Autor Thema: Ärzte sind keine Lehrling, aber ........  (Gelesen 1061 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Dietmar E.

  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.800
  • Geschlecht: Männlich
Ärzte sind keine Lehrling, aber ........
« am: 03. November 2007, 22:44 »

Ärzte sind keine Lehrling, sie mussten lange studieren, viele Prüfungen ablegen.

Fachärzte haben sich spezialisiert, neben dem mediz. Allgemeinwissen.

Nach Ablegung aller "Pflichtübungen" und schließlich weiterer Prüfungen wurden sie "MeisterInnen".


"Kein Meister ist vom Himmel gefallen", das gilt nicht nur beim Handwerk,

sondern auch in der Medizin etc.!
 

Kein Meister darf sich auf seinen Lorbeeren ausruhen, das gilt ebenfalls für "alle Meister".


Thema Blasenkrebs

Seit Jahren ist bekannt, dass es mit Fluoreszenztechnik (Blaulicht) möglich ist, wesentlich öfter

einen Krebs in der Blase festzustellen, als mit der normalen "Weißlicht-Blasenspiegelung".



Ist der Arzt (Urologe) nicht verpflichtet, bestmöglichst zu untersuchen, zu diagnostizieren. Jedes Mal gehts mir kalt den Rücken runter, wenn am Telefon oder bei den SHG-Treffen davon gesprochen wird, zuletzt in Innsbruck:

Gerhard:
"Ich bin Raucher und arbeitete über 20 Jahre in Restaurants als Kellner. Der Praktische Arzt
erkannte bei der Gesundenuntersuchung, zu der mich meine Frau schickte, nicht sichtbares Blut im Harn, 3 x in 6 Wochen, dann musste ich zum Urologen.
Dieser machte eine Blasenspiegelung mit dem Ergebnis: alles o.k.!
Nach ungefähr 1 Jahr sah ich den leicht rot verfärbten Harn, ging in die Klinik, und es wurde
Blasenkrebs festgestellt, bei einer Fluoreszenzzystoskopie."

Ich frage nun:
Darf das sein? Wie lange noch?
Der Krebs feierte zwischenzeitlich fröhliche Umstände, breitete sich in das Muskelgewebe aus,
und bei Gerhard musste die Blase, mit Prostata etc. entfernt werden.
Eine 10 Stunden Operation, mit sehr viel Risiko.
Gerhard hatte noch Glück im Unglück: Aus seinem Darm wurde eine Ersatzblase geformt und eingesetzt. Dadurch viele Vorteile. An den Nachteilen wie Inkontonenz und Impotenz leidet
er noch, doch ist man zuversichtlich, dass sich das die nächsten Wochen bessert.

Selbstverständlich ist Gerhard im Krankenstand. Nicht nur seine Frau hat sich vor 2 Monaten scheiden lassen, 4 Kinder, auch sein Arbeitgeber machte dicht.
Ob und wann Gerhard, in seinem Alter, nochmal voll ins "normale Leben" zurück findet, steht in den Sternen. Ich wünschte es ihm sehr, vor 4 Wochen.

Nun wie ist das mit den Fachärzten, den Urologen, niedergelassen mit eigener Ordination oder als Spitalsarzt? Handeln sie noch auf letztem Stand, mit bestem Wissen und Gewissen, wenn auf der Suche nach Blasenkrebs ohne Fluoreszenzmittel vorgegangen wird? Egal, ob bei der ersten Blasenspiegelung, oder bei der Nachsorge eines Krebspatienten auf der Suche nach einem Rezidiv?

Ich werde einmal versuchen, den volkswirtschaftlichen Schaden zu schätzen, der bei
Gerhard entstehen könnte. Jedenfalls sind es Unsummen.
Er wurde bereits mit 100 % Erwerbsminderung eingestuft. Der nächste Schlag, wenn er um einen Job - irgendwann - schaut. Auch aus diesem Grund (Kündigungsschutz) stellt ihn niemand mehr an.

Heute hat mich Gerhard angerufen und gesagt: Im Arbeitsamt meinen sie, 1 Jahr geht so wie
so nichts, dann Umschulungskurse, dann ist er eh schon 50, und wird voraussichtlich in
Frühpension gehen.


Und täglich gibt es neue solche "Gerhard`s".

Was meint ihr dazu?

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)