten.
Vom Labor in den Markt
Ein Beispiel dafür ist die Photodetektion
und die Phototherapie
für medizinische Anwendungen,
welche Professor Hubert van
den Bergh und Georges Wagnières
an der EPFL seit Anfang
der 80er-Jahre erforschen.
Die Photodynamische Therapie
(PDT) basiert auf der Erkenntnis,
dass sich gewisse lichtempfi
ndliche Stoffe, so genannte
Photosensibilisatoren, bevorzugt
in bestimmten Geweben, besonders
in Tumoren ansammeln.
Mit Licht einer bestimmten
Wellenlänge bestrahlt, beginnen
sie zu leuchten und bilden
toxischen Sauerstoff. Dadurch
sterben die Zellen ab und werden
durch gesunde ersetzt. PDT
ermöglicht somit das Sichtbarmachen
wie auch die gezielte
Zerstörung des kranken Gewebes.
Im Visier hatten die Wissenschaftler
in Lausanne unter anderem
Blasentumore, eine sehr
aggressive Krebsform. In Untersuchungen
stellten sie fest, dass
sich im Tumor nach der Gabe
von Aminolävulinsäure (ALA)
ungewöhnlich viele Porphyrine
konzentrieren. Diese beiden Moleküle
sind Vorläufersubstanzen
von Hämoglobin. Die Porphyrine
fl uoreszieren unter Lichteinwirkung,
verlieren jedoch diese
Eigenschaft, sobald sie ein Eisenatom
aufnehmen. Durch einen
molekularen Eingriff in die ALA
und mit geeigneten Lichtquellen
gelang es den Forschern, zusammen
mit zwei Industriepartnern,
eine photoaktive Substanz für
die Diagnostik und die Behandlung
von Blasenkrebs zu entwickeln.
Das unter dem Namen
Hexvix vermarktete Präparat
macht bösartige Zellen sichtbar,
erlaubt, sie restlos zu vernichten
und bannt damit die Gefahr von
Tumorneubildung. Die Substanz
ist mittlerweile in allen europäischen
Ländern für die Früherkennung
von Blasenkrebs zugelassen.
Auch für die EPFL ist
dieser Technologietransfer erfreulich,
erhält sie doch Lizenzzahlungen
für ein mit dem Produkt
verbundenes Patent.
Vielseitige Anwendung
Den bisher grössten Erfolg verbuchten
die PDT-Forscher mit
ihrem Beitrag zum Präparat Visudyne
von Novartis, das für
die Behandlung altersbedingter
Makuladegeneration (AMD)
eingesetzt wird. Dies war die
ers te Methode, welche die in
der industrialisierten Welt häufi
gste Form der Altersblindheit
aufhalten konnte. Überdies untersucht
die Lausanner Gruppe
mit Ärzten verschiedener
medizinischer Disziplinen den
Einsatz von PDT und Photodiagnostik
in Blase, Dickdarm,
Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre,
Bronchien, Rachen, Mund
oder für die Gynäkologie. Im
Bereich der Dermatologie hatten
fi ndige Köpfe schon Mitte
der 90er-Jahre die Idee, die PDT
zur Epilation einzusetzen, doch
bisher erlangte kein Produkt die
Marktreife. Der Knackpunkt
liegt nämlich darin, mit der
PDT die Zellen der Haarfollikel
gezielt zu beseitigen, jedoch
die umliegenden Hautpartien zu
schonen.
Mit Licht gegen Haare
Die PDT-Spezialisten witterten
hier einen lukrativen Markt.
«Wir hatten ein photoaktives
Molekül entwickelt, das eine
grosse Selektivität zwischen der
Ansammlung von Photosensibilisatoren
im Haarfollikel und
dem benachbarten Gewebe ge-
Leuchtende Moleküle unter der Haut
In über 20 Jahren Forschung entstand an der EPFL ein Cluster für Photodynamische Therapie (PDT) und
Photodiagnostik, der – in Kooperation mit akademischen Institutionen der Romandie – zu zahlreichen
klinischen Anwendungen und erfolgreichen Kommerzialisierungen führte. Die neuste Entwicklung ist PDT
für die Dermatologie. Zu deren Vermarktung gründeten die EPFL-Forscher das Spin-off Photoderma SA.
Eine hoch sensible Laborkamera
lokalisiert die Photosensibilisatoren
in vivo mit Fluoreszenz.